Bilal Aziz, Top-Torjäger der zweiten Schalker Mannschaft, zieht es in die Alpen.

SCHALKE II - „Bilo“ Aziz zieht’s nach Österreich

28. Februar 2006, 08:44 Uhr

Bilal Aziz, Top-Torjäger der zweiten Schalker Mannschaft, zieht es in die Alpen.

Bilal Aziz gehört in der bisher abgelaufenen Saison zu den positivsten Erscheinungen der zweiten Schalker Mannschaft, die in der Oberliga Westfalen langsam auf Spitzenkurs segelt. Mit bereits neun Treffern und mindestens eben so vielen „Assists“ hat der linke Flügelflitzer erheblichen Anteil daran, dass die Elf von Trainer Mike Büskens zum oberen Drittel der Klasse zählt.

Seine Leistungen wurden zwar auch im Verein registriert, doch für einen Einsatz in der Bundesliga-Truppe reichte es trotz dreier Nominierungen in der Hinrunde noch nicht. Daher macht sich Aziz so seine Gedanken, ob er die sportliche Zukunft weiter in Gelsenkirchen oder ganz woanders verbringen möchte. „Mit Schalke gab es noch kein Gespräch“, wartet der 20-Jährige auf ein Zeichen der S04-Führung, ob und wie man mit ihm plant.

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Bei auswärtigen Clubs scheint Aziz dagegen hoch im Kurs zu stehen. „Schon in der Hinrunde gab es einige Anfragen von Vereinen aus der zweiten und der Regionalliga. Da ist aber nichts konkret“, erklärt der nach wie vor staatenlose Fußballer (RS berichtete), der in den nächsten Tagen einen türkischen Pass erhalten wird. „Das Konsulat in Münster hat auf meinen Einbürgerungsantrag bereits eine Antwort aus Ankara erhalten. Das ist jetzt nur noch eine Formalie, dann werde ich in den nächsten Wochen meinen Ausweis erhalten“, berichtet der im Libanon geborene und in Verden bei Bremen aufgewachsene Aziz.

Als Sportler wird „Bilo“ aber wohl weiter auf Wanderschaft gehen. „Es gibt ein offizielles Angebot aus Österreich, das Schalke schon vorliegt“, nickt Aziz. Adressat ist Aufsteiger SV Ried, der in der oft als „Operetten-Liga“ geschmähten höchsten Spielklasse der Alpenrepublik derzeit mit 33 Zählern aus 22 Meisterschafts-Partien Rang sechs belegt. „Vier Punkte hinter einem UEFA-Cup-Platz“, zeigt sich Aziz über den im oberösterreichischen Innkreis beheimateten Club mit dem schönen Sponsor-Beinamen „Josko Fenster“ gut informiert. „Ich würde zwar am liebsten hier in der Gegend bleiben, aber wenn ich ein Profivertrag erhalten kann, dann muss ich die Chance nutzen“, wird Schalke wohl ein weiteres Talent verlieren.

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