Eigentlich dachten die Mitglieder, dass der FC Remscheid seit dem letzten Donnerstag wieder in ruhigerem Fahrwasser unterwegs ist, als das jüngst der Fall war.

Remscheid: JHV-Tumulte

Schüttrumpf lässt Mitglieder kochen

Christian Krumm
22. Januar 2010, 14:57 Uhr

Eigentlich dachten die Mitglieder, dass der FC Remscheid seit dem letzten Donnerstag wieder in ruhigerem Fahrwasser unterwegs ist, als das jüngst der Fall war.

Mit einem neuen Vorstand, angeführt von Dieter Maar, sollte alles besser werden. Doch es kam alles anders.
Nach nur zehn Minuten brach der derzeitige Präsident Dirk Schüttrumpf die Jahreshaupt-Versammlung ab. „Wir mussten die Versammlung beenden, weil die Einladung nicht fristgemäß bei den Mitgliedern eingetroffen ist. Somit wären alle Beschlüsse anfechtbar gewesen. Das wollen wir auch einem möglichen neuen Vorsitzenden nicht antun“, erklärte Schüttrumpf den Formfehler.

Daraufhin mussten er und seine Kollegen von den Mitgliedern aggressive Kritik einstecken, die Situation drohte sogar zu eskalieren. Laute „Vorstand raus“-Rufe hallten durch den Saal im Mercure-Hotel. Die Leute stellten sich nämlich die Frage: Warum ließ der Vorstand die Leute erst anreisen und gab es nicht schon zuvor bekannt? Schüttrumpfs Antwort: „Natürlich wussten wir das schon vorher, doch wir wollten unseren Mitgliedern einmal die Gelegenheit geben, zu sehen, wie in diesem Klub gearbeitet wird.“ Sein Zusatz: „Das war nämlich ganz klar ein Lapsus der Geschäftsstelle. Wenn man möchte, dass die Sache schnell über die Bühne geht, dann muss man sorgfältiger zu Werke gehen."

Das Schauspiel ist aber damit nicht zuende, denn erst kurz vor der Jahreshauptversammlung beauftragten die Vorsitzenden den Geschäftsstellenleiter Claus Rodeck, sich um Stimmkarten für die Wahlen zu kümmern, obwohl man genau wusste, dass es keine Wahlen geben wird. „Man muss dabei gewesen sein, um das zu glauben“, erklärte Ehrenpräsident Bernd Koch. „Ich möchte aber zu diesen Leuten keinen Kommentar abgeben, weil es mir ausschließlich um den FC Remscheid geht.“

Koch war es auch, der von den Mitgliedern Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung sammelte, nachdem sich der Vorstand um Schüttrumpf aus dem Staub machte. „Das ist ja nichts neues“, bleibt Schüttrumpf gelassen. „Das hat doch vor kurzem erst die Jugendabteilung gemacht. Das können die Leute aber jederzeit tun. Ich kann nur sagen, dass die nächste JHV bald ansteht und diesmal laden wir fristgerecht und satzungsgemäß ein.“ Wieviel Erfolg der Antrag haben wird, ist derzeit offen. Auch Koch kann es nicht abschätzen: „Das weiß ich wirklich nicht.“

Der Vorstand steht also mächtig unter Druck, von den 83 stimmberechtigten Mitgliedern unterschrieben 75 auf der Liste. Darunter auch Trainer Zeljko Nikolic, der erst vor kurzem seinen Vertrag beim FCR verlängert hat, und die komplette erste Mannschaft, die bereits darüber nachdenkt, unter diesem Vorstand nicht mehr auflaufen zu wollen. „Sollten sie das tun, verhalten sie sich auf jeden Fall vereinsschädigend“, bringt Schüttrumpf kein Verständnis für die Kicker auf. „Außerdem wurde erzählt, dass die Spieler auf Gehalt warten mussten. Das Geld ist komplett bezahlt. Dieser Vorwurf ist also vollkommen aus der Luft gegriffen.“

Das sieht Marc Bach, Mitglied des Mannschaftsrates ganz anders: „Das stimmt so nicht. Wir haben Spieler, die am Anfang der Saison auf Festgehalt verzichtet haben und sich mit Prämien zufrieden gegeben haben. Diese Jungs haben noch gar kein Geld vom Verein gesehen.“ Er fügt hinzu: „Außerdem hat Dieter Maar uns bezahlt und nicht der Vorstand.“ Viele Leute hoffen nun wie Ehrenpräsident Koch: „Wir müssen den Vorfall im Sinne des Vereins als Chance auf einen Neuanfang sehen.“

Autor: Christian Krumm

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