Nicht weniger als 28 Mannschaften aus dem Kreis Bochum spielen in der Bezirksliga oder einer höheren Spielklasse. Mit Fug und Recht darf man also bei Bochum von einer

Bochum: Die Hinrundenbilanz der A-Kreisligen

"Showdown" am 3. Juni

28. Januar 2007, 15:24 Uhr

Nicht weniger als 28 Mannschaften aus dem Kreis Bochum spielen in der Bezirksliga oder einer höheren Spielklasse. Mit Fug und Recht darf man also bei Bochum von einer "Fußballhochburg" reden. Auch auf Kreisliga-Niveau rechtfertigt der Bochumer Fußball das Interesse, wie sich auch bei der Hinrundenbilanz der A-Ligen des Bochumer Fußballkreises zeigt.

Staffel 1:

Das offensivste Team der Liga heißt Blau-Weiß Weitmar 09. Die Elf von Andreas Gomolluch hat die zwar mit 44 Treffern die meisten Tore der Liga erzielt, aber auch für ein 11:0 gegen Kornharpen II gibt es bekanntermaßen nur drei Punkte. Und da die Kicker von der Roomersheide bisher erst 23 Zähler sammelten, ist für sie der Aufstieg kein Thema. Beim Lokalrivalen SC Weitmar 45 sieht es da schon anders aus. Die "Zweite" des Bezirksligisten steht aussichtsreich auf Platz drei und sollte die Mannschaft von Raffael Skrzypczak tatsächlich bis zum Schluss mit um den Aufstieg spielen, wird die Frage "Was wäre wenn?" am Waldschlösschen noch für interessante Spekulationen sorgen. Denn für die erste Mannschaft ist der Aufstiegszug in die Landesliga schon abgefahren. Ob die zweite ein "Aufstiegsverbot" erhält, oder ob die erste Mannschaft bis zu einem bestimmten Zeitpunkt so viele gute Spieler als möglich in die "Zweite" abgibt, um den Aufstieg zu ermöglichen - darüber wird in der Gerüchteküche bereits kräftig spekuliert.

Doch vielleicht war das Entscheidungsspiel um den Aufstieg schon am zweiten Advent in Altenbochum. Da fand der erste Rückrundenspieltag statt und die Spvgg. Gerthe entführte drei wichtige Zähler beim Spitzenreiter Post. Die Krampe-Elf überwintert allerdings dank des besseren Torverhältnisses trotz der 2:4-Heimniederlage auf Platz eins. Um den kämpft neben Weitmar, Gerthe und Post ein vierter Verein. Mit drei Punkten Rückstand befindet sich auch der Bezirksliga-Absteiger BV Hiltrop in Schlagdistanz und schaut man auf den Spielplan, so könnte es am letzten Spieltag zum absoluten Showdown kommen: Am 3. Juni hat Weitmar 45 den SC Post Altenbochum zu Gast und Hiltrop reist zum Ehrenmal nach Gerthe.

Im Abstiegskampf taucht in dieser Saison ein prominenter Name auf: Der Reserve von Vorwärts Kornharpen droht der Sturz in die Bedeutungslosigkeit der B-Liga. Keine gute Perspektive für einen Verbandsligisten, der um den Oberliga-Aufstieg mitmischt. Da mindestens ein Team aus jeder Staffel absteigt, müssen auch Bochum-Vöde und die DJK Hiltrop-Bergen, die ihr Saisonziel "gesichterter Platz im Mittelfeld" bisher krass verfehlt hat, bangen.

Staffel 2:

Noch enger als in Staffel 1 geht es bisher in der "Wattenscheider" Staffel im Meisterschaftsrennen zu. Die ersten Fünf trennen nur ganze zwei Zähler - noch dazu ist auch die Tordifferenz der Aufstiegskandidaten sehr ausgeglichen. Am letzten Hinrundenspieltag vergaben Höntrop und Amacspor Dahlhausen dabei die Gelegenheit, zuhause gegen die direkte Konkurrenz zu punkten. So ist es auch in der zweiten Staffel nicht unrealistisch, dass die Zuschauer am letzten Spieltag an der Engelsburger Straße ein echtes "Endspiel" geboten bekommen: Schwarz-Weiß Eppendorf empfängt Adler Dahlhausen.

Zur Abstiegszone dürfen sich alle Teams ab Tabellenplatz elf zählen. Geht es in der Rückrunde weiter wie bisher, dürfte am Saisonende das geflügelte Trainerfazit "Nie war es einfacher drinzubleiben als in dieser Saison" Anwendung finden. Oder anders ausgedrückt: Wer nicht einmal zwanzig Zähler holt, hat den Klassenerhalt auch nicht verdient.

Staffel 3:

Der Bochumer Süd-Osten und die Wittener Vereine sind in der Staffel beheimatet, in der die klarsten Verhältnisse herrschen. Der TuS Querenburg, der vor der Saison seinen ohnehin schon starken Kader mit vielen bekannten Namen (u.a. Schwede, Sango, von Netz) weiter aufstockte, patzte zwar am letzten Hinrundenspieltag in Rüdinghausen, sollte aber im Vergleich mit Concordia Wiemelhausen vor allem dank der überragenden Offensive - dreieinhalb Tore pro Spiel im Durchschnitt sprechen für sich - im Aufstiegsrennen die Nase vorn haben. Rot-Weiß Stiepel und die Überraschungsmannschaft der Hallensaison, TuS Kaltehardt, haben das Etikett "Verfolger" angesichts von 15 Punkten Rückstand schon nicht mehr verdient.

Portugal Witten scheint im Abstiegskampf schon etwas abgeschlagen zu sein, zumal der Vorletzte, Sportfreunde Schnee, noch eine Partie weniger auf dem Konto hat. Wo hingegen das Tabellenmittelfeld abzustecken ist, ist Ansichtssache. Fakt ist, dass die Teams zwischen Rang fünf und 13 nur sechs Punkte trennen. Nach oben wird keine dieser Mannschaften mehr zu schauen brauchen, nach unten die ein oder andere schon.

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