Das kommt auch nicht alle Tage vor: Da feuert ein niederrhienischer Landesligist seinen Trainer und der Kapitän kündigt nach der Entlassung ebenfalls sein Aus an. So geschehen beim SV Scherpenberg.

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Landesligist feuert Trainer - Ex-RWE-Spieler und Kapitän geht mit

10. November 2019, 08:33 Uhr

Foto: Arnulf Stoffel

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Da feuert ein niederrhienischer Landesligist seinen Trainer und der Kapitän kündigt nach der Entlassung ebenfalls sein Aus an. So geschehen beim SV Scherpenberg.

Der Moerser Landesligist hat sich nach neun Niederlagen in Serie von seinem Coach Abdassamad Sallay getrennt. Co-Trainer Christian Schütz verließ den Verein daraufhin freiwillig.


Nach der Entlassung des Trainerteams kündigte auch Kapitän Bora Karadag seinen sofortigen Abschied an. RevierSport sprach am Samstag mit dem 29-jährigen ehemaligen Spieler von Rot-Weiss Essen - Karadag spielte zwischen 2006 und 2010 an der Hafenstraße. In dieser Saison erzielte der Mittelfeld-Mann in zehn Einsätzen für Scherpenberg drei Tore und legte drei weitere Treffer auf. In den letzten Wochen fiel er aufgrund eines Muskelfaserrisses aus.

Bora Karadag, warum haben Sie sich nach dem Aus des Trainers auch zum Abschied entschieden?
Das hat eigentlich weniger mit dem Trainer zu tun. Es ist einfach der Moment gekommen, das zu tun. Ich bin im Sommer hierher gekommen, um Spaß am Fußball zu haben. In Scherpenberg geht das aber anscheinend nicht. Von Anfang an herrschten Neid, Missgunst und eine schlechte Stimmung innerhalb der Mannschaft.

Wie meinen Sie das?

Zwei Spieler, die lange verletzt waren und vorher immer zu den Leistungsträger im Klub gehörten, sorgten für eine echt miese Stimmung im Team. Wir haben fünf Spiele in Folge gewonnen. Anstatt uns nach diesen Partien zu gratulieren und den Mannschaftsgeist zu stärken, kamen diese Spieler zu mir und sagten, dass der Gegner aber auch wirklich schlecht war oder das und das war. Nur deshalb hätten wir gewonnen. Sie konnten unseren Erfolg nicht akzeptieren und wünschten sich in ihrer Abwesenheit viel lieber Misserfolge. So habe ich das als Kapitän wahrgenommen. Unfassbar! So etwas ist mir in meiner Karriere noch nicht widerfahren. 

Was wünschen Sie dem SV Scherpenberg?
Sportlich steht der Verein ja trotz der Niederlagenserie gar nicht so schlecht da. Der Klassenerhalt ist auf jeden Fall drin. Dafür muss aber zunächst einmal aufgeräumt werden. Die zwei Spieler sollten entlassen werden. Denn sie sind die faulen Äpfel und sorgen für eine schlechte Stimmung. Wenn sie bleiben, dann wird es auch ein neuer Trainer alles andere als einfach haben. Denn diese Spieler scheinen von Seiten der Verantwortlichen ein Rückendeckung zu genießen. Sie scheinen sich alles erlauben zu dürfen. Ein weiters Beispiel noch: Einer dieser zwei Spieler hat unseren Trainer vor der versammelten Mannschaft bloß gestellt. Und: Das Ganze hat er dreimal gemacht. So etwas kann vielleicht mal passieren, dann entschuldigt man sich und das Leben geht weiter. Aber dreimal innerhalb weniger Wochen? Eigentlich unglaublich, dass solche Spieler noch zur Mannschaft gehören.

Wie geht es mit Ihnen weiter?
Ich muss das Ganze erst einmal aufarbeiten. Im Januar wird man mich dann sicherlich in der Landesliga bei irgendeinem Duisburger Verein sehen. Ich will das Kapitel Scherpenberg zumachen und ein neues aufschlagen. Ich will einfach nur wieder Spaß am Fußball haben. Auf so einen Kindergarten wie in Scherpenberg habe ich echt keinen Bock mehr!

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10.11.2019 - 12:56 - Fußballistunserleben

#moersbrauchteinenoberligisten#eurearmutkotztunsan
Wer solche # offiziell durch die Gegend postet und meint man kann den Erfolg kaufen darf sich nicht wundern wenn man solche Strömungen innerhalb der Mannschaft hat.
Der Fisch stinkt immer am Kopf und solange dieser da ist wird Scherpenberg immer ein kleiner Asche Verein mit schlechter Struktur bleiben