Glücklich, aber erschöpft kam Mimoun Azaouagh als einer der letzten aus der Gästekabine. Dabei hatte er seinen Dienst doch schon nach 65 Minuten beenden dürfen.

SCHALKE - Azaouaghs "erster Schritt auf Weg zurück"

hb
06. März 2006, 16:54 Uhr

Glücklich, aber erschöpft kam Mimoun Azaouagh als einer der letzten aus der Gästekabine. Dabei hatte er seinen Dienst doch schon nach 65 Minuten beenden dürfen.

Glücklich, aber erschöpft kam Mimoun Azaouagh als einer der letzten aus der Gästekabine. Dabei hatte er seinen Dienst doch schon nach 65 Minuten beenden dürfen, während seine Mannschaftskollegen bis in die Nachspielzeit um den glücklichen Sieg in Hannover kämpften.

Aber was heißt hier schon „nur“ bei einem Fußballer, der rekordverdächtige 16 Monate auf sein Comeback in der Bundesliga warten musste. „Ich fühle mich sehr gut“, strahlte der gebürtige Marokkaner nach seinem ersten Pflichtspiel für die Königsblauen. „Auf diesen Moment habe ich lange gewartet.“

Durch die Verletzung von Regisseur Lincoln kurzfristig in die erste Elf gerutscht, versuchte Azaouagh vom ersten Moment an, über möglichst viele Ballkontakte in den Rhythmus zu kommen. Wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass es ein holpriger Start zurück in die Normalität eines Profi-Fußballers war. „Wer mich kennt, weiß genau, dass ich mit meiner Leistung selbst nicht zufrieden bin. Es war ein wichtiger Anfang, aber ich weiß, dass ich mehr kann“, nahm Azaouagh die Stunde in Hannover zum Anlass, weiter an seinen früheren Qualitäten zu arbeiten. „Es war toll, dass mir der Trainer das Vertrauen geschenkt hat. Er hätte auch andere Spieler aufstellen können“, freute sich der Ex-Mainzer über die Bevorzugung vor beispielsweise einem Gustavo Varela, der vor einer Woche noch für den gesperrten Fabian Ernst in die Bresche gesprungen und auch gestern sicher ein Kandidat für die Startelf war. „Nun möchte ich dem Trainer und dem Verein das Vertrauen zurück geben, und zwar mit Leistung auf dem Platz“, war Azaouagh einfach nur dankbar, dass er die schlimmste Phase seiner noch jungen Sportler-Karriere nun offenbar hinter sich hat. „Fürs erste Spiel war es nach so langer Leidenszeit okay“, fand Team-Manager Andreas Müller.

Falls Lincoln in den nächsten vier Tagen nicht fit werden sollte, steht Azaouagh auch vor seiner Europapokal-Premiere. Als der FSV Mainz in der vorletzten Saison aufgrund der UEFA-Fairness-Wertung in den Cup rutschte, war der Techniker schon verletzt. „Natürlich wäre das eine schöne Sache für mich, körperlich sehe ich da keine Probleme“, würde sich Azaouagh einen weiteren Einsatz zutrauen. „Sein Knie hat nicht reagiert, alles ist stabil“, hegt auch Dr. Thorsten Rarreck keine medizinischen Einwände gegen den nächsten Glücksmoment für den sympathischen Mittelfeld-Strategen.

Autor: hb

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