Kevin Kuranyi hat auf Schalke nach wie vor keinen leichten Stand. In den ersten Tagen nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu den Gelsenkirchenern vor allem von den weiblichen Fans fast hysterisch gefeiert wie ein Pop-Star, kann der 23-Jährige den Status eines Publikums-Lieblings längst nicht mehr reklamieren.

Kevin Kuranyi fühlt sich "Schritt für Schritt besser"

hb
09. April 2006, 11:19 Uhr

Kevin Kuranyi hat auf Schalke nach wie vor keinen leichten Stand. In den ersten Tagen nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu den Gelsenkirchenern vor allem von den weiblichen Fans fast hysterisch gefeiert wie ein Pop-Star, kann der 23-Jährige den Status eines Publikums-Lieblings längst nicht mehr reklamieren.

Kevin Kuranyi hat auf Schalke nach wie vor keinen leichten Stand. In den ersten Tagen nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu den Gelsenkirchenern vor allem von den weiblichen Fans fast hysterisch gefeiert wie ein Pop-Star, kann der 23-Jährige den Status eines Publikums-Lieblings längst nicht mehr reklamieren.

Grund dafür sind die vielen mäßigen Leistungen im Trikot der Königsblauen, die in seltsamer Weise gar nicht mit der respektablen Torausbeute des Nationalstürmers korrespondieren. Zehn Bundesliga-Treffer hat Kuranyi immerhin auf dem Konto und gehört damit immerhin zu den Top-20 der aktuellen Knipser-Liste der deutschen Elite-Klasse. "Wir sind mit Kevin zufrieden", sagt Team-Manager Andreas Müller und gibt zu: "Ich kann die Kritik an ihm absolut nicht verstehen."

Es mag sein, dass man von dem 6,9 Millionen-Euro-Einkauf zu viel erwartet. Wer Kuranyis Leistungen aufmerksam beobachtet, muss dem Frauenschwarm immer totales Engagement bescheinigen, spielerische Wunderdinge aber darf man von ihm wohl nicht erwarten. Selbst nach neun Monaten auf Schalke ist nicht wirklich zu erkennen, dass Kuranyis Laufwege bei den Mitspielern bekannt sind, sodass flüssiges Kombinationsspiel in der gegnerischen Hälfte oft zum Scheitern verurteilt ist. Zwar sucht Lincoln immer wieder seinen "halben" Landsmann, doch zahlreiche Ansätze, mit einem Doppelpass die gegnerische Abwehr auszuhebeln, führen zu Ballverlusten. Torgefährlichkeit hat Kuranyi dagegen vorwiegend mit Kopfbällen bewiesen, eine Stärke, die bei dem 1,90 Meter-Mann bisher noch nicht ausgeprägt war.

"Ich kämpfe, versuche alles. Aber ich merke doch, dass nach meiner Verletzung die Schnelligkeit noch nicht wieder zu 100 Prozent da ist. Aber ich fühle mich Schritt für Schritt besser und werde auch wieder meine Tore machen", kann Kevin Kuranyi das nach den schwachen Spielen gegen den HSV und Sofia schon wieder aufkommende Genörgle an seiner Person nur bedingt nachvollziehen. Müller fühlt sich in dem Zusammenhang genötigt, die tadellose Einstellung seines Stars zu loben. "Kevin stand keine vier Wochen nach seiner Meniskus-Operation wieder auf dem Platz und hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das finde ich vorbildlich und zeigt, dass Kevin einen absolut guten Charakter hat. Er will etwas erreichen, mit Schalke und nach Saisonende mit der Nationalelf bei der WM", lautet Müllers Plädoyer für Kuranyi.

Ein Törchen heute in Duisburg, und alle haben ihren Kevin wieder lieb. Wetten?

Autor: hb

Kommentieren