Es war der 8. Februar 2009, als Hamms Michael Kaminski den wohl bittersten Moment seiner Fußballer-Karriere erlebte. Nun steht er vor seinem Comeback.

Hamm: Kaminski zurück

Ein Jahr Pause, Leiden wie Kehl und Mainka

30. Januar 2010, 09:19 Uhr

Es war der 8. Februar 2009, als Hamms Michael Kaminski den wohl bittersten Moment seiner Fußballer-Karriere erlebte. Nun steht er vor seinem Comeback.

Beim Stand von 3:1 für die Hammer Spielvereinigung bei den Sportfreunden Oestrich (Endstand 3:2) wurde der Linksverteidiger vor knapp einem Jahr in der 80. Minute ausgewechselt.

Ein stechender Schmerz hatte sich in der Leistengegend gemeldet, der gewöhnungsbedürftige Kunstrasen im Schledde-Stadion " die Probleme verursacht. "Ich dachte erst, es wäre nur eine Zerrung und habe nach drei Wochen wieder trainiert. Doch das war zu früh", erinnert sich Kaminski.

Denn die Schmerzen gingen nicht weg, sondern wurden immer schlimmer. Am 19. April feierte der Abwehrkicker beim 1:1 gegen MSV Duisburg II ein einstündiges Comeback, doch das sollte bis heute sein letztes Pflichtspiel für die "Rothosen" gewesen sein. "Ich habe mich dann mehreren Untersuchungen unterzogen und dabei stellten die Ärzte eine Schambein-Entzündung fest. Da war für mich klar, dass ich erst einmal für eine ganze Zeit auf Fußball verzichten müsse", blickt Kaminski zurück.

Die Verletzung setzt zum Beispiel Borussia Dortmunds Kapitän Sebastian Kehl bis heute außer Gefecht, auch Robert Mainka von Rot-Weiss Essen weiß ein Lied davon zu singen, wie lange es dauert, bis eine Schambein-Entzündung auskuriert ist. "Ich bin selbst Physiotherapeut und könnte mich auch ganz gut selbst behandeln. Viel wichtiger ist aber, dass die Beschwerden irgendwann weggehen und man wieder ganz normal trainieren kann", betont der Schalke-Fan.

Erst im neuen Jahr ist Kaminski wieder voll ins Mannschaftsprogramm zurückgekehrt. Nun ist der 25-Jährige ganz froh darüber, dass die ersten Partien in der NRW-Liga dem strengen Winter zum Opfer fallen. "Konditionell bin ich schon wieder gut dabei, aber mir fehlt natürlich die Praxis. Ein paar Testspiele würden mir daher noch gut tun", hofft er darauf, dass die voraussichtliche Absage der Begegnung am Sonntag beim ETB durch ein Freundschaftsmatch kompensiert wird. "Gegen Preußen Münster II habe ich schon eine Halbzeit mitgemischt und zuletzt gegen den SC Verl 35 Minuten. Das hat gut geklappt, vor allem, weil ich nachher keine Probleme hatte", freut sich Kaminski, dass er bisher keinen erneuten Rückschlag erleiden musste.

Irgendwann in den nächsten Wochen wird der Dauerfrost in Deutschland vorüber sein - und der Langzeit-Patient wieder die linke Seite der HSV dicht machen. "Ich kann wirklich nicht verstehen, warum im Januar überhaupt schon Spiele im Amateurfußball angesetzt werden. Es ist doch vorprogrammiert, dass die ausfallen", fällt Kaminski in die aktuelle Diskussion um den Rahmen-Terminkalender in den unteren Ligen ein. "Wir könnten doch locker bis Mitte Juni spielen, dann wären wir auch aus der Nummer mit den ganzen Nachholpartien unter der Woche raus."

Genau das denken sich die Staffelleiter auch!

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