Der 1. FC Köln hat zehn Geisterspiele bestritten, keines gewonnen. Der traurige Höhepunkt war das peinliche 1:6 am letzten Spieltag bei Werder Bremen. Der Kader muss umstrukturiert werden - doch das wird ein hartes Stück Arbeit. 

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1. FC Köln: 37-Mann-Kader, kaum Geld, Heldt vor hartem Sommer

28. Juni 2020, 12:41 Uhr
Horst Heldt, Manager des 1. FC Köln, wird im Sommer viel Arbeit haben (Foto: firo).

Horst Heldt, Manager des 1. FC Köln, wird im Sommer viel Arbeit haben (Foto: firo).

Der 1. FC Köln hat zehn Geisterspiele bestritten, keines gewonnen. Der traurige Höhepunkt war das peinliche 1:6 am letzten Spieltag bei Werder Bremen. Der Kader muss umstrukturiert werden - doch das wird ein hartes Stück Arbeit. 

Wenn es eines Beweises gebraucht hätte, dass der Kader des 1. FC Köln einer Umstrukturierung bedarf, das kickende Personal hat ihn beim desaströsen 1:6 in Bremen erbracht. Vor dem Spiel gab es große Worte, auf dem Platz keine Reaktion. Und wie Anthony Modeste sich nach der Begegnung von Bremer Anhängern feiern ließ, das setzte dem Kölner Arbeitstag die Krone auf. 


Köln hat am Samstag nicht nur den zwölften Platz und damit viel TV-Geld verspielt, auch das Ansehen des Klubs litt unter der Blamage von Bremen. Das werden auch Trainer Markus Gisdol und Sportdirektor Horst Heldt wissen. Öffentlich werden sie sich zurückhalten, wollen sie doch zahlreiche Spieler bei anderen Vereinen platzieren. Und nach den letzten zehn Partien sind die Werte der Kölner Akteure ohnehin auf dem absteigenden Ast. 

Und da wären wir beim Problem der Kölner, die in der Mitte der Saison acht von zehn Spielen gewinnen konnten. Vor und nach dieser Phase präsentierten sie sich wie ein Absteiger. Dieser Eindruck bleibt hängen, daher wird Heldt eine seiner schwierigsten Transferphasen vor sich haben. 37 Spieler zählt der Kader der Kölner, alleine zehn Leihspieler werden am 1. Juli zurückerwartet. 

Hier muss Heldt seine erste Probe bestehen. Denn der Kader muss ausgedünnt werden. Eine zweistellige Zahl an Akteuren wird wohl sportlich nicht mehr benötigt. Geld für Zugänge ist aktuell kaum vorhanden. Dabei hat Köln Bedarf. In der Innenverteidigung, wo außer Sebastiaan Bornauw kein Spieler höheren Ansprüchen genügte. Ein Rechtsverteidiger muss her, die, die sich dort zuletzt versucht hatten, waren stets leichte Beute für die Offensive der Gegner. Auf den offensiven Außenbahnen muss auch Verstärkung her. Quantitativ hat Köln dort viele Optionen, nachhaltig empfohlen hat sich niemand. 

Und vorne muss was passieren, sollte Köln den Vertrag mit Jhon Cordoba nicht verlängert bekommen. Er ist nach dieser Spielzeit zusammen mit Bornauw der einzige Mann, der eine ordentliche Ablösesumme in die Kölner Kassen spielen könnte. Zuletzt wäre da noch das Problem Mark Uth. Der gehört Schalke, die wollen knapp zehn Millionen Ablöse einstreichen. Das kann Köln nicht zahlen, zumal Uth nach einem tollen Start in Köln zuletzt genau so abfiel wie der Rest der Mannschaft. 

Auf Heldt wartet viel Arbeit...



Der Kader des 1. FC Köln in der Übersicht

Vertrag bis zum 30. Juni 2021
Brady Scott
Marco Höger
Elvis Rexhbecaj
Christian Clemens
Jhon Cordoba
Simon Terodde

Vertrag bis zum 30. Juni 2022
Julian Krahl
Rafael Czichos
Benno Schmitz
Marcel Risse
Dominick Drexler
Florian Kainz
Ismail Jakobs
Jan Thielmann

Vertrag bis zum 30. Juni 2023
Timo Horn
Jorge Meré
Kingsley Ehizibue
Jonas Hector
Ellyes Skhiri
Niklas Hauptmann
Kingsley Schindler
Anthony Modeste

Robert Voloder
Tim Lemperle
Daniel Adamczyk

Vertrag bis zum 30. Juni 2024
Sebastiaan Bornauw
Noah Katterbach

Leihspieler, die Stand heute zurückkehren
Louis Schaub (HSV)
Frederik Sörensen (BSC Young Boys)
Jan-Christoph Bartels (Wehen Wiesbaden)
Lasse Sobiech (Royal Mouscron)
Yann Aurel Bisseck (Roda JC)
Joao Queiros (Willem II)
Vincent Koziello (Paris FC)
Salih Özcan (Holstein Kiel)
Jannes Horn (Hannover 96)
Tomas Ostrak (TSV Hartberg)

Sichere Abgänge
Thomas Kessler (Karriereende)
Birger Verstraete (ausgeliehen an Royal Antwerpen)

Leihspieler, die zu ihren Vereinen zurück müssen
Toni Leistner
Mark Uth

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28.06.2020 - 15:35 - derdereuchversteht07

Diese Saison wird nicht nur für den 1.FC ein großes großes minus Geschäft.
Man muss viele Spieler los werden, weil man sich diese nicht mehr leisten kann.
Und genau das weiß die Gegenseite ganz genau.
Von da her sitzen solche Vereine wie z.B. der 1.FC am kürzeren Hebel.
Und alle die diese Ungleichheit im deutschen Fußball über Jahre ausgenutzt haben, werden jetzt von ihren eigenen Waffen geschlagen.

28.06.2020 - 14:34 - Kuk

Bei (fast) allen Vereinen wird in den nächsten Wochen und Monaten viel Transfer-Arbeit zu leisten sein, in Pandemie-Zeiten vielleicht noch mehr als sonst.
Eine der wenigen Ausnahmen wird München sein. Keiner will wirklich weg. Daher besteht auch icht viel Bedarf an neuen Spielern.

28.06.2020 - 13:43 - hoelwil

Heldt und Gisdol haben einfach wieder ihre Normalform erreicht.Und die ist :Immer Abstiegsgefahr. Die Probleme im Team liegen aber auch auf der hand. Der grössenwahnsinnige Horn im Tor,der sich für den Neuer Nachfolger hält. Die Langsamen und Unbeweglichen Czychos und Leistner.Dazu Ehibizue, den die Gegner absichtlich freilassen, um in dessen Fehlpässe hinein zu pressen. Hector spielt nur ordentlich als linker Aussenverteidiger. Im Mittelfeld niemand der das Spiel an sich reissen kann. Und vorne ein Uth, der wie in Schalke eigentlich nur Durchschnitt darstellt und dafür auf Schalke 8 Mio im Jahr kassiert. Plus Totalausfall Modeste, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. In Köln gibt es so viele Baustellen ,da geht es im nächsten Jahr nur um eines, nämlich nicht abzusteigen.