Puh! Auch wenn es nur ein U19-Derby war: 0:10 in einem Stadtduell zu unterliegen, ist schon hart. Der 1. FC Köln verprügelte regelrecht den FC Viktoria Köln in der U19-Bundesliga-West.

U19-Bundesliga

0:10! Team von Weltmeister Kohler geht im Derby baden

03. November 2019, 15:32 Uhr

Foto: Jakob Studnar

Puh! Auch wenn es nur ein U19-Derby war: 0:10 in einem Stadtduell zu unterliegen, ist schon hart. Der 1. FC Köln verprügelte regelrecht den FC Viktoria Köln in der U19-Bundesliga-West.

RevierSport hat nach der deftigen Abreibung mit Jürgen Kohler (54), Weltmeister von 1990 und Trainer des FC Viktoria gesprochen.


Jürgen Kohler, 0:10 im Derby, das ist schon verdammt hart. Wir erklären Sie sich diese Packung?
Beim FC war einfach jeder Schuss ein Treffer. Sie hatten zehn Torschüsse und alle waren drin. Es war ein perfektes Spiel unseres Gegners. Mein Trainerkollege Stefan Ruthenbeck hat mir nach der Partie auch gesagt, dass das mit das Beste war, was der FC in dieser Saison geboten hat. Vor allem, wenn es um die Chancenverwertung geht. 

Warum hat sich Ihre Mannschaft kaum dagegen gewehrt?
Natürlich haben meine Jungs alles versucht. Niemand will schließlich 0:10 verlieren. Aber man muss das realistisch einordnen. Wir sind Aufsteiger und haben seit wenigen Monaten ein Nachwuchsleistungszentrum. Der 1. FC Köln ist Tabellenführer in unserer Liga und aktuell das Nonplusultra. Sie haben acht, neun oder zehn U-Nationalspieler in ihren Reihen. Wir haben eine echte Abreibung und die Stärke des FC zuspüren bekommen.

Haben Sie schon einmal so hoch verloren?
Als ich beim SV Waldhof Mannheim spielte, da haben wir mal auf dem Gladbacher Bökelberg gegen die Borussia mit 2:9 verloren. Solche Spiele gibt es. Auch ich habe sie erlebt. Aus diesen Partien kann man eigentlich nur gestärkt hervorgehen und daraus lernen. Junge Menschen machen nun mal Fehler. Im Fußball ist es besser, wenn sie diese im U-Bereich als bei den Senioren machen. Meine Jungs waren nach dem Spiel sichtlich geknickt. Wir lassen jetzt zwei, drei Tage vergehen und dann schauen wir wieder nach vorne. 

Der nächste Gegner heißt Borussia Mönchengladbach...

Ja, das weiß ich. Das ist eine ähnlich Kragenweite wie der 1. FC Köln. Wir müssen da klüger agieren, als gegen den FC. Meine Jungs sollten gesehen haben, wie es enden kann, wenn man versucht, mit solchen Gegner auf Augenhöhe Fußball zu spielen.


Nach zehn Spielen stehen neun Punkte zu Buche und ein Nichtabstiegsplatz. Die Viktoria dürfte voll im Soll sein, oder?
Genau, das sind wir auch. Wir können uns nicht mit dem FC, Gladbach, Leverkusen, Schalke, Dortmund oder Bochum messen. Wir müssen zusehen, dass wir am Ende der Saison drei Mannschaften hinter uns lassen. Aachen, Münster, Duisburg und Wuppertal sehe ich mit uns auf Augenhöhe. Drei Mannschaften aus diesem Kreis werden dann auch absteigen. Wir wollen nicht dazu gehören!

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04.11.2019 - 08:06 - Gladbeck04

Erstaunlich, was da beim 1. FC Köln in der Jugendabteilung herangewachsen ist. Man stelle sich nur vor, die beiden stärksten Spieler unserer Schalker U19, Can Bozdogan und Henri Carlo Matter, wären auch noch da. Und wenn ich es richtig sehe ist der bei den Profis eingesetzte Noah Katterbach vom Alter her auch noch U19-Spieler. Der Nachwuchs scheint bei den Fahrstuhl-Geißböcken zu funktionieren.

03.11.2019 - 18:35 - Ruhrperle

Hut ab, Herr Kohler ! Sie waren schon als Spieler fair und geradlinieg ! Auch jetzt haben Sie nicht um den heißen Brei geredet, sondern direkt die Leistung des FCK anerkannt !