Nach dem

"Fall Amerell"

Fandel fordert Konsequenzen

sid
15. Februar 2010, 13:53 Uhr

Nach dem "Fall Manfred Amerell" hat der ehemalige FIFA-Referee Herbert Fandel eine Zusammenarbeit der DFB-Schiedsrichter mit der DFL vorgeschlagen.

Der designierte Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel hat sich nach dem "Fall Wolfgang Amerell" für mehr Transparenz im Schiedsrichterwesen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stark gemacht und wäre auch zu einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) bereit. "Ich stehe für mehr Transparenz und wäre bereit, alle Fragen mit DFL und DFB zu bearbeiten", sagte Fandel im Interview mit dem Fachmagazin kicker: "Die Schiedsrichter müssen aber gegenüber den Vereinen unabhängig bleiben."

Fandel, der Schiedsrichter-Chef Volker Roth beim DFB-Bundestag im Oktober beerben soll, fordert Konsequenzen aus dem Fall Amerell. "Wir müssen jetzt sicher über neue Strukturen im Schiedsrichterwesen nachdenken", sagte der 45 Jahre alte ehemalige Bundesliga-Referee und Unparteiische des Weltverbandes (FIFA), der die Funktion des höchsten Schiedsrichter-Funktionärs beim DFB trotz der Affäre um Amerell nach wie vor anstrebt: "Ich bin Kämpfer. Mir geht es um die Sache."

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/009/665-10029_preview.jpeg Volker Roth (Foto: firo).[/imgbox]
Von einem sofortigen Rückzug von Roth hält Fandel nichts. "Bei solch einer heiklen Angelegenheit darf es keine Schnellschüsse geben. Es gibt keinen Grund für ihn zurückzutreten", sagte Fandel. Roth, der DFB-Präsident Theo Zwanziger erst verspätet über die Vorwürfe gegen Amerell informiert hatte, hat selbst eigene Fehler zurückgewiesen.

Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte dagegen scharfe Kritik an Roth geübt und eine Neustrukturierung des Schiedsrichterwesens gefordert. "Es hat zu viel Tummeln in Eitelkeiten gegeben. Es gibt vieles, was den Grundsätzen eines geordneten Schiedsrichterwesens widerspricht. Es geht nur mit einer personellen Neuordnung. Das Schiedsrichterwesen darf kein Geheim-Orden sein", sagte Rauball in einem Interview mit der Welt.

Der DFB wertete am Montag die Akten aus. Mit einer Erklärung des Verbandes ist am Dienstag oder Mittwoch zu rechnen. Der 62-jährige Amerell ist inzwischen von seinen DFB-Ämtern zurückgetreten. Das bisherige Mitglied des Schiedsrichter-Ausschusses bestreitet weiter die Vorwürfe.

Autor: sid

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