Klammheimlich pirscht sich der ETB nach vorne. Der Stotterstart ist vergessen und die Essener rangieren nur noch drei Punkte hinter dem zweiten Aufstiegsplatz.

ETB pirscht nach vorne

Die Erfülllung des Traums wäre Sensation

05. Dezember 2009, 10:55 Uhr

Klammheimlich pirscht sich der ETB nach vorne. Der Stotterstart ist vergessen und die Essener rangieren nur noch drei Punkte hinter dem zweiten Aufstiegsplatz.

„Es läuft im Moment sehr gut“, strahlt Dirk Helmig. Der Trainer hat es geschafft, seiner Mannschaft ein neues Gesicht zu geben. Selbst durch die ständigen Verletzungsprobleme lässt er sich zusammen mit seinem Assistenten Carsten Schmitt nicht aus der Ruhe bringen. „Es hat natürlich ein wenig Zeit benötigt, bis sich das Team gefunden hat“, ist Schmitt über den holprigen Beginn nicht verwundert. „Das ist ja ganz normal. Doch die Jungs haben nun verstanden, was wir von ihnen wollen.“

Nach der unnötigen 0:1-Niederlage gegen Siegen (6. Spieltag) zeigt die Formkurve durchweg nach oben und ist lediglich durch eine 0:1-Pleite gegen Bielefeld II kurzzeitig unterbrochen worden. Und genau diese beiden Ergebnisse zeigen das Kuriosum der Schwarz-Weißen. Denn die Essener Südstädter sind die absoluten Minimalisten der Liga. Mit gerade einmal 21 Treffern haben sie satte 29 Zähler eingefahren. Dabei stellen sie zusammen mit Hamm die drittschlechteste Attacke-Abteilung. „Dafür stehen wir aber hinten sehr kompakt“, weiß Helmig, dass er sich auf seine Defensive, die von Keeper Tobias Ritz dirigiert wird, verlassen kann.

Schließlich hat es erst 17 Mal gerappelt. Gemeinsam mit Arminia Bielefeld II ist das Ligaspitze. Aus diesem Grund passt der jüngste 4:2-Auswärtssieg in Sprockhövel auch gar nicht ins Schema. „Wir haben unsere Chancen gut genutzt“, lacht Helmig, der sich bislang nur am ersten Spieltag über vier Tore seiner Elf freuen durfte (4:1 gegen seinen Ex-Klub Wattenscheid).

Das Resultat gibt dem Trainer-Duo jetzt auch die Hoffnung, dass es mindestens bis zur Winterpause erst einmal so weiter läuft. Denn um die Weihnachtszeit müssen sich die Vereins-Verantwortlichen dann festlegen, wohin der Weg führen soll. „Ich bin mir sicher, dass, wenn wir die Chance zum Aufstieg haben, auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden“, kann sich Helmig vorstellen, dass Manager Toni Pointinger trotz des angedrohten Sparkurses den finanziellen Bereich ausbauen wird.

Zwar sind mit „Karstadt Sport“ und „Kahage“ zwei Hauptsponsoren weggebrochen, doch die Kontakte zur Wirtschaft bestehen im Essener Süden weiterhin. Denn der Klub könnte einen Traum verwirklichen und mit dem großen Rivalen Rot-Weiss zusammenspielen. Eine Aussicht, auf die der ETB seit Jahrzehnten wartet. „Das wäre natürlich unglaublich“, ist ein Meisterschaftsspiel gegen seinen Ex-Verein, bei dem er seit 37 Jahren Mitglied und nach wie vor einer der erfolgreichen Spieler ist, für Helmig eine Sensation. Und das würde dann ganz bestimmt nicht klammheimlich über die Bühne gehen...

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