3. Liga

KFC-Frust: „Ganz Deutschland weiß, was wir für eine Scheiße mitmachen“

Fabian Kleintges-Topoll
09. April 2021, 21:26 Uhr
Mike Feigenspan vom KFC Uerdingen platzte nach dem 1:2 gegen Halle der Kragen. Foto: Thorsten Tillmann

Mike Feigenspan vom KFC Uerdingen platzte nach dem 1:2 gegen Halle der Kragen. Foto: Thorsten Tillmann

Lange sah es so aus, als könnte Mike Feigenspan für den KFC Uerdingen in Halle der Mann des Tages werden. Doch eine Tiefschlafphase kurz vor Abpfiff der Partie kostete den Krefeldern am Ende den Sieg (1:2). Dem Torschützen platzte der Kragen.

Es schien so, als wollte Mike Feigenspan nach dem Spiel seinen Frust mal richtig von der Seele lassen. Riesengroß war der Ärger darüber, dass sein Team den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben hatte. „Ganz Fußballdeutschland weiß, was wir hier für eine Scheiße durchmachen. Das ist nicht gut für die Köpfe. Wir wissen nicht, wo wir am nächsten Tag trainieren. Ich fahre mittlerweile 40 Minuten zum Trainingsplatz“, polterte der Offensivspieler am Mikrofon von "Magenta Sport" los.

Auch wenn sich zumindest die Trainingssituation zuletzt etwas verbesserte, ließ der Ex-Braunschweiger seinem Unmut weiter freien Lauf. „Man sagt immer, wir sind Fußballer, wir müssen das wegstecken. Aber das hat nichts mehr mit Normalität zu tun. Man kann uns keinen Vorwurf machen. Wir geben Tag für Tag alles. Aber die Gegebenheiten sind nicht da, um die Leistung abzuliefern, die wir bringen können. Vielleicht sind das am Ende die drei bis vier Prozent, die fehlen.“

Krämer sieht Trainingsbedingungen nicht als Grund

Deutliche Worte von einem Spieler, auf die auch Stefan Krämer nach dem Spiel angesprochen wurde. Der 54-Jährige war zwar auch extrem niedergeschlagen, ordnete die Platzthematik allerdings deutlich sanfter ein als Feigenspan. „Die Bedingungen sind ok. Das wäre mir zu wenig.“ Die Köpfe seiner Spieler hingen tief. Es wird sicherlich nicht leicht für Krämer, sein Team in der entscheidenden Phase der Saison wieder aufzurichten.

„Die Busfahrt nach Krefeld ist gefühlt 20 Stunden lang“, so Krämer, der sich auf dem Rückweg genau überlegen kann, was die Gründe für den Last-Minute-K.o. im Erdgas-Stadion zu Halle waren. Am kommenden Spieltag führt es die Krefelder erneut auf einen fremden Platz. Dann geht es für den KFC zum starken Aufsteiger SC Verl. Drei Punkte in Ostwestfalen sind Pflicht.

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren

10.04.2021 - 18:28 - Cronenberger

Richtig Herr Feigenspan, das sieht Deutschland schon seit Jahren bei der Lachnummer 1 im deutschen Fußball!
.... Aber vielleicht tröstet das etwas?!
Da István wenigstens in einer Sache Erster! ;-)

10.04.2021 - 10:55 - firlefanz1905

@AV
:-))

10.04.2021 - 10:19 - Außenverteidiger

Wer Fußball gespielt hat und sich ein wenig auskennt, weiß um die Problematik. 40 Minuten Hinfahrt ist kein Problem.
Jetzt gibt's zwei Lager, die einen geben Gas im Training und andere sind Laumalocher. Für letztere ist die Rückfahrt kein Problem.
Wer jedoch Vollgas gibt, wird nicht so leicht 40 Minuten Autofahren können. Schadet der Regeneration und ist körperlich gesehen eine schlechte Sitzhaltung, Körperspannung usw...
Kann jeder ausprobieren. Einfach mal anndie Belastungsgrenze gehen und mit dem falschen Bein die Kupplung treten. ;)
So ist der Leistungssport.

10.04.2021 - 10:14 - Außenverteidiger

Huch, werden die Herren Profis nicht in Schutz genommen? In anderen Kabinen wird genauso geredet, leider traut sich kaum ein Spieler öffentlich die Wahrheit zu sagen. Viele Fans, tragen solche Typen sogar auf ihrem Trikot. :D

09.04.2021 - 23:09 - Bacardicola

Man da hab ich ja richtig Sahne, dass ich nur 30min zur Arbeit habe:)
Allerdings finde ich 7000 etwas dünn....wenn man sieht was Kevin da jeden Monat rausgeschleppt hat :O ;)

09.04.2021 - 23:09 - Überdingen

Ich dachte kurz....um so länger der weg in die hölle umso besser....aber scheiße.....der aufenthalt dort wird nicht weniger;)

09.04.2021 - 22:34 - Berlin 85

Leider macht er die Riesenchance zum 2:0 nicht rein, danach hätte er sicher ein anderes Interview gegeben , so war es nur noch purer Frust !

09.04.2021 - 22:14 - Rweharry 1907

40 Min zum Arbeitsplatz fahren.
Das ist doch unmenschlich.
Wie alt is der Vogel?
An den Eiern würde ich den mal packen und zeigen wo malocht wird.

09.04.2021 - 21:53 - krötenmann

Bekommt 7.000 netto und muss dann tatsächlich 40 Minuten zum Arbeitsplatz fahren, das ist wirklich unzumutbar, vorallem wenn er dort dann auch noch 2 bis 3 Stunden am Tag verbringen muss...

Ausbeutung einer Arbeitskraft, die unter unzumutbaren Bedingungen arbeiten muss, ist das.

Kann jemand mal Amnesty International anrufen? Geht ja garnicht was Feigenspannn da durchmachen muss.

09.04.2021 - 21:52 - Außenverteidiger

Nicht's für ungut: *wusste.

Man muss eine Sache festhalten. Der Ponomarev ging super geil mit den Angestellten auf dem Rasen um. Natürlich hat er zu viel bezahlt, aber er wollte etwas für sein Geld sehen. Der Fehler liegt an seinem mangelhaften sportlichen Sachverstand, als am Umgang mit den Zockern.