Dem 0:2-Desaster gegen St. Pauli folgt der nächste Paukenschlag. In letzter Sekunde hat der MSV das Personalkarussell noch einmal kräftig gedreht.

Mit Update:

Sandro Wagner wechselt nach Bremen

Thorsten Richter & Philipp Zimmer
31. Januar 2010, 12:05 Uhr

Dem 0:2-Desaster gegen St. Pauli folgt der nächste Paukenschlag. In letzter Sekunde hat der MSV das Personalkarussell noch einmal kräftig gedreht.

Und die Rotation hat Publikumsliebling Sandro Wagner aus dem Duisburger Sitz geworfen. Der Stürmer geht mit sofortiger Wirkung zu Werder Bremen. Dafür wechseln im Austausch Dusko Tosic und Kevin Schindler auf Leihbasis bis zum Sommer von der Weser an die Wedau.

Der Abgang Wagners trifft die Fans allerdings ins Mark. Zwar hat der U21-Nationalspieler in dieser Saison nur sechs Partien für die Zebras absolviert, hat sich aber mit seinen fünf Buden auch gleich in die Herzen der Anhänger geschossen. Doch dann legte ihn sein Kreuzbandriss auf Eis. „Wir haben uns mehrfach mit Sandro über die Zukunft unterhalten“, berichtet Bruno Hübner, der den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem Ex-Münchner gerne frühzeitig verlängert hätte. Allerdings hat der 22-Jährige, der im Sommer den EM-Titel holte, die halbe Bundesliga auf sich aufmerksam gemacht. „Wir hätten ihn nicht halten können“, erzählt Hübner. Und bevor Wagner ablösefrei gehen kann, hat der Manager und Geschäftsführer noch einmal die klammen Kassen des MSV aufgebessert. Zwar haben beide Seiten Stillschweigen über die Summe vereinbart, aber „wir hätten es nicht gemacht, wenn es sich nicht für uns lohnen würde“, streicht Walter Hellmich heraus. Nach RS-Informationen soll sich der Gegenwert mit dem Austausch-Geschäft von Tosic und Schindler auf rund 500.000 Euro belaufen. Darin enthalten ist allerdings auch das Gehalt für das Duo, welches Werder zum Großteil übernimmt.

Wagner, der im U21-EM-Finale gegen England (4:0) gleich zwei Tore markierte, wovon eins sogar zum „Tor des Monats“ im Juni gewählt wurde, wagt nun den Sprung zurück in die Bundesliga, die er noch aus seiner Münchener Zeit kennt. „Natürlich hat er immer betont, sich bei uns wohl zu fühlen und auch bleiben zu wollen, aber für seine Karriere ist dieser Schritt unumgänglich“, hebt Hübner an: „Er hätte für uns die letzten drei Spiele bestritten. Ob es dann aber auch seine alte Qualität gewesen wäre, hätte in den Sternen gestanden. So kann er sich schon an sein neues Umfeld gewöhnen.“

Das müssen ab sofort auch Tosic und Schindler. Am Montag-Morgen werden sie den medizinischen Check in der Sportklinik Duisburg machen, danach geht es mit den neuen Kameraden auf den Platz, um vielleicht bereits am Sonntag in Düsseldorf aufzulaufen. Während Defensiv-Spezialist Tosic aktueller Nationalspieler Serbiens ist, konnte sich der von Werder nach Augsburg ausgeliehene Schindler beim FCA nicht behaupten. „Dusko ist ein klasse Mann“, schnalzt Hübner mit der Zunge. Und wenn man das Match gegen St. Pauli zu Rate zieht, ist Handlungsbedarf in der Defensive dringend nötig. Und vorne drückt trotz der Zugänge von Srdjan Baljak und Dario Vidosiv der Schuh. „Kevin hat in Bremen schon bewiesen, dass er es kann. Das ist auf jeden Fall ein Super-Coup für uns“, ist Hübner überzeugt.

Dass das Duo wie auch schon Vidosic, Änis Ben-Hatira oder Caiuby nur bis zum 30. Juni 2010 ausgeliehen ist, stört Hellmich nicht. „Sandro kann uns nicht sofort weiterhelfen, die beiden schon.“ Und auch die Tatsache, dass im Sommer gleich 16 (!) Kontrakte auslaufen, nimmt der Bauunternehmer gelassen zur Kenntnis. Bleibt für den MSV nur zu hoffen, dass er es nicht zu locker sieht ...

Autor: Thorsten Richter & Philipp Zimmer

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren