Als Mirko Slomka am gestrigen Samstag gegen halb sechs die MSV-Arena verließ, wo er die Partie Duisburg gegen Hannover live verfolgt hatte, konnte er eine gewisse Genugtuung nicht verbergen.

SCHALKE - Nach Bremer Pleite gegen Berlin winkt Platz zwei

hb
12. März 2006, 12:49 Uhr

Als Mirko Slomka am gestrigen Samstag gegen halb sechs die MSV-Arena verließ, wo er die Partie Duisburg gegen Hannover live verfolgt hatte, konnte er eine gewisse Genugtuung nicht verbergen.

Als Mirko Slomka am gestrigen Samstag gegen halb sechs die MSV-Arena verließ, wo er die Partie Duisburg gegen Hannover live verfolgt hatte, konnte er eine gewisse Genugtuung nicht verbergen.

Denn 250 Kilometer weiter nördlich hatte seiner Mannschaft einer der beiden Konkurrenten um die Teilnahme an der Champions League eine Steilvorlage geliefert, mit der nicht unbedingt zu rechnen war. „Wir haben immer darauf gehofft, dass eine der vor uns stehenden Mannschaften Federn lässt. Dass Bremen gegen Hertha verliert, war aber nicht unbedingt zu erwarten, schon gar nicht in der Höhe“, nahm der Schalker Chef-Coach das 0:3 von Werder gegen Berlin nicht gerade ungern zur Kenntnis. „Daran sieht man wieder einmal, dass in der Bundesliga alles möglich ist. Hertha war Wochen lang in der Krise und hat nun für ein Aha-Erlebnis gesorgt“, freute sich Slomka über die Wiedergeburt der Hauptstädter, die mit dem Dreier an der Weser den Königsblauen prima in die Karten gespielt hatten.

Denn mit einem eigenen Erfolg könnte seine Mannschaft endlich in die Top drei der Tabelle schießen, im besten Falle um 19.15 Uhr und ein wenig Nachspielzeit sogar als Bayern-Jäger Nummer eins auf Platz zwei logieren – wieder einmal! „Es ist schon richtig, dass wir mit einem Sieg an Bremen vorbei ziehen können. Allerdings gehe ich davon aus, dass der HSV seine Heimaufgabe gegen Kaiserslautern erledigt“, ist Slomka nicht so vermessen, von einem doppelten Schwächeln der Nordlichter dieser Liga zu träumen. „Was für Hamburg gilt, müssen vor allem wir beherzigen: Gerade in so einer Situation, in der man etwas erreichen kann, muss man umso konzentrierter seine eigene Pflicht erfüllen.“

Gelingt der erwartete Erfolg über die Hessen, wäre dies nicht nur die erfolgreiche Revanche für die größte Schmach, die die laufende Saison für die Schalker bisher zu bieten hatte. Es war der 25. Oktober 2005, als die Truppe noch unter Ralf Rangnick eine der bittersten Pleiten der letzten Jahre kassierte. Das 0:6 an einem kalten Dienstag-Abend in der Banken-Metropole war letztlich der Anfang von Rangnicks Ende auf Schalke, doch sein Nachfolger Slomka will auch rückblickend auf das Pokal-Desaster in Frankfurt nichts von Rache wissen. „Jeder wird sich an dieses Spiel erinnern, aber Rache gibt es in meinem Wortschatz nicht. Es wäre kein guter Ratgeber, mit diesem Begriff zu hantieren", macht Slomka klar, räumt jedoch ein: „Wir haben sicher etwas gutzumachen."

Seit dem achten Spieltag kleben die „Knappen“ auf dem vierten Platz, der bei einem Club mit Ambitionen auf die europäische Königsklasse ungefähr so viel Wert ist wie Blech bei Olympia. Kein Wunder, dass die Sehnsucht nach einem Sprung in die Gewinnzone so groß ist. „Darauf haben wir die ganze Zeit hin gearbeitet, nun müssen wir die Chance nutzen“, greift Gerald Asamoah an.

Autor: hb

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