Gerald Asamoah als Streber zu bezeichnen, wäre des Guten vielleicht doch ein wenig zu viel.

SCHALKE - „Stinkiger“ Asamoah "viel zu schlau!“

hb
28. Februar 2006, 08:49 Uhr

Gerald Asamoah als Streber zu bezeichnen, wäre des Guten vielleicht doch ein wenig zu viel.

Gerald Asamoah als Streber zu bezeichnen, wäre des Guten vielleicht doch ein wenig zu viel. Doch offenbar hat bei dem Schalker Publikums-Liebling die Aussicht auf die WM im eigenen Land einen bisher nicht vorhandenen Reflex ausgelöst. „Asa“, in der vergangenen Saison mit 64 Pflichtspielen an der Grenze der Belastbarkeit, legte in der Winterpause sogar Extraschichten ein.

Der Aktivurlaub bei Fitmacher Marc Versteggen in Phoenix/Arizona, den der 27-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Linda einem Kurz-Trip nach New York verband, hat sich gelohnt. Am Samstag lieferte Asamoah seine bisher beste Leistung im WM-Jahr 2006 ab – und erntete spontan das Lob seines Trainers. „Gerald hat super gespielt, er war ungemein beweglich, zweikampfstark und schnell“, freute sich Mirko Slomka über den Auftritt des Stürmers. „Mein Spiel lebt einfach von der Kraft. Ich fühle mich sehr gut, aber als Stürmer musst du auch Tore machen. Ich habe keins erzielt und hoffe, dass das in den nächsten Wochen noch kommt“, meinte Asamoah, der kurz vor seiner Herausnahme vergeblich auf einen Pfiff von Herrn Gräfe wartete. „Es war ein klarer Elfmeter, sonst wäre ich gar nicht zu stoppen gewesen.“

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Dass er den besten Mann auf dem Platz dennoch in der 76. Minute vom Platz nahm, hatte seinen Grund. „Ich habe ihn bewusst an der Seitenlinie abgefangen und ihm gesagt, dass er sehr gut gespielt hat“, erklärte Slomka. „Ich wollte ihm 15 Minuten Pause gönnen, weil er gegen Italien von Anfang an auflaufen wird“, verriet der S04-Coach seinem National-Kicker ein Geheimnis, das ihm zuvor Bundestrainer Jürgen Klinsmann gesteckt hatte. „Bei der Auswechslung war ich erst ein wenig stinkig, weil ich auch in Barcelona schon raus musste. Doch Mirko hat mir dann gesagt, dass ich am Mittwoch schon wieder spiele“, nickte Asamoah und meinte in seiner unnachahmlichen Art: „Außerdem war ich gelb-rot gefährdet. Das habe ich dann auch eingesehen, obwohl ich viel zu schlau bin, um runter zu fliegen."

Autor: hb

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