TuS-Erfolgscoach Helge Martin kann in seinem Kader auf einen echten Profi bauen. Benjamin Knoche hat sein Hobby Fußball zehn Jahre lang als Beruf ausgeübt.

Knoche ist ein Segen

"Ich habe scheiße ausgesehen"

Krystian Wozniak
27. November 2009, 09:44 Uhr

TuS-Erfolgscoach Helge Martin kann in seinem Kader auf einen echten Profi bauen. Benjamin Knoche hat sein Hobby Fußball zehn Jahre lang als Beruf ausgeübt.

Erst im Sommer 2008 beendete der Abwehrspieler seine Profi-Laufbahn und wechselte von Borussia Mönchengladbach II zu den ambitionierten Ennepetalern. „Ich musste an meine berufliche Zukunft denken, denn vom Fußball kann ich nicht ewig leben“, erklärt der 31-Jährige seinen Rückzug in den Amateurfußball.

Dabei hätte Knoche im Sommer 2008 einen Vertrag beim Traditionsklub Preußen Münster unterschreiben können. „Ich hatte ein konkretes Angebot aus Münster vorliegen. Eigentlich war schon alles perfekt. Doch irgendwie habe ich nochmal alles überdacht und mich doch für Ennepetal entschieden. Viele werden wohl denken, dass ich bekloppt gewesen bin. Doch die Entscheidung war gut überlegt und vollkommen richtig“, lächelt der BVB-Anhänger und ist sich sicher, das Richtige getan zu haben.

79 Minuten Bundesliga: "Das kann mir niemand nehmen"

Knoches Sympathie für Borussia Dortmund kommt nicht von ungefähr. Der gebürtige Hagener kickte insgesamt zehn Jahre für die Schwarz-Gelben. Dabei hat der dreimalige U-21 Nationalmannschafts-Akteur ein Bundesligaspiel auf dem Buckel. „Ich habe in der Saison 1997/1998 79 Minuten gegen Bayer Leverkusen absolviert“, erinnert er sich: „Das kann mir niemand nehmen. Das war ein einmaliges Gefühl. Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich mich gar nicht mehr so richtig daran entsinnen kann, denn das Erlebnis hat mich überwältigt“, blickt Knoche voller Stolz auf seinen Bundesliga-Einsatz zurück.

Auf Video schaut sich der in Wetter an der Ruhr lebende Film-Fan aber nur ungern die Begegnung gegen die Werkself an. „Ich hätte zwei Tage vor dem Spiel nicht zum Friseur gehen sollen. Ich habe mir die Haare geschnitten und sie blond gefärbt. Ich habe richtig scheiße ausgesehen“, hätte sich Knoche am größten Tag seines Sportler-Lebens eine bessere optische Präsenz gewünscht.

Doch ganz egal ob mit blonden oder braunen Haaren, Knoche kann würdig auf seine Profi-Karriere zurückblicken. Der 1,84 Meter-Mann kam insgesamt auf 111 Regionalliga-Einsätze für Borussia Dortmund, die Sportfreunde Siegen und Borussia Mönchengladbach. „Auch wenn ich in Dortmund meine schönsten Momente verbrachte habe, erinnere ich mich sehr gerne an die Zeit in Gladbach. Dort habe ich viele Bekanntschaften geschlossen. Wir hatten immer einen charakterlich einwandfreien Kader.“

Für Knoche ist der Aufstieg kein Tabu

Einwandfrei ist auch Knoche. Sein Trainer Helge Martin spricht in den höchsten Tönen über seinen Schützling. „Er ist ein absoluter Ausnahmespieler für diese Liga. Er ist für unsere Mannschaft eine Art ‚Fels in der Brandung’.“ Martin schätzt nicht nur die fußballerischen Qualitäten des Rechtsfußes, sondern vor allem die menschlichen. „Benny ist in der Truppe unglaublich angesehen. Er ist ein echter Kamerad. Ich bin einfach nur froh, dass ich so einen Typen in meinem Kader habe.“

Wenn es um Knoches berufliche Zukunft geht, hat er sich seinen Trainer zum Vorbild genommen. Der zweifache deutsche Jugendmeister will Ordnungshüter werden. „Ich würde gerne eine Laufbahn bei der Polizei einschlagen. Doch dafür muss ich zuerst noch sämtliche Tests bestehen. Das ist mein Traumberuf.“

Und der Junggeselle hat einen weiteren Traum im Hinterkopf. „Ich weiß, dass man das Wort Aufstieg in Ennepetal nur ungern in den Mund nimmt. Aber ich sehe ja nach dem bisherigen Saisonverlauf, dass alles möglich ist. Wir wollen solange es geht oben mitmischen.“

Autor: Krystian Wozniak

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