Im Champions-League-Achtelfinale empfängt Bayern den schwächelnden AC Florenz. Dennoch warnt van Gaal:

FC Bayern - Florenz

Italiener wollen Wende erzwingen

sid
17. Februar 2010, 09:37 Uhr

Im Champions-League-Achtelfinale empfängt Bayern den schwächelnden AC Florenz. Dennoch warnt van Gaal: "Wir müssen sehr froh sein, wenn wir weiterkommen."

Im Kampf um den Titel in der Champions League sehen sie sich als "gefährlicher Außenseiter", gegen den AC Florenz sind sie klarer Favorit: Der deutsche Rekordmeister Bayern München steht mit seinen Stars Franck Ribery und Arjen Robben vor dem Achtelfinale in der "Königsklasse" in der Pflicht. Allerdings waren die zuletzt zwölfmal siegreichen Bayern vor dem Hinspiel heute (20.45 Uhr/live bei Sat.1 und Sky) gegen die Italiener bemüht, die hohen Erwartungen etwas zu dämpfen.

"Wir sind gerüstet, aber wir werden Florenz nicht unterschätzen. Wir müssen sehr froh sein, wenn wir weiterkommen. Auf diesem Niveau haben alle Mannschaften hohe Qualitäten", sagte Bayern-Coach Louis van Gaal am Dienstag und nannte ein 1:0 zuhause "ein gutes Ergebnis" vor dem Rückspiel am 9. März.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/015/637-16155_preview.jpeg Bescheidenheit statt große Töne: Louis van Gaal. (Foto: firo)[/imgbox]

Der Niederländer wollte auch von einer Krise bei der "Fiorentina", die nunmehr schon seit fünf Pflichtspielen auf ein Erfolgserlebnis wartet und in der Serie A auf Platz elf abgestürzt ist, überhaupt nichts wissen: "Florenz hat eine große Mannschaft mit sehr guten Spielern. Das haben sie in der Vorrunde gezeigt."

Angesichts von zuletzt fünf Siegen in Folge in der Champions League warnte auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eindringlich vor Überheblichkeit. "Wenn wir glauben, dass wir diese Runde im Nebenwaschgang lösen können, wird es ein böses Erwachen geben", sagte Rummenigge, "wenn wir aber Florenz nicht unterschätzen und uns von deren Tabellenplatz blenden lassen, können wir ins Viertelfinale einziehen."

Nationalspieler Philipp Lahm sieht dafür gute Chancen. "Wir haben Monate gebraucht, um ins Rollen zu kommen. Aber jetzt sind wir gefestigt und auf einem sehr guten Weg. Wir wollen unsere Serie auch in der Champions League fortsetzen. Wir sind absolut in der Favoritenrolle", sagte er. Auch Kapitän Mark van Bommel glaubt nicht an einen Einbruch, "weil wir sehr stabil sind". Er sieht den FC Bayern in der Champions League sogar als "gefährlichen Außenseiter. Hier entsteht etwas, das spürt man".

Und auch van Gaal sieht seine Mannschaft zumindest als Mitfavoriten an. "Wir können mit dem FC Bayern die Champions League gewinnen. Wir haben die Möglichkeit, auch diese Vereine zu schlagen", sagte der Niederländer im Interview mit dem Fernsehsender Sat.1: "Aber wenn ich mein Geld darauf verwetten müsste, würde ich das nicht auf den FC Bayern setzen."

Der kollektive Wunsch der Bayern im Heimspiel gegen Florenz ist "ein Sieg zu Null", wie Lahm verdeutlichte: "Wir dürfen aber nicht so viele Torchancen zulassen wie in den letzten drei Spielen." Auch van Bommel mahnte an, "dass wir im Moment unnötig viele Chancen weggeben, das müssen wir auf jeden Fall verbessern."

Doch trotz der jüngsten Defensivprobleme in der Liga und im Pokal wird van Gaal, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, an seiner offensiv ausgerichteten Taktik mit zwei Stürmern sowie Ribery und Robben auf den Außenbahnen festhalten: "Wir spielen unser Spiel. Wir werden in der Champions League nicht defensiv spielen." Sein Team dürfe aber auch nicht solche Fehler machen wie gegen Dortmund. "Jeder Fehler kann entscheidend sein."

Dennoch ist der Optimismus groß, zumal sich auch Franck Ribery nach langer Verletzungspause mit einem Tor und vier Vorlagen in den letzten beiden Spielen eindrucksvoll zurückgemeldet hat. "Franck ist sehr motiviert, um ein sehr gutes Spiel abzuliefern", sagte van Gaal. Auch die Worte von Ribery, er habe "den Spaß am Fußball wiedergefunden", klangen fast schon wie eine Drohung an Florenz.

Da wundert es kaum, dass Florenz-Coach Cesare Prandelli auf die Frage, welche drei Spieler er von Bayern am meisten fürchten würde, antwortete: "Ribery, Ribery - und Ribery." Mit der Flügelzange Ribery/Robben könne der FC Bayern "Europa das Fürchten lehren", hatte Sportdirektor Christian Nerlinger unlängst sogar behauptet.

Zunächst müssen die Bayern aber Florenz das Fürchten lehren. Die angeschlagenen Italiener hoffen aber in München darauf, ihre Krise beenden zu können. "Das Spiel kommt im richtigen Moment. Ich bin sicher, dass die Herausforderung bei Bayern für uns eine Wende sein könnte", sagte Kapitän Riccardo Montolivo.

Autor: sid

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