Sieben EM- und zwei WM-Titel hat Silvia Neid als Spielerin und Trainerin der DFB-Frauen schon geholt. Der dritte WM-Sieg in Folge wäre

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Neid jagt persönlichen WM-Rekord

sid
26. Februar 2010, 15:17 Uhr

Sieben EM- und zwei WM-Titel hat Silvia Neid als Spielerin und Trainerin der DFB-Frauen schon geholt. Der dritte WM-Sieg in Folge wäre "ein Traum" für die 45-Jährige.

Eigentlich kann der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die neue Vitrine für den Frauen-Weltpokal bereits in Auftrag geben. Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft in Deutschland dauert es zwar noch exakt 16 Monate, doch der DFB hat die personifizierte Titelgarantie unter Vertrag. Nationaltrainerin Silvia Neid, die mit dem derzeit laufenden Algarve Cup in Portugal die WM-Vorbereitung eingeläutet hat, ist bei großen Turnieren offenbar unbesiegbar.

Neid war an allen bisherigen Titelgewinnen der deutschen Fußballerinnen direkt beteiligt. Bei den sieben EM-Siegen und den zwei WM-Triumphen war die 45-Jährige entweder als Spielerin, als Co-Trainerin oder als Cheftrainerin mit von der Partie.

Die Bilanz der gebürtigen Walldürnerin als Cheftrainerin ist besonders eindrucksvoll. Seitdem Neid im Sommer 2005 das Amt von Tina Theune übernommen hat, ging die deutsche Auswahl in bisher 12 Endrundenspielen bei einer EM oder WM nur einmal nicht als Sieger vom Platz. England trotzte den Deutschen in der WM-Vorrunde 2007 ein Remis ab - den Titel holte sich das DFB-Team am Ende aber trotzdem.

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Den WM-Sieg hat Neid auch jetzt schon wieder vor Augen. "Wir wollen uns einen großen Traum verwirklichen und zum dritten Mal in Folge Weltmeister werden", erklärte die Trainerin, die an der Algarve trotz der gerade begonnen WM-Vorbereitung und dem damit zunehmenden Stress einen entspannten Eindruck macht.

Der Druck wird in den nächsten Monaten zwar steigen, doch Neid muss niemandem mehr etwas beweisen. Schließlich hat die 111-malige Nationalspielerin - ganz abgesehen von den Titelgewinnen unter ihrer Regie bei der WM 2007 und der EM 2009 - ihr Meisterstück als Trainerin bereits abgeliefert.

Neid gelang im EM-Halbfinale vor einem halben Jahr gegen Norwegen das Kunststück, drei Spielerinnen einzuwechseln, die den 0:1-Pausenrückstand durch ihre drei Treffer in einen 3:1-Sieg verwandelten. Seit diesem Spiel sind auch die letzten Kritiker an der früheren Spielmacherin endgültig verstummt.

Wenn überhaupt Kritik aufkommt, dann ist es die Trainerin selbst, die auch nach Siegen ihrer Mannschaft das ein oder andere Detail bemängelt. Nach Ansicht von Neid ist diese Mannöverkritik nötig, um ihre Schützlinge in Topform zur WM zu bringen: "Obwohl wir uns schon auf einem sehr hohen Niveau bewegen, wollen wir uns in allen Bereichen verbessern. Das ist notwendig, wenn wir den Titel holen wollen."

Trotz der ständigen Arbeit an Verbesserungen und den hohen Anforderungen an ihre Person ("Es ist natürlich anstrengend, denn man hat 40 Leute im Schlepptau und muss alle unter einen Hut bringen"), kann Neid auch abschalten. Dabei hilft in erster Linie laute Musik und ein Laufband im Fitnessstudio: "Dann kann ich mich auspowern und bekomme den Kopf frei."

Autor: sid

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