MSV: Andreas Voss auf der nächste Comeback-Etappe

tt
21. April 2006, 10:33 Uhr

Und weiter geht die "Tour der Leiden" von Andreas Voss.

Und weiter geht die "Tour der Leiden" von Andreas Voss. Die Arbeits-Biene, mit energiegeladenen Vorstellungen maßgeblich am Aufstieg in die Bundesliga beteiligt, entwickelte sich gleich beim ersten Training zum "Seuchenvogel", musste die erste Einheit nach wenigen Minuten mit Knie-Verletzung abbrechen.
Nach einigen verwirrenden Diagnosen wurde schließlich ein komplizierter Knorpelschaden festgestellt, am Dienstag wurde "Vossi" in der Charité in Berlin zur Voruntersuchung vorstellig, gestern stand ein mehrstündiger Transplantations-Eingriff auf dem Plan.
"Die Fans, die beim letzten Heimspiel ein zehn Meter langes Spruchband mit Genesungs-Wünschen für mich überreicht haben, sind ein Ansporn zum Quälen für mich", erhielt der Mittelfeld-Spieler durch das Bekenntnis von den Rängen mächtig Rückenwind.
Der einstige Wolfsburger erklärt: "Nach der OP wartet noch ein langer Weg auf mich. Die Anwachs-Phase dauert sechs bis acht Wochen, dann kommen Bewegungen, Muskelaufbau, bis es endlich wieder ans Fußball-Spielen geht. Ein Comeback im Sommer wäre sicherlich zu früh, das ist nicht zu schaffen. Es geht eher Richtung Januar. Das ist noch eine ziemliche Zeitspanne." Die Frage, warum er sich den dornenreichen Genesungs-Gang überhaupt weiter zumutet, beantwortet der Defensiv-Stratege so: "Ich mache es, damit es sich für mich irgendwann lohnt. Vom Typ her bin ich jemand, der es schaffen kann, auch wenn es viele Frust-Erlebnisse und Rückschläge gab. Viele Leute sprechen mich an, machen mir Mut. Das gibt Auftrieb. Sonst würde man sich schon irgendwann fragen: Warum das alles?"
Beim letzten Match gegen Hamburg saß "Vossi" zusammen mit Freundin Tina, die ihn jetzt nach Berlin begleitet hat, auf der Tribüne, drückte vergeblich die Daumen. Das Genesungs-Geschenk, nämlich den Klassenerhalt zu schaffen, kann die Truppe ihrem Pechvogel nicht überreichen. "Vossi": "Wir haben viel getan, um wieder hochzukommen. Klar ist man da traurig, wenn es nach einem Jahr wieder runter geht. Speziell ich hatte überhaupt nichts von der Bundesliga." Ein Aspekt, der letztlich auch wieder anspornen kann.

Autor: tt

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