Schon seit Wochen wollen die Gerüchte um den ESC Preußen nicht abreißen: Rückzug des Hauptsponsors Kabelcom, Finanzengpass, Spielerabwanderung. Das Bild, dass der ESC bei der Hallen-Stadtmeisterschaft abgab, tat sein Übriges, die Spekulationen zu nähren. Revierkick sprach mit Andreas Bierkandt, Pressesprecher des ESC Preußen, über akute Probleme und Zukunftsperspektiven des Bezirksligisten.

Im Interview: Andreas Bierkandt (Pressesprecher ESC Preußen Essen)

"Die Zukunft heißt wohl Kreisliga A"

Aaron Knopp
19. Januar 2007, 14:27 Uhr

Schon seit Wochen wollen die Gerüchte um den ESC Preußen nicht abreißen: Rückzug des Hauptsponsors Kabelcom, Finanzengpass, Spielerabwanderung. Das Bild, dass der ESC bei der Hallen-Stadtmeisterschaft abgab, tat sein Übriges, die Spekulationen zu nähren. Revierkick sprach mit Andreas Bierkandt, Pressesprecher des ESC Preußen, über akute Probleme und Zukunftsperspektiven des Bezirksligisten.

Revierkick: Glaubt man den kursierenden Gerüchten, müssen Sie mit einem runderneuerten Kader in die Rückrunde gehen, da der Hauptsponsor sich zurückzieht und Sie Spielergehälter nicht mehr zahlen konnten. Ist das korrekt?

Bierkandt: „Ja, ein Hauptsponsor, der den Verein bisher über Wasser gehalten hat, ist abgesprungen. Dann kam noch eine Steuernachzahlung hinzu, verursacht durch Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Und es ist ja kein Geheimnis, dass auch schon auf diesem Niveau Aufwandsentschädigungen gezahlt werden, was wir in dem Fall nicht mehr konnten.“

Revierkick: Dann stimmt es auch, dass einige Spieler die Konsequenz daraus gezogen haben und den Verein verlassen werden?

Bierkandt: „Sechs bis zehn Spieler werden wir verlieren. Sechs sind jetzt schon weg. Das Ganze entscheidet sich jedoch endgültig erst zum 20. Januar. Bis dahin haben wir eine Frist gesetzt, dann werden wir sehen, wie es genau mit dem Sponsor weitergeht. Ich bin aber ganz guter Dinge, dass wir den Abgang weiterer Spieler verhindern können, es also bei den sechs Spielern bleibt.“

Revierkick: Wie wollen sie das kompensieren?

Bierkandt: „Wir werden das größtenteils mit Spielern der zweiten Mannschaft auffüllen, eventuell noch den ein oder anderen aus der Jugend hochziehen, was zur Folge hat, dass wir eventuell die zweite Mannschaft zurückziehen werden. Wie gesagt, ich bin aber ganz optimistisch, dass wir mit dem Sponsor eine Regelung finden, die es uns erlaubt, weitere Abgänge zu verhindern. Dann könnte auch der Spielbetrieb der zweiten Mannschaft fortgeführt werden. Auf keinen Fall werden wir aber die erste Mannschaft abmelden. Wir spielen die Saison auf jeden Fall zu Ende.“

Revierkick: Wie geht es nach der Saison weiter mit dem ESC Preußen?

Bierkandt: „Die Zukunft heißt wohl Kreisliga A. Sportlich könnten wir den Klassenerhalt zwar eventuell sogar schaffen, da wir schon relativ viele Punkte geholt haben, aber wir haben keine Finanzen, um für die neue Saison wieder eine Bezirksligamannschaft aufzubauen. Die Summen können wir einfach nicht mehr zahlen, das kann auch nicht durch Kleinsponsoren aufgefangen werden. Auf Sicht wollen wir uns dann natürlich aber auch wieder nach oben orientieren, wenn wir auch alles versuchen, um doch in der Bezirksliga zu bestehen, denn es ist immer leichter, die Klasse zu halten, als aus der Kreisliga wieder aufzusteigen. Und wir möchten am Ende auch nicht irgendwo im Sumpf der zweiten Mannschaften verschwinden.“

Autor: Aaron Knopp

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