Der Bundesligist bietet verschiedene Optionen für Dauerkarten-Besitzer an. Eine Variante wird von den Anhängern als Erpressung bezeichnet.

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1. FC Köln: Fan-Ärger über Dauerkarten-Lösung

15. Juli 2020, 11:00 Uhr
Foto: firo

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Der Bundesligist bietet verschiedene Optionen für Dauerkarten-Besitzer an. Eine Variante wird von den Anhängern als Erpressung bezeichnet.

Wie soll mit den Dauerkarten in der Corona-Pandemie verfahren werden? Die Vereine der Fußball-Bundesliga suchen derzeit nach Lösungen. Eine hat nun für viel Kritik bei den Anhängern des 1. FC Köln gesorgt.

Sollten die Fans auch in der kommenden Saison nicht wieder ins Stadion dürfen, eröffnet der FC verschiedene Möglichkeiten an: Anhänger mit Dauer-Karte bekommen anteilig die Kosten für jene Spiele erstattet, die sie nicht besuchen können. Eine weitere Variante: Die Fans können ihre Dauerkarte ausnahmsweise für die kommende Saison pausieren lassen. Oder die Fans verzichten ganz auf die Erstattung und erhalten ein Sondertrikot als Dankeschön. Damit würden die Anhänger dem Verein enorm helfen, "die Corona-Pandemie und ihre massiven finanziellen Auswirkungen durchzustehen", so der Klub in einer Mitteilung von Dienstag.

Der Zusatz zu der Verzichts-Variante schlägt in den sozialen Medien allerdings hohe Wellen. Der FC weist darauf hin, dass bei einer gestatteten Teil-Befüllung des Stadions jene Fans, die schon jetzt auf die Erstattung verzichten, "zuerst berücksichtigt" würden. "Sollten weniger Plätze zur Verfügung stehen als nötig, wird der Zugang zu den Spielen unter diesen Dauerkarteninhabern per Losverfahren aufgeteilt, so dass möglichst viele von ihnen möglichst viele Spiele sehen können."

Für einige Fans des FC Köln klingt das nach Erpressung. Sie kritisieren, dass sich der Verein auf diese Weise das Geld sichern will - und damit ausgerechnet die verprellt, die dem Klub seit Jahren die Treue halten würden.

Update (11:50 Uhr): Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat die teilweise scharfe Kritik an der Dauerkartenregelung für die kommende Saison verteidigt. „Wir wollen jetzt keine öffentliche Diskussion anstoßen. Möglicherweise haben es auch einige Leute missverstanden“, sagte FC-Medienchef Tobias Kaufmann auf dpa-Anfrage. Kritik gibt es am Plan, Dauerkarteninhaber, die auf eine Erstattung verzichtet haben, im Falle einer beschränkten Besucherzulassung bei der Vergabe der Plätze zu bevorzugen.


Wenn also weniger Zuschauer zugelassen sind, als es Dauerkarteninhaber gibt, werden diese Fans zuerst berücksichtigt, unter den anderen wird gelost. „Aus dieser Sicht haben wir die Regelung getroffen, es wäre sonst unfair“, erklärte Kaufmann.

Einige FC-Anhänger hatten in den sozialen Netzwerken von Erpressung, Frechheit, fragwürdiger Lösung oder dem größten Witz aller Zeiten gesprochen. Der Club betonte, dass insgesamt noch vier Wochen Zeit seien, bis sich die Dauerkarteninhaber entscheiden und ihre Fragen stellen können. Zudem sei diese Regelung nur ein Teilaspekt. Man könne seine Dauerkarten zum Beispiel auch für eine Saison ruhen lassen, ohne seinen Platz zu verlieren. Das war bislang nicht möglich. dpa

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15.07.2020 - 14:51 - Nathan

Das ist halt ein Karnevalsverein der Jecke FC. Finanziell geht es bei fast allen Clubs jetzt ums Überleben, Dank Corana.

15.07.2020 - 13:34 - Spieko

So werden Fans zum Narren gehalten..
und aus dem Stadion gejagt.
So geht man nicht mit jahrelangen treuen Fans um...

15.07.2020 - 11:21 - Kuk

Die größten Chance auf einen Stadionbesuch soll bem Effzeh in Köln also der Fan haben, der
eine Dauerkarte erwirbt
vorab auf Erstattung verzichtet, wenn er Spile nicht besuchen darf

Dieser Fan würde drei oder vier Heimspiele zum Preis einer Dauerkarte besuchen dürfen....