Kurioser Spielabbruch bei den Gladbecker Hallenstadtmeisterschaften 2007: Im Spiel des B-Ligisten Schwarz-Blau Gladbeck gegen Wacker Gladbeck brach der Unparteiische der Begegnung die Partie ab, weil Schwarz-Blau beim Stande von 4:3 für Wacker nur noch einen Feldspieler auf dem Hallenparkett hatte. Zuvor sah SB-Spieler Ali Hussein erst „Rot“ und dann die Rote Karte. Er schubste seinen Gegenspieler Sascha Reimann in die Bande und provozierte so fast eine Handgreiflichkeit zwischen Spielern und Funktionären beider Teams.

Gladbeck: Schiedsrichter bricht Spiel bei Hallenstadtmeisterschaft ab

„Er hatte einen Blackout“

Thomas Ziehn
16. Januar 2007, 18:41 Uhr

Kurioser Spielabbruch bei den Gladbecker Hallenstadtmeisterschaften 2007: Im Spiel des B-Ligisten Schwarz-Blau Gladbeck gegen Wacker Gladbeck brach der Unparteiische der Begegnung die Partie ab, weil Schwarz-Blau beim Stande von 4:3 für Wacker nur noch einen Feldspieler auf dem Hallenparkett hatte. Zuvor sah SB-Spieler Ali Hussein erst „Rot“ und dann die Rote Karte. Er schubste seinen Gegenspieler Sascha Reimann in die Bande und provozierte so fast eine Handgreiflichkeit zwischen Spielern und Funktionären beider Teams.

Nur dem besonnenen Verhalten auf beiden Seiten ist es zu verdanken, dass es nicht zu handfesten Ausschreitungen kam. Revierkick.de fragte bei Peter Schiller, Co-Trainer bei Wacker Gladbeck, Erhard Heimann, erster Vorsitzender bei Wacker Gladbeck und Klaus Kokott, Trainer bei SB Gladbeck, nach. Was war da los?

Peter Schiller (Co-Trainer Wacker Gladbeck):

„Weil unser eigentlicher Chef-Trainer beruflich verhindert war, habe ich die Betreuung der Mannschaft übernommen. Die Ausgangslage vor dem Duell mit Schwarz-Blau Gladbeck war klar: Nur wenn die SB-Spieler das Spiel gewinnen, hätten sie noch eine Chance auf das Erreichen der Zwischenrunde gehabt. Wir wollten zumindest ein Unentschieden erreichen. Beim Stand von 4:3 für meine Mannschaft, musste der Unparteiische einen Spieler von Schwarz-Blau wegen Schiedsrichter-Beleidigung mit der Roten Karte vom Platz stellen. Kurz darauf gab er eine weitere Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen einen weiteren SB-Spieler. Schwarz-Blau kämpfte zu diesem Zeitpunkt also mit nur zwei Feldspielern gegen unser komplettes Team. Dann die Situation die fast zur Eskalation geführt hätte: Unser Spieler Sascha Reimann legt sich den Ball an seinem Gegenspieler Ali Hussein vorbei. Dieser schubst Sascha brutal in die Bande, so dass Sascha sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Später stellte sich heraus, dass er sich seinen Arm geprellt und Schürfwunden davon getragen hat. Ali Hussein wollte den am Boden liegenden Sascha Reimann dann attackieren und treten. In diesem Moment sind sowohl meine Spieler, als auch die Spieler von Schwarz-Blau auf das Feld gerannt. Ich muss hier lobend erwähnen, dass beide Seiten versucht haben, zu schlichten. Nur Ali Hussein ließ sich nicht beruhigen. Ich habe meine Spieler nach diesem Vorfall für ihr besonnenes Verhalten gelobt. Auch bei Schwarz-Blau provozierte niemand – im Gegenteil. Auch sie versuchten, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Der Schiedsrichter bestrafte Ali Hussein zu Recht mit der Roten Karte. Schwarz-Blau hatte zu diesem Zeitpunkt also nur noch einen einzigen Feldspieler auf dem Platz. Folgerichtig brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Es wurde 2:0 für uns gewertet.“

Klaus Kokott (Trainer SB Gladbeck):

„Der Sieger der Partie gegen Wacker wäre sicher in die Endrunde gekommen. Das erklärt auch die etwas aufgeheizte Stimmung auf beiden Seiten. Bis drei Minuten vor dem Ende stand das Spiel auf der Kippe. Bis hierhin war die Partie trotz der brisanten Ausgangslage absolut fair. Der Knackpunkt war die Zwei-Minuten-Strafe gegen einen meiner Spieler wegen Meckerns. Er hatte sich nach einem Foulspiel an ihm, welches der Unparteiische nicht gepfiffen hat, ungerecht behandelt gefühlt, jedoch zu Recht die Strafe bekommen. Dann kam es zu der Szene mit Ali Hussein und Sascha Reimann. Ich kenne Ali schon lange aus meiner Zeit bei Adler Ellinghorst und SuS Oberhausen und habe ihn als fairen Spieler schätzen gelernt. Ali und Sascha wollten beide zum Ball und plötzlich fliegt Sascha unglücklich in die Bande und blieb liegen. Ali war sich keiner Schuld bewusst und hatte wohl so etwas wie einen „Blackout“. Er stürmte auf Sascha ein und warf sogar den Ball in Richtung Schiedsrichter. Auch wenn es ein Kurzschluss war, verurteile ich sein Verhalten. So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz. Ich möchte mich für das Verhalten meines Spielers entschuldigen. Er wird, auch wenn er sich beim Unparteiischen und bei mir entschuldigt hat, bestraft werden. Ich muss aber auch sagen, dass der Schiedsrichter in der ein oder anderen Situation vielleicht ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl hätte zeigen können.“

Erhard Heimann (1. Vorsitzender bei Wacker Gladbeck):

„Im letzten Jahr hatte es schon einmal einen ähnlichen Vorfall gegeben. Daraufhin ging von offizieller Seite ein Schreiben an die Vereine, dass es zum sofortigen Ausschluss kommt, falls sich solche Szenen wiederholen. Ich denke daher nicht, dass Schwarz-Blau 2008 dabei sein wird. Das gesamte Turnier war, mit Ausnahme unserer Begegnung gegen Schwarz-Blau, ruhig und friedlich. So sollte es auch sein und es ist schade, dass solche Quertreiber den Gesamteindruck zerstören.“

Autor: Thomas Ziehn

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