Nicht zugucken, sondern anpacken. Sachen selbst in die Hand nehmen statt auf andere warten. So sind wir Leute aus dem Ruhrpott, so sind wir RWE-Fans.

RWE-Fanblog

Obama an der Hafenstraße

Hendrik Gerstung
04. Dezember 2009, 21:15 Uhr

Nicht zugucken, sondern anpacken. Sachen selbst in die Hand nehmen statt auf andere warten. So sind wir Leute aus dem Ruhrpott, so sind wir RWE-Fans.

Eine Unterschriftenaktion für den Stadionneubau an der Hafenstraße soll nun dafür sorgen, dass die Politik endlich in die Puschen kommt.

Es gab ihn ja sogar schon, den offiziellen Spatenstich fürs neue Stadion. Da standen sie dann in einer Reihe: Meutsch, Bückemeyer, Hülsmann und vor allem Dr. Reiniger. Und drumherum die RWE-Fans, die eifrig das taten, was sie bei diesem Foto-Termin auch sollten: klatschen, glücklich schauen und insgesamt so wirken, als ginge es nun endlich los mit der goldenen, rot-weissen Zukunft. Dann kam die Kommunalwahl. Und danach Paß. Der neue Oberbürgermeister will plötzlich nichts mehr wissen von einem „Akt der sozialen Symmetrie“ und schon gar nichts von der Notwendigkeit, dass bald mal wieder vier Tribünen an der Hafenstraße stehen.
[infobox-right]Erst fern von seiner Essener Heimat entdeckt Hendrik Gerstung die Leidenschaft für den Klub aus seiner Geburtsstadt. Denn wer wissen will, was „Fan sein“ wirklich bedeutet, der landet irgendwann an der Hafenstraße: Nirgends sonst erlebt man die Gefühlsverbindung Verehrung und Verzweiflung so intensiv – „Oh RWE“. Im RWE-Fanblog gibt Hendrik den rot-weissen Anhängern nun eine Stimme.[/infobox]

Dabei kann man differenziert argumentieren: von Voraussetzungen für Profifußball, über die Steine, die aus dem Haupttribünen-Dach rausbrechen, bis hin zu der Bedeutung eines Fußballklubs für das Image einer Stadt und die strukturelle Aufwertung eines ganzen Stadtteils. Nun fordert Paß im Namen der Stadt, dass Rot-Weiss Essen erst einmal seine Hausaufgaben machen soll, bevor man Forderungen stellen darf. Und während hinter den Kulissen Meutsch & Co. mit Sicherheit alles Engagement und alle Kompetenz daran setzen, machen auch die Fans ihre Hausaufgaben und unterstützen ihren Verein – auch diesmal mit ihrer Stimme, wenn auch nicht der, die sonst von den Tribünen schallt.

Stattdessen sind Unterschriften gefragt. Eine Petition für den Neubau des Stadions an der Hafenstraße. Initiiert wurde dies hier gleich nebenan, im RevierSport-Forum, wo eine erste Überlegung schnell Zustimmung fand. Vor allem die User „bosco“ und „woody“ treiben die Aktion seitdem voran und erhalten immer mehr Supporter. Um mal den bekannten TV-Spot etwas umzutexten: „Aus deiner Stimme können viele werden. Und aus ihnen ein ganzer Chor. Du bist RWE!“

Und diesmal scheint es, dass nicht – wie so oft üblich – nur diskutiert wird. Bereits nach wenigen Tagen wurde die Zahl von 750 Unterschriften geknackt. Und das nur per Online-Eintragung. Die ausgedruckte Liste beim kommenden Heimspiel gegen die Schalker Reserve dürfte zusätzliche Signaturen in nicht unerheblichem Maße versprechen. Die Vierstelligkeit dürfte locker geknackt werden und dann ist zumindest die Wahrnehmungsschwelle der regionalen Medien erreicht, die mit der dann zwingenden Berichterstattung weitere Unterschriften auslösen dürften. Und wenn es, jetzt spinne ich mal rum, eine fünfstellige Zahl an Autogrammen unter dieser Liste gibt, dann kommen auch die Essener Politiker, immerhin gewählte Vertreter des Bürgerinteresses, nicht mehr daran vorbei, sich der Thematik zu stellen und in positivem Sinne zu widmen. Das wäre ein deutliches Zeichen FÜR ein neues Stadion an der Hafenstraße.

Ich möchte an dieser Stelle den großartigen Sänger John Legend zitieren. In einem seiner schönsten Lieder, dem für Obamas Wahlkampf-Tour komponierten „If you´re out there“ heißt es: „We don´t have to wait for destiny, we should be the change that we want to see“ – „Wir müssen nicht auf das Schicksal warten, wir können selbst den Wandel auslösen, den wir sehen wollen.“

In dem Lied geht es – ganz Obama-Wahlkampfbotschaft – darum, welche Ziele man in einer (Interessen-) Gemeinschaft erreichen kann. Aufstehen, anpacken, zusammen einstehen und kämpfen für ein Ziel, in diesem Fall den Stadionneubau. Wir können etwas erreichen mit dieser Unterschriftenaktion. Lasst uns daran glauben, lasst uns weitermachen, unsere Stimmen erheben, mit unseren Namen unterzeichnen und teilhaben an dem Gefühl, etwas getan zu haben für seinen Verein, unseren Verein.

Mit seiner Unterschrift kann jeder seinen Beitrag leisten, dass RWE mit einem neuen Stadion zukunftsfähig ist (bleibt). Die Zukunft beginnt mit Eurer Unterstützung! Ich rufe Euch dazu auf, Euch einzutragen in die Liste, Eure Stimme für RWE zu geben. Change – yes, we can!

Der Link zur Liste:
http://www.reviersport.de/community/forum-showposts-5168-p33.html#334163

Autor: Hendrik Gerstung

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