Neun Runden vor Schluss bleibt die Lage für den MSV Duisburg im Abstiegskampf prekär. Durch das 0:0 gegen Hannover 96 und die gleichzeitigen Siege der Konkurrenten Mainz, Bielefeld sowie Nürnberg konnten die Zebras keinen Boden gutmachen.

Null-Nummer gegen Hannover / Letztes Aufgebot mit Kampf, aber ohne Glück

tt/ag
14. März 2006, 10:07 Uhr

Neun Runden vor Schluss bleibt die Lage für den MSV Duisburg im Abstiegskampf prekär. Durch das 0:0 gegen Hannover 96 und die gleichzeitigen Siege der Konkurrenten Mainz, Bielefeld sowie Nürnberg konnten die Zebras keinen Boden gutmachen.

Neun Runden vor Schluss bleibt die Lage für den MSV Duisburg im Abstiegskampf prekär. Durch das 0:0 gegen Hannover 96 und die gleichzeitigen Siege der Konkurrenten Mainz, Bielefeld sowie Nürnberg konnten die Zebras keinen Boden gutmachen. Trotzdem sieht Trainer Jürgen Kohler weiterhin reelle Chancen, das Klassenziel zu erreichen.
“Das 0:0 in der jetzigen Situation ist natürlich schlimm, aber wir haben weiterhin die Möglichkeit, uns von hinten heranzupirschen. Es ist noch alles möglich.” Der Weltmeister von 1990 spürt weiterhin “Leben in der Truppe” und sparte nicht mit Lob: “Die Mannschaft hat eine sehr gute kämpferische Leistung gezeigt, sie hat durch Engagement und von der Einstellung her absolut überzeugt. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben und jeder hat für den anderen geackert.
Fast wäre die dezimierte Truppe, die auf Marino Biliskov, Mihai Tararache (beide gesperrt), Dirk Lottner (Muskelfaserriss), Klemen Lavric (Grippe), Necat Ayguen (Faserriss) sowie die Langzeitverletzten Ivo Grlic, Andreas Voss und Markus Hausweiler verzichten musste, für ihre Bemühungen belohnt worden, doch Peter van Houdt (siehe Nachgefragt) versäbelte kurz vor dem Abpfiff eine gute Chance. “Da”, befand 96-Trainer Peter Neururer, “hätten wir sogar noch verlieren können.” Insgesamt zeigte sich der Hannoveraner Fußball-Lehrer nicht angetan über die Vorstellung seiner Jungs: “Wir haben leider nicht das umsetzen können, was wir uns vorgestellt und vorgenommen haben. Sicherlich ist diese Unentschieden zu wenig, auch weil wir unbedingt drei Punkte mit nach Hause nehmen wollten.”

Bei den Duisburgern, die zuletzt im hinteren Bereich beim 0:3 in Nürnberg kräftig durcheinandergewirbelt wurden, wirkte der Defensiv-Verbund diesmal deutlich gefestigter. Kohler: “Die Dreierkette mit Baelum, Möhrle und Meyer hat gut funktioniert.” Der frühere Turiner musste allerdings feststellen: “Mehr war nicht drin. Wir sind mit dem letzten Aufgebot hier angetreten, die Personaldecke war sehr dünn. Da hatte ich nicht viel Möglichkeiten, durch Einwechslungen noch Impulse nach vorne zu setzen.” So ackerte sogar der angeschlagene Markus Kurth (Einriss am Knöchel) bis zum Ende durch.

Die Fehlerquote nahm gegen Ende der Partie hohe Ausmaße an, was sicherlich auch am Kräfte-Verschleiß lag. Thomas Baelum: “Die Power fehlte in den letzten 15 Minuten ein bisschen, der Platz war sehr tief und schwer zu bespielen. Wir sind richtig viel gelaufen, Hannover hat es in der Endphase mit langen Bällen auf die Zwei-Meter-Männer versucht, da mussten wir auf der Hut sein.” So reichte es zwar zu einem Teil-Erfolg, aber nicht zum Befreiungsschlag. Den hätte es eventuell geben können, wenn Marco Caligiuri Sekunden vor dem Schlusspfiff eher auf den bereitstehenden Aziz Ahanfouf gepasst hätte. “Da muss er eher abspielen, das wäre noch eine Riesen-Chance geworden. Ich bin extra stehen geblieben, um eine Abseitsstellung zu vermeiden. Trotzdem mache ich Marco keinen Vorwurf.” Die Frage, ob es das für den MSV schon war, kommentierte Ahanfouf so: “Wenn das so sein sollte, könnte ich ja gleich schon in Urlaub fahren.”

Autor: tt/ag

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