Die Lizenz in Gefahr, der Stadionbau unsicher, kein Trainingslager, Sascha Mölders weg: Die Umstände der Wintervorbereitung waren alles andere als einfach.

RWE: Im Test

Stachnik und die Neuen machen Mut

Aaron Knopp
12. Februar 2010, 20:17 Uhr

Die Lizenz in Gefahr, der Stadionbau unsicher, kein Trainingslager, Sascha Mölders weg: Die Umstände der Wintervorbereitung waren alles andere als einfach.

Dennoch zeigte RWE - auch durch die jüngsten Zugänge - Ansätze, die Mut machen. Zeigt das Team eine Trotzreaktion oder darf sich der geneigte Fan auf eine Restserie jenseits von Gut und Böse einstellen? Wer will, findet Vorzeichen für beide Varianten.

Vorbereitung:

Das Trainingslager raffte die Schwindsucht im Vereinsbudget dahin. Als das zunächst verschmerzbar schien, erahnte niemand die aktuellen Wetterkapriolen. Auf dem Rasenplatz ging durch den Dauerfrost häufig nichts. Das Alternativprogramm umfasste so ziemlich alles, was man unterm Dach machen kann: Von Hallenfußball über Spinning bis zum Boxen. Zwangsläufig schufteten die Kicker intensiv an den Grundlagen, konditionell sollte das Team voll auf der Höhe sein. Die Testspiele fielen dafür recht durchwachsen aus. Bei unterklassigen Gegnern wusste der Regionalligist voll zu überzeugen. Gegen Teams auf Augenhöhe wie Borussia Dortmund II oder Schalke II brach die Mannschaft phasenweise ein. Die Generalprobe beim Regionalligisten SV Schermbeck offenbarte zudem ein deutliches Leistungsgefälle innerhalb des Kaders.

Testspiele:

Germania Windeck - RWE 0:2
SF Niederwenigern - RWE 1:8
Twente Enschede - RWE 2:2
KFC Uerdingen - RWE 0:4
BVB II - RWE 5:0
Vogelheimer SV - RWE 0:11
Schalke II - RWE 3:2
SV Schermbeck - RWE 1:2

Bilanz:

8 Spiele, 5 Sieg, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 31:11 Tore Torschützen: Stachnik (6), Wunderlich (4), Heinzmann (3), Brauer (3), Lemke (2), Bendovskyi (2), Ouedraogo (2), Neumayr (2), Herzig (2), Stiepermann, Mölders, Chitsulo, Lorenz, Kurth.

Stärken:

Gegen unterklassige Gegner präsentierte sich das Team torhunggrig. Die Zugänge Daniel Chitsulo, Alassane Ouedraogo und Igor Bendovskyi sorgen für mehr Variabilität im Offensivspiel. Besonders nach dem Verlust von Sascha Mölders eine unabdingbare Qualität. Als überraschender Gewinner der letzten Wochen darf sich Timo Brauer fühlen. Dem Youngster glückte auf Anhieb der Sprung aus der U23. Zudem konnte Sebastian Stachnik als bester Torschütze andeuten, dass er die Rolle der zentralen Spitze ausfüllen kann.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/014/256-14709_preview.jpeg Timo Brauer (Foto: mmb).[/imgbox]
Schwächen:

Der Verlust von Mölders wiegt schwer und ist nur von mehreren Spielern aufzufangen. Während die Defensive den drittbesten Wert der Liga erzielte (16 Gegentore), war die Offensive schlicht zu ausrechenbar. Ohne die Treffer von Mölders hat RWE in 19 Spielen ganze neun Tore erzielt: Das Offensivspiel ist die größte Baustelle, die das Trainerduo zu beackern hat. Zudem zeigte RWE auch in der Vorbereitung immer wieder schwer erklärbare Einbrüche wie beim 0:5 gegen Dortmund II oder phasenweise gegen Schalke II.

Prognose:

Mölders‘ Abgang wiegt schwer. Mit mehr Flexibilität und Torgefahr kann der Verlust des Knipsers aber kompensiert werden, RWE stabilisiert sich nach den Unruhen der Hinserie und wird Vierter.

Wunschelf:

Maczkowiak - Cannata, Herzig, Zinke, Bührer - Neubauer - Neumayr, Wunderlich, Bendovksyi - Chitsulo, Stachnik.

Autor: Aaron Knopp

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