MSV: Trikot-Partner Iceline bleibt trotz Abstieg heiß / Weiter in Uhlsport

tt
05. Mai 2006, 09:44 Uhr

Durch das Kurz-Gastspiel in der Bundesliga hat sich der MSV Duisburg nach fünf trostlosen Jahren im Unterhaus zwar oben zurückgemeldet, aber ein PR-Feldzug oder der Beginn einer neuen Epoche waren die vergangenen Monate nun wahrlich nicht.

Durch das Kurz-Gastspiel in der Bundesliga hat sich der MSV Duisburg nach fünf trostlosen Jahren im Unterhaus zwar oben zurückgemeldet, aber ein PR-Feldzug oder der Beginn einer neuen Epoche waren die vergangenen Monate nun wahrlich nicht.
In wenigen Wochen geht es wieder gegen Wacker Burghausen, Erzgebirge Aue oder den aufstrebenden SC Paderborn 07. Kategorie: Unbequem und Anti-Zuschauer-Magnet. Björn Bremer, Geschäftsführer der Zebras, kann exakt einordnen, was der Absturz aus dem elitären Ball-Zirkel bedeutet: "Wir haben in dieser Saison über 14.000 Dauerkarten verkauft. Dass es eine Etage tiefer nicht die gleiche Resonanz geben wird, ist uns bewusst. Wenn wir etwa die Hälfe, also 7.000 Saison-Abos an den Fan bringen würden, wäre das schon toll. Momentan ist natürlich keine Euphorie mehr vorhanden, die muss erst neu aufgebaut werden. Wenn die Zuschauer merken, dass wieder eine attraktive Mannschaft zusammengestellt wird und die Fußball-Weltmeisterschaft vorbei ist, dann wird der MSV Duisburg wieder mehr in den Vordergrund rücken."
Finanziell muss sich der MSV weiter zur Decke strecken, bei der Lizenz-Erteilung werden rund 700.000 Euro Transfer-Überschuss erwartet, bevor es "grünes Licht" aus Frankfurt gibt. Rund 1,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten drücken und werden wohl in der kostenintensiven Zweitklassigkeit kaum abgebaut werden können. Björn Bremer: "Zudem darf man nicht vergessen, dass es für uns nur noch die Hälfte an TV-Einnahmen gibt." Etwa 4,5 Millionen Euro, je nach Verteilerschlüssel, kann der MSV Duisburg einplanen, um einen Kader mit Aufstiegs-Ambitionen zu formen, sind auch externe Quellen erforderlich. Präsident Walter Hellmich mahnte in der Vergangenheit schon mehrfach fehlende Unterstützung in der Großstadt Duisburg an, die Bundesliga-Phase konnte keinen Boom im Gönner-Bereich auslösen, das schmucke Stadion wartet weiter auf einen Namen, wie er zum Beispiel auf Schalke (Veltins Arena), in Köln (RheinEnergy Stadion) oder in Dortmund (Signal-Iduna-Park) in dicken Lettern am Dach prangt.
Immerhin bricht den Quergestreiften nicht der komplette Sektor weg, der Vertrag mit Trikot-Partner Iceline GmbH, dem weltweit operierenden Tiefkühl-Produkte-Hersteller, gilt auch nach der Rückkehr in die ungeliebte Zweitklassigkeit. Für die Bundesliga-Phase war der Sponsoring-Betrag an das Abschneiden gekoppelt, lag aber über der Millionen-Grenze. Ab Sommer wird der MSV dem Vernehmen nach mit rund 750.000 Euro auskommen müssen.
Claudia Tacke, bei Iceline für das Firmen-Marketing zuständig: "Unsere Zusammenarbeit läuft unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit weiter. Wir haben zu Zweitliga-Zeiten angefangen, haben dann den Aufstieg miterlebt. Der Weg war absolut richtig."
Die frühere Ski-Fahrerin erklärt: "Durch den Abstieg des MSV Duisburg sehen wir aber keinen Image-Schaden, wir haben durch die letzten Monate viel positives Feedback erhalten. Natürlich hätten wir es uns gewünscht, wenn der MSV weiter erstklassig geblieben wäre. In der höchsten Spielklasse ist die Akzeptanz und die Berichterstattung viel umfangreicher." Grundsätzlich wird das Verhältnis zu den Zebras durch das Verfehlen des Saisonziels keineswegs getrübt. Claudia Tacke deutlich: "Wir stehen auf keinen Fall in Kritik zum MSV. Im Laufe der nächsten Saison entscheiden wir, ob wir die Zusammenarbeit mit den Duisburgern fortsetzen." Neben dem Engagement bei den Blau-Weißen ist die Iceline GmbH auch bei Neu-Bundesligist Alemannia Aachen und Hertha BSC Berlin (Stadion-Werbung, Catering) präsent. Außerdem engagiert sich die Firma, die ihren Hauptsitz in Karlsruhe hat, im Basketball sowie Eishockey.
Björn Bremer und seinen Mitstreitern kommt es durchaus gelegen, dass nicht in allen Bereichen neue Claims erforderlich werden. "Es ist gut, dass wir nicht alle Felder neu beackern müssen", nickt der ehemalige Nürnberger, "Iceline bleibt unser Trikot-Werbepartner, auch der Vertrag mit Ausrüster Uhlsport behält Gültigkeit. Diese Kontrakte waren ohnehin alle längerfristig ausgelegt." Auf der anderen Seite muss der Gürtel nichtsdestotrotz enger geschnallt werden. Bremer: "Die Erträge sinken, im gleichen Maße müssen die Spieler-Gehälter nach unten korrigiert werden, sonst kann man das nicht mehr stemmen. Wir werden hier weiter hart arbeiten, um einen attraktiven MSV bieten zu können." Doch das saftige Merchandising-Gras ist in den kommenden Wochen eher wieder ein mageres Pflänzchen...

Autor: tt

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