Der DSV 1900 hat in der Landesliga 3 nur knapp die Überraschung verpasst. Gegen die Sportfreunde Hamborn reichte es am Ende aber nur zu einem Remis.

LL NR 3: 3:3 im Derby

DSV 1900 knapp am „Dreier“ vorbei

Moritz Rieckhoff
12. Dezember 2009, 19:23 Uhr

Der DSV 1900 hat in der Landesliga 3 nur knapp die Überraschung verpasst. Gegen die Sportfreunde Hamborn reichte es am Ende aber nur zu einem Remis.

Dabei hatten die 1900er vor gut 300 Zuschauern an der Düsseldorfer Straße bis fünf Minuten vor dem Abpfiff noch mit 3:2 in Führung gelegen. Andre Trienenjost eröffnete in der 28. Spielminute den Torreigen und brachte den Favoriten aus Hamborn zunächst einmal in Führung.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/015/647-16165_preview.jpeg "Volle Hütte" in Wanheimerort: Gut 300 Zuschauer wollten die Partie zwischen den beiden Lokalrivalen sehen.[/imgbox]
Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Alexander Nurlu (30) sorgte 07-Kapitän Dawid Klopacz noch vor dem Seitenwechsel für den nächsten Hamborner Treffer (34.), ehe die DSV-Akteure Adrian Tober (71.) und Carlo Strauß (85.) mit ihren Toren das Blatt erneut zu Gunsten der Gastgeber wenden konnten. Den Schlusspunkt zum 3:3-Endstand setzte dann „Löwen“-Akteur Daniel Dentgen (90.).

Der Favorit aus Hamborn fand auf schwerem Geläuf auf dem Ascheplatz des DSV nur schwer in die Partie. Und so bemerkte Hamborns Sportlicher Leiter Frank Golomb nach gut 25 ereignisarmen Minuten: „Der Spielbelag kommt einer technisch so versierten Elf wie der unsrigen überhaupt nicht entgegen. Ich kann nur hoffen, dass die Partie nun langsam Fahrt aufnimmt.“ Und tatsächlich: Nur drei Zeigerumdrehungen später durften die Verantwortlichen und die zahlreich mitgereisten Anhänger der Schwarz-Gelben das erste Mal jubeln. Doch die Führung für die Gäste durch Trienenjost hielt gerade einmal zwei Minuten, ehe Nurlu mit seinem Treffer eine Unzulänglichkeit in der Hamborner Defensive bestrafte und dem Underdog wieder Hoffnung verlieh.

Und das die im Keim erstickt wurde - erneut nur ganze 120 Sekunden später zappelte das Spielgerät erneut im Netz - lag vor allem an der Klasse von 07-Kapitän Dawid Klopacz, der einen schön vorgetragenen Angriff des Tabellenvierten über die rechte Außenbahn mit einem gekonnten Flachschuss in die lange Ecke abschloss. Trotz des Rückstandes bemerkte DSV-Linienchef Franz Passek zur Halbzeit: „Wir spielen für unsere derzeitigen Möglichkeiten eine gute Partie. Ich werde meinen Jungs in der Kabine sagen, dass sie einfach so weiterspielen sollen.“ Passek weiter: „Mit zunehmender Spieldauer werden wir dann noch etwas offensiver auftreten.“

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"Lattenknaller" statt Vorentscheidung

Und tatsächlich gewann das gesamte Match nun deutlich an Klasse und entwickelte sich mehr und mehr zu einem offenen Schlagabtausch. Die deutlichen Tormöglichkeiten hatten zunächst einmal weiterhin die „Löwen“. Doch Marco Ferreira (62.) scheiterte am Torsteher der Hausherren, ehe Dejan Orlovic die Standfestigkeit des 1900er Gehäuses mit seinem Lattenknaller aus kurzer Distanz auf eine harte Probe stellte (65.).

Knapp zwanzig Minuten vor dem Ende rappelte es auf der anderen Seite. Tober nutzte den sich ihm bereitwillig durch die „Löwen-Defensive“ zur Verfügung gestellten Platz optimal aus und bezwang im zweiten Anlauf per Nachschuss 07-Torwart Rene Staron. Wer jetzt gedacht hatte, das war’s, der hatte sich grundlegend geirrt, denn das absolute Highlight des Tages sollte erst noch kommen.

Denn wenn die Bezeichnung „Sonntags-Schuss“ auf einen Treffer passt, dann auf den „Freistoß-Hammer“ von Strauß, der den DSV kurz vor dem Ende der Partie urplötzlich wie den Sieger aussehen ließ. Doch der letzte Akt in einem, in den zweiten 45 Minuten hochklassigen Derby, war in Person von Dentgen noch einmal den Schwarz-Gelben vorbehalten und so resümierte 07-Coach Siggi Sonntag: „Wenn man so kurz vor dem Ende noch den Ausgleich schießt, kann man insgesamt ja nur zufrieden sein. Allerdings haben wir einfach zu viele Torchancen liegen gelassen.“

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Passek vor dem Absprung?

Einen weniger glücklichen Eindruck machte dagegen Sonntags Trainer-Kollege auf der anderen Seite: „Wir haben zwar ein gutes Spiel abgeliefert, dennoch wäre noch mehr drin gewesen. Der späte Ausgleich tut schon weh", bemerkte Passek. Doch noch mehr als der späte Gegentreffer dürfte den Übungsleiter die erneute Undiszipliniertheit eines seiner Kicker geärgert haben. „Zu solchen Dingen sage ich nichts mehr. Innerlich habe ich damit ja schon langsam abgeschlossen“, kommentierte Passek die späte Rote Karte für Alexander Nurlu (89.) viel sagend und fügte hinzu: „Fragen nach meiner Zukunft beim DSV beantworte ich derzeit noch nicht, im Inneren habe ich allerdings bereits eine Entscheidung getroffen.“

Während bei den „Löwen“ im kommenden Jahr also ganz sicher Siegfried Sonntag weiter auf der Trainerbank platz nehmen wird, ist die Trainerfrage beim DSV 1900 zwar noch nicht endgültig geklärt, der vorzeitige Abgang von Noch-Coach Passek lässt jedoch wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten.

Autor: Moritz Rieckhoff

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