Bei der SpVg. Holzwickede ist die Zeit der Entscheidungen angebrochen. Spielertrainer Marcus Reis teilte der Vereinsspitze mit, dass er in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Nach vier Jahren beim Traditionsverein sei die Zeit für eine neue Herausforderung kommen, meinte der Trainer. Vor Reis' letztem Halbjahr in Holzwickede kehren zudem vier Spieler dem Verein den Rücken.

Bezirksliga 8: HSV-Trainer Marcus Reis geht am Saisonende, vier Spieler schon im Winter

Kein Reis mehr im Sommer

Felix Guth
24. Januar 2007, 21:59 Uhr

Bei der SpVg. Holzwickede ist die Zeit der Entscheidungen angebrochen. Spielertrainer Marcus Reis teilte der Vereinsspitze mit, dass er in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Nach vier Jahren beim Traditionsverein sei die Zeit für eine neue Herausforderung kommen, meinte der Trainer. Vor Reis' letztem Halbjahr in Holzwickede kehren zudem vier Spieler dem Verein den Rücken.

"Es gab von Vereinsseite keine Signale, dass ich unbedingt weitermachen sollte", sagt Reis, der nach holprigem Saisonstart mit dem HSV Tabellendritter ist. Der Coach wollte nicht länger auf eine Entscheidung des Vorstands warten und nahm so die Zügel selbst in die Hand. "Große Umstimmungsversuche gab es nicht", sagt der 35-jährige. Holzwickedes Vorsitzender Rolf Unnerstall glaubt, "dass Marcus bis zum letzten Spieltag alles für den Verein geben wird." Bei der Suche nach einem Nachfolger will sich die HSV-Spitze Zeit lassen. "Der neue Mann muss passen", sagt Unnerstall.

Reis kam vor vier Jahren vom Lüner SV zum deutschen Amateurmeister des Jahres 1976. "Man hat mir die Chance zu einem Einsteig in das Trainergeschäft gegeben und dafür bin ich dankbar", sagt er. Besonders in den letzten eineinhalb Jahren sei der Druck aber immer größer geworden. Großen Unfrieden gab es zu Saisonbeginn, als neben sportlichem Misserfolg auch atmosphärische Störungen innerhalb der Mannschaft Reis' Arbeit beeinträchtigten.

Doch nach einigen Aufräum-Maßnahmen des Trainers fand sich die Mannschaft und blieb in den letzten zehn Spielen vor der Winterpause ohne Niederlage. "Das ist eigentlich eine Situation, in der man nicht unbedingt den Trainer wechselt", sagt Marcus Reis etwas verwundert über den fehlenden Rückhalt des Präsidiums. Konkrete Optionen für die Zeit nach dem Sommer gebe es im Moment nicht. Lediglich "einige lockere Anfragen" seien eingegangen. Reis will dabei in Zukunft nur noch als Trainer arbeiten "Da kann man besser auf die Mannschaft einwirken, als wenn man zusätzlich noch auf dem Platz steht."

Für vier Spieler endet ihre Zeit beim HSV hingegen mit sofortiger Wirkung: Tim Parke (ASC 09 Dortmund), Lars Sokolowski (Westfalia Wickede), Marc Müseler (SSV Mühlhausen II) und Cyriel Kibiti (Ziel unbekannt) verlassen den Klub. Einen großen sportlichen Substanzverlust bedeutet dies aber nach Aussage von Marcus Reis nicht. Lediglich Müseler "hätte ich gerne gehalten."

Sokolowski und Parke kamen zuletzt ohnehin nur noch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Reis hatte die beiden Spieler als Hauptverursacher der Mannschaftskrise im Spätsommer ausgemacht. "Sie waren nicht alleine verantwortlich. Aber ich musste eine Entscheidung treffen", so der Trainer. Beide suchen nun in ihrer alten sportlichen Heimat das Glück. Parke will mit dem ASC den Landesliga-Aufstieg perfekt machen, Sokolowski an alter Wirkungsstätte in Wickede den Abstieg in die Bezirksliga verhindern.

Personell nachrüsten werde der HSV in der Winterpause nicht mehr, zumal der Kader mit 18 Spielern immer noch breit besetzt ist. "Wir werden die A-Jugendlichen noch stärker einbauen", kündigt Marcus Reis an. Für die aktuelle Holzwickeder Mannschaft steht jetzt ein entscheidendes halbes Jahr an. "Der Verein hat sich für die Zukunft einiges vorgenommen", weiß der (Noch)-Trainer. Umso genauer werden die Verantwortlichen nun hinschauen, auf wen sie in der Zukunft bauen können.

Autor: Felix Guth

Mehr zum Thema

Rubriken

Kommentieren