So saft- und kraftlos wie sich die Schalker gegen Köln präsentierten, muss man einen abermaligen Kraftakt am kommenden Donnerstag gegen den FC Sevilla (20.30 Uhr) in Zweifel ziehen.

Slomka fühlt mit Kuranyi: "Geht ihm nahe"

hb
19. April 2006, 09:42 Uhr

So saft- und kraftlos wie sich die Schalker gegen Köln präsentierten, muss man einen abermaligen Kraftakt am kommenden Donnerstag gegen den FC Sevilla (20.30 Uhr) in Zweifel ziehen.

So saft- und kraftlos wie sich die Schalker gegen Köln präsentierten, muss man einen abermaligen Kraftakt am kommenden Donnerstag gegen den FC Sevilla (20.30 Uhr) in Zweifel ziehen.

"Ein 1:1 so wie gegen Köln würde sicher nichts gutes bedeuten", weiß Mirko Slomka, dass man sich erheblich steigern muss, um ins Finale in Eindhoven einzuziehen. Dennoch könnte es gerade an der zu erwartenden Stärke der Spanier liegen, dass die Serie der unsäglichen Vorstellungen gegen auf dem Papier leichte Kandidaten ein Ende findet. "Die Chancen stehen 50 zu 50", mutmaßt Gerald Asamoah, gibt aber auch gleich zu bedenken: "Jetzt sind wir so weit gekommen, jetzt wollen wir natürlich auch ins Finale". Der Wettbewerb heißt UEFA-Cup, in dem die Königsblauen bisher überzeugende Argumente für den erneuten Gewinn der Silbertrophäe nach 1997 lieferte. "Sevilla ist ein schwerer Gegner, der uns alles abverlangen wird", glaubt Christian Poulsen.

Im Hinspiel kommt es darauf an, sich eine gute Ausgangsposition für die entscheidende Partie eine Woche später in Andalusien zu verschaffen. Slomka nimmt daher vor allem die Angreifer in die Pflicht. "Dass wir keine Tore schießen, ist schon seit 14 Tagen ein Thema. Eigentlich wollten wir im Training an ganz anderen Dingen arbeiten, aber jetzt werden wir vor allem am Abschluss feilen", kündigt der 38-Jährige an.

Nach einem Erfolgserlebnis dürstet insbesondere Kevin Kuranyi. Die gestrige Leistung des Nationalstürmer nährte einmal mehr Zweifel, ob sich Schalke eine Gefallen darin tat, 6,9 Millionen Euro für einen Spieler mit derart limitierten fußballerischen Fähigkeiten auf den Tisch zu legen. "Kevin wollte von der ersten Minute an zeigen, dass er zurecht bei uns in der ersten Elf steht und für Deutschland bei der WM spielen kann. Leider war er dabei sehr glücklos", nahm Slomka dem Frauenschwarm in Schutz. Im Gegenteil: Angesichts der Pfiffe von den Rängen machte der Coach Kuranyi Mut, weiter an sich zu glauben. "Das geht ihm doch selbst nahe, was da von außen passiert. Ich kann die Leute ja verstehen, dass sie besseren Fußball sehen wollen. Aber wenn sie ihre Kritik immer nur auf einzelne Personen richten, dann finde ich das nicht gut."

Auf Schalke schlägt die Stimmung halt schnell um. Trifft "KK" gegen Sevilla, ist er wieder der Held. So einfach ist Fußball.

Autor: hb

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