Die deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen werden ohne Top-Star Paul Biedermann stattfinden. Der Doppel-Weltmeister muss wegen einer Erkältung passen.

DM ohne Biedermann

Erkältung stoppt Doppel-Weltmeister

sid
26. November 2009, 18:42 Uhr

Die deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen werden ohne Top-Star Paul Biedermann stattfinden. Der Doppel-Weltmeister muss wegen einer Erkältung passen.

Biedermann wollte über seine Weltrekord-Strecken 200 und 400m sowie über 100m Freistil antreten. "Es ist zwar schade und ich ärgere mich sehr, aber ich lasse der Gesundheit den Vortritt", erklärte Biedermann. Am Mittwoch war bei dem 23-Jährigen aus Halle/Saale ein Abstrich im Rachen genommen worden, dabei wurde eine mögliche Erkrankung mit der Schweinegrippe ausgeschlossen.

Die Nachfolge von Biedermann über 800 m Freistil trat der Magdeburger Christian Kubusch an, der in 7:36,46 Minuten nur 1,23 Sekunden über Biedermanns Europarekord aus dem Vorjahr blieb. Über 400 m Lagen verteidigten Theresa Michalak aus Halle/Saale (4:32,62) und der für die SG Frankfurt startende Pole Lukasz Wojt (4:04,82) ihre Titel erfolgreich. Über 1500 m Freistil schwamm die erst 15 Jahre alte Wuppertalerin Elisa Thimm (16:36,58) zu Gold.

Einer Teilnahme von Biedermann bei der EM in Istanbul (10. bis 13. Dezember) steht wohl nichts im Weg. Über 200 und 400 m hatte er die EM-Norm bereits beim Weltcup vor zwei Wochen in Berlin unterboten. "Ich denke nicht, dass man in Istanbul auf Paul verzichten wird", sagte Biedermanns Heimtrainer Frank Embacher. Unterdessen macht sich der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) Hoffnung, dass sich Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen bei der EM für die Staffeln zur Verfügung stellt. "Wir werden noch einmal das Gespräch mit ihr suchen", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Steffen hat eigentlich auf die Kurzbahn-Saison verzichtet und fehlt auch in Essen. Am vergangenen Wochenende war die 26-Jährige allerdings für ihren Verein SG Neukölln in der Vorrunde der deutschen Mannschaftsmeisterschaften gestartet und hatte zwei deutsche Rekorde über 100 m Freistil und 100 m Lagen aufgestellt. Im Doping-Verdachtsfall von Olympiateilnehmerin Sonja Schöber rechnet der DSV mit einer Klärung innerhalb der nächsten zwei Wochen. Es gebe noch genaue Untersuchungen durch den DSV und die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA), sagte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow, der sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht weiter zu dem Fall äußern wollte. Bei der ehemaligen deutschen Meisterin Schöber hatte es auffällige Testosteron- bzw. Epi-Testosteronwerte gegeben. Die 24 Jahre alte Dortmunderin beteuert zwar ihre Unschuld, darf in Essen wegen des laufenden Verfahrens aber nicht starten

Autor: sid

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