Der VfL Kamen dreht in dieser Saison auf. Die letzte Spielzeit beendeten sie auf Platz elf. Im Moment sind sie Zweiter und der Tabellenführer ist nicht weit weg.

Kamen: Frankes Rezept

"Richtige Mischung aus jung und alt"

19. November 2009, 09:40 Uhr

Der VfL Kamen dreht in dieser Saison auf. Die letzte Spielzeit beendeten sie auf Platz elf. Im Moment sind sie Zweiter und der Tabellenführer ist nicht weit weg.

RevierSport sprach mit Trainer Dirk Franke.

Herr Franke, woran liegt es, dass Ihre Mannschaft in dieser Saison oben mitmischt?

Wir haben uns vor der Saison mit zehn neuen Spielern richtig gut verstärkt. Das sind fast alles Jungs, die schon einmal für den VfL gespielt haben. Die sind dann zu höherklassigen Vereinen gewechselt, um sich weiter zu entwickeln. Und die haben wir jetzt wieder zurück geholt. Die passen richtig zusammen. Die kennen sich auch schon aus der Jugend und haben da zusammen gespielt.

Beschreiben Sie doch mal den Kader. Wie groß ist er, was sind es für Leute?

Am Anfang von der Saison sind wir mit 22 Mann gestartet. Davon sind dann wieder welche abgesprungen und jetzt sind wir 18 feste Spieler. Das ist genau richtig. Die neuen Kicker sind noch sehr jung, alle so um die 23 Jahre. Der Kader besteht jetzt aus der richtigen Mischung aus jungen und alten Akteuren. Wir planen aber trotzdem uns in der Winterpause mit drei Spielern punktuell zu verstärken. Für jede Position soll noch einer dazu kommen.

Warum?

Naja, es passiert immer, dass sich Leute verletzen. Und wenn dann auch noch drei gleichzeitig ausfallen, wird es eng. So war es auch in der letzten Saison, da fehlten uns hinten raus viele Spieler und dann sind wir total eingebrochen und es wurde nochmal eng. Außerdem wollen wir den Druck hoch und den Konkurrenzkampf aufrecht erhalten. Es soll sich keiner zu sicher fühlen und im Training nicht richtig mitmachen. Das gibt es in dieser Saison nicht mehr.

Was sind denn bei dem derzeitigen Erfolg Ihre Ziele für diese Saison?

Unser Ziel ist es besser zu werden und oben mitzuspielen. Aber auf keinen Fall der Aufstieg. Wenn das trotzdem passieren sollte, dann nehmen wir den natürlich gerne mit. Mit der Mannschaft müssen wir auf jeden Fall im oberen Drittel stehen. Aber in erster Linie wollen wir uns im taktischen und läuferischen Bereich weiterentwickeln.

Haben Sie da besondere Trainingsmethoden?

Nein, das nicht. Aber wir trainieren in dieser Saison mit drei Trainern. Und sechs Augen sehen mehr als zwei. Bei so einem großen Kader ist ein vernünftiges Training alleine auch nicht machbar. So können wir den Kader jetzt in einzelne Gruppen aufteilen: Abwehr, Mittelfeld und Sturm. Da kann man viel spezieller trainieren. Seit dieser Saison spielen wir ja auch mit einer Viererkette. Das klappt zwar schon gut, wie der Erfolg zeigt, aber die muss noch viel besser abgestimmt sein. Auch mit der Kette im Mittelfeld.

37 Tore stehen auf dem Konto Ihrer Mannschaft, dass sind zwei mehr, als in der gesamten letzten Saison. Gibt es in Ihrer Mannschaft im Moment einen Super-Stürmer?

Nein, den haben wir nicht. Wir haben zwar vier Jungs, die zur Zeit sehr gut treffen, aber alles in allem verteilt sich das gut auf die ganze Truppe. Wenn einer mal einen schlechten Tag hat, dann trifft dafür ein anderer und umgekehrt.

Ein Blick auf die Fairnesstabelle zeigt, dass sie hier überhaupt nicht oben dabei sind, sondern sich eher im unteren Drittel aufhalten. Ihre Mannschaft hat in 14 Spielen 26 Gelbe und zwei Rote Karten gesammelt?

Die Roten Karten waren nicht immer ganz gerechtfertigt, zumindest die letzte nicht. Und die Gelben Karten, die werden auch bewusst von uns gefordert. Wenn der Gegner durchs Mittelfeld marschiert, dann muss der Sechser den auch mal foulen. Das wollen wir auch bewusst so. Das sind taktische Maßnahmen, die dann zum Erfolg führen, wie man ja sieht. Wenn man in der Bezirksliga nicht körperlich dagegen hält, dann holt man die Punkte auch nicht. So einfach ist das. Da machen wir auch keinem einen Vorwurf.

Das Spiel gegen Holzwickede steht noch aus in der Hinrunde. Was erwarten Sie von der Partie?

Das Match hat Holzwickede noch nicht gewonnen. Die Partie ist völlig offen. Wir wollen denen auf jeden Fall Paroli bieten und dann werden wir sehen, was dabei herum kommt. Wir wollen in Lauerstellung bleiben und die anderen Mannschaften oben ärgern. Holzwickede ist auf jeden Fall der Favorit auf den Aufstieg. Langfristig ist das aber auch unser Ziel.

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