Obwohl sich der FC Schalke 04 nach einer katastrophalen ersten Hälfte deutlich steigerte, verlor der S04 mit 0:1 (0:1) gegen Werder Bremen. Leonardo Bittencourt besiegelt die Pleite per Traumtor. Schalke ist seit elf Spielen sieglos. Unsere Brennpunkte. 

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0:1 nach Katastrophen-Halbzeit: Schalke verliert auch gegen Bremen

Tizian Canizales
30. Mai 2020, 15:24 Uhr
Da ist es schon zu spät: Schalkes Torwart Alexander Nübel (vorne) fliegt unter dem Schuss von Leonardo Bittencourt hindurch. Foto: firo

Da ist es schon zu spät: Schalkes Torwart Alexander Nübel (vorne) fliegt unter dem Schuss von Leonardo Bittencourt hindurch. Foto: firo

Obwohl sich der FC Schalke 04 nach einer katastrophalen ersten Hälfte deutlich steigerte, verlor der S04 mit 0:1 (0:1) gegen Werder Bremen. Leonardo Bittencourt besiegelt die Pleite per Traumtor. Schalke ist seit elf Spielen sieglos. Unsere Brennpunkte. 

Ausgangslage: Für die Schalker zählte gegen Bremen nur ein Sieg, um möglichst schnell etwas Ruhe in den Verein und ins Umfeld zu bekommen. Mit der 1:2-Pleite gegen Fortuna Düsseldorf hatte Schalke sein zehntes Spiel ohne Sieg beendet und drohte nun bei bereits fünf Punkten Rückstand auf den VfL Wolfsburg das Ziel Europa komplett aus den Augen zu verlieren. Die Bremer standen nach dem Düsseldorfer Sieg als Tabellensiebzehnter einmal mehr mit dem Rücken zur Wand. Bei einer Niederlage würde der Klassenerhalt fünf Spiele vor Schluss bereits in weite Ferne rücken.

Analyse des Spiels: Beiden Teams war vom Anpfiff weg anzumerken, wie viel in dieser Partie auf dem Spiel stand. Zunächst waren es jedoch die Bremer, die das Spiel kontrollierten. Schalke war sichtlich auf eine stabile Defensive fokussiert, was mit der Fünferkette auch gut gelang. Dementsprechend ging aber auch offensiv so gut wie nichts. Bremen hatte nach 20 Minuten 82 Prozent Ballbesitz!

Werder Bremen versuchte das Spiel zu dominieren, was sie aber auch erst nach 32 Minuten in Zählbares ummünzen konnten. Leonardo Bittencourt brachte die Hanseaten mit einem traumhaften Distanzschuss in Front. Danach war Schalke bemüht, eine Antwort zu finden. Allein es fehlten die Mittel. Mehr als ein McKennie-Kopfball sprang bis zur Halbzeit nicht heraus.


Zur zweiten Hälfte tauschte David Wagner doppelt und Schalke kam direkt mit mehr Feuer aus der Kabine. Königsblau bekam erste Einschusschancen durch McKennie (46.) und Raman (53.), nutzte diese jedoch nicht. Bremen schaffte es, diese Druckphase zu überstehen und bot den Schalkern wieder mehr Paroli. Am Ende brachten die Hanseaten den extrem wichtigen 1:0-Sieg dann über die Zeit. 

Zahl des Spiels: 18. ACHTZEHN. So viel Prozent Ballbesitz hatte der FC Schalke 04 nach 20 Minuten. Königsblau überließ den Bremern nahezu komplett das Spiel, zeigte keinerlei offensive Akzente. Im Gegenzug wusste aber auch Bremen mit dieser Überlegenheit nichts anzufangen - bis Bittencourt den Ball aus 20 Metern unhaltbar in den Winkel schlenzte. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte standen für Schalke am Ende immerhin 42 Prozent Ballbesitz zu Buche. 

Schuss des Spiels: Der kommt von Leonardo Bittencourt. Nach 32 Minuten luchste Milot Rashica Jean-Claire Todibo an der Mittellinie den Ball ab und bediente Bittencourt. Der drehte den Ball rund zwanzig Meter vor dem Tor aus halbrechter Position in den Winkel und ließ Schalke-Keeper Alexander Nübel dabei keine Abwehrchance. Ein Wahnsinns-Tor.

Aufreger des Spiels: Nach 51 Minuten schlug Weston McKennie Yuya Osako den Ellbogen ins Gesicht. Man möchte dem Schalker keine Absicht unterstellen, allerdings hätte Schiedsrichter Felix Zwayer ihn mit Gelb-Rot zum Duschen schicken müssen. Wenig später musste McKennie dann doch gehen, für ihn brachte Wagner Nassim Boujellab.

Fazit: Schalke erholte sich zwar von einer schwachen ersten Hälfte, allerdings kam das Aufbäumen dann doch zu spät. Für das Spiel gegen Union kann David Wagner darauf aber aufbauen, auch wenn ihm mit Weston McKennie ein weiterer Schlüsselspieler gelbgesperrt fehlen wird. Auch das Thema Europa hat sich durch die Wolfsburger Pleite wohl noch nicht ganz erledigt. Werder Bremen gelingt dagegen ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf. Sie sind nun bis auf zwei Punkte am Relegationsplatz dran. 

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30.05.2020 - 18:27 - gerdstolli

Wer nach dieser ersten Halbzeit, in der b
Bremen das Siegtor schoss, noch an die Fähigkeiten des Trainers glaubt, kann nicht viel Ahnung vom Fussball haben. Er glaubte gegen Bremen seine Mannschaft nur mit defensiver Taktik zum Erfolg führen zu können. Das ging kernig daneben. In der 2. Halbzeit spielte Schalker mutiger und offensiver und war ganz anders im Spiel. Wagner tritt immer auf, als hätte er allein das Wissen über Taktik usw. auf seiner Seite. Heute wurde er eines besseren belehrt. Hoffentlich zieht er daraus die Konsequenzen!

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30.05.2020 - 18:16 - Schalker1965

Habe nicht gedacht, dass es nach der katastrophalen Vorsaison noch viel schlimmer werden kann. Grauenhaft!

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