Die Duisburger Fan-Gemeinde sorgt sich. Zu Recht. Kein Tag vergeht ohne neue Nachricht, wonach sich Teile der Truppe in sämtliche Winde zerstreut.

MSV: "Ja" zu Vaclav Sverkos, "Löwe" Stefan Reisinger im Visier

tt
28. April 2006, 09:35 Uhr

Die Duisburger Fan-Gemeinde sorgt sich. Zu Recht. Kein Tag vergeht ohne neue Nachricht, wonach sich Teile der Truppe in sämtliche Winde zerstreut.

Die Duisburger Fan-Gemeinde sorgt sich. Zu Recht. Kein Tag vergeht ohne neue Nachricht, wonach sich Teile der Truppe in sämtliche Winde zerstreut. Der Begriff "Scherbenhaufen" wird gerade nach dem unbefriedigenden Intermezzo von Jürgen Kohler genannt, doch Walter Hellmich, Club-Chef der Duisburger, lässt sich nicht vor den Panik-Karren spannen.
"Vieles wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird", mahnt der 62-Jährige zur Besonnenheit. Und das, obwohl Uwe Möhrle bereits als Neuzugang beim VfL Wolfsburg vermeldet wird, ein Markus Kurth zum Verpflichtungs-Kreis der Aachener Alemannia zählt, Abelaziz Ahanfouf mit mehreren Profi-Clubs (Leverkusen, Mainz, Cottbus) in Verbindung gebracht wird. Publikums-Liebling Tobias Willi soll auf der "to do-Liste" des VfL Bochum stehen, Klemen Lavric taucht auf englischen Notiz-Zetteln auf (u.a. Bolton Wanderers), Mihai Tararache lockt ebenfalls Interessenten, müsste allerdings aus seinem Kontrakt herausgekauft werden. Die Kontrakte von Marino Biliskov, Carsten Wolters sowie Thomas Baelum laufen zum 30. Juni aus, das Arbeits-Papier von Peter van Houdt gilt nur für die Bundesliga. Bei Alexander Bugera, unter Jürgen Kohler mega-gefrustet und links liegen gelassen, existiert nach RS-Informationen eine Ausstiegs-Klausel. Alles Punkte, die nicht gerade beruhigt in die Zebra-Zukunft blicken lassen. Walter Hellmich: "Bei uns bricht nichts auseinander. Die Leute, denen jetzt Kontakte zu anderen Vereinen nachgesagt werden, sind noch gar nicht weg. Mit Uwe Möhrle werde ich noch sprechen, die anderen Sachen klären wir auch noch."
In der Trainer-Frage will der erfolgreiche Unternehmer, der im wahrsten Sinne des Wortes von einer Baustelle zur nächsten jagt, "gegen Ende nächster Woche" eine Entscheidung bekannt geben. Gestern nahm er recht amüsiert das Spekulations-Karussell zur Kenntnis. "Allerhand, was da so an Namen auftaucht", findet Hellmich und erklärt im Hinblick auf Uwe Rapolder, Uwe Röber und Martin Andermatt: " Die Spur kann man gerne verfolgen, aber nicht für den MSV Duisburg. Zu den genannten Leuten gibt es keinerlei Kontakte."
Umso intensiver bemühen sich die Zebras wieder um Vaclav Sverkos. Der Tscheche hatte dem MSV im Winter einen Korb gegeben, war überraschend zu Hertha BSC Berlin abgedüst. Dieter Mertens, Chef-Scout der Zebras: "Seine Familie wohnt in Viersen, er möchte wieder hier in der Nähe spielen. Der Junge hat zweifellos Qualitäten, müsste nur noch torgefährlicher werden." Borussia Mönchengladbach wäre zu einem erneuten Sverkos-Leihgeschäft bereit. Außerdem im Visier der Meidericher: Stefan Reisinger. Am Angreifer war der MSV schon im vergangenen Frühjahr dran, als er noch für Wacker Burghausen erfolgreich auf Torejagd ging. Reisinger entschied sich aber für die Münchner "Löwen", wurde dort aber in ein anderes System gepresst und verlor deutlich an Durchschlagskraft. Gestern, Mittwoch, düste Dieter Mertens nach Hoffenheim, sah sich die U20-Nationalelf gegen die Schweiz an. Mertens: "Wir sehen uns auch nach Talenten um, schließlich müssen wir verjüngen. Mit einem Alex Meyer sind wir sehr gut gefahren. Schade, dass er uns Richtung Leverkusen verlässt."

Autor: tt

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