Schwerte: VfL trennt sich nach Stadmeisterschafts-Blamage vom Trainer

Nach Sievers-Rauswurf übernimmt Lodde

10. Januar 2007, 20:51 Uhr

Die Überlebenszeit eines Trainer in Schwerte scheint gering zu sein, wenn es sich nicht um Franz-Josef Kneuper handelt. Wie schon Ralf Fischer im Vorjahr muss nun auch Bodo Sievers nach nur einem halben Jahr am Schützenhof seinen Hut nehmen. "Wir sind in der Vorrunde der Hallen-Stadtmeisterschaft nach peinlichen Spielen rausgeflogen, daraufhin hat mir der Vorstand mitgeteilt, dass sie mir den Klassenerhalt nicht zutrauen", berichtet Sievers, der daraufhin sein Amt niederlegte. "Die Entscheidung ist natürlich in beiderseitigem Einvernehmen entstanden."

Sievers, der erst im Sommer Kneuper ablöste, spielte schon vor Weihnachten mit dem Gedanken, aufzuhören. Als es dann doch eine Einigung gab, schien die Sache vom Tisch zu sein, deshalb ist der Zeitpunkt der Entlassung überraschend. "Meiner Gesundheit wird dieser Schritt sehr gut tun", weiß Sievers. "Über meine sportliche Zukunft mache ich mir keine Gedanken. Es ist für mich eine neue Situation, aber da muss ich durch. Ich werde wieder tiefer gehen, denn auf so etwas habe ich keinen Bock."

Den VfL wird bis zum Saisonende der bisherige Sportliche Leiter und Ex-Trainer Peter Lodde übernehmen. "Peter war schon einmal in Sölde mein Nachfolger", kennt Sievers das Gefühl. Wie auch Lodde: "Es hat leider nicht gepasst", gibt der Funktionär, der mit Sievers befreundet ist, zu Protokoll.

Nicht wie im Vorjahr soll Kneuper Feuerwehrmann spielen, sondern Lodde. "Es hat sich verboten, Franz-Josef noch einmal zu verpflichten", macht der Rechtsanwalt deutlich und schiebt sein Konzept für die Operation Klassenerhalt nach: "Wir müssen drei Mal härter arbeiten, als die Vereine, die oben stehen. Aber wir haben die gleiche Chance, wie die anderen Teams von unten auch. Dort ist kein Qualitätsunterschied zu sehen." Lodde, der fast alle Spiele sah und seit neun Jahren beim VfL aktiv ist, weiß, worauf er sich eingelassen hat: "Ich bin kein Garant für die schwere Mission, werde jedoch alles unternehmen, damit wir drin bleiben."

Der VfL steht nun vor der schwierigsten Aufgabe der jüngeren Vereinsgeschichte, deshalb hat Lodde umgerüstet. Mit Sebastian Kroth (von seinem halbjährigen Australien-Aufenthalt zurück), Berkan Vardi, Torwart Mike Piepenburg (Hombrucher SV), Mehmet Tuday (SV Hohenlimburg) und Dennis Tost (SuS Kaiserau) kommen gleich fünf Akteure. Dafür stehen Keeper Daniel Hamann, Miriton Sadiku (beide SSV Hagen), Michael Zakrzewski (SV Attendorn), Christian Hebestreit (SC Hennen), Patrizio Panucchi, Mohammed El Moudni und Mathias Osmanski (alle ohne Verein) als Abgänger fest. "Mathias ist eigentlich der einzige Abgang, der Rest spielte bei uns keine Rolle", macht Lodde deutlich.

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