Diese Nachricht ist ein Paukenschlag! Wie die

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Nach Wattenscheid: Droht auch Lotte die Insolvenz?

11. Oktober 2019, 09:13 Uhr

Foto: Matthias Graben

Diese Nachricht ist ein Paukenschlag! Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, droht den Sportfreunden Lotte die Insolvenz. 

Seit dem Drittliga-Abstieg und den Vorbereitungen auf die laufende Regionalliga-West-Saison herrscht in Lotte das Chaos. Erst musste der Trainingsbeginn verschoben werden, da Lottes Coach Ismail Atalan einfach zu wenige Spieler unter Vertrag hatte.

Dann kam heraus, warum das der Fall war. Eine Opposition hatte sich gegen Lottes Fußball-Obmann Manfred Wilke, der seit über 30 Jahren das Sagen am Lotter Kreuz hat, gebildet. Nach wenigen Tagen musste die Opposition sich jedoch eingestehen, dass es ohne Wilke in Lotte wohl nicht weitergehen würde. Zu mächtig ist der Geschäftsmann. Wilke kehrte zurück und alle Beteiligten atmeten auf. Denn bereits im Sommer 2019 standen die Sportfreunde vor der Insolvenz. Wie RevierSport aus dem Umfeld der Sportfreunde erfuhr, hätte die Opposition, die Wilke stürzen wollte, die Insolvenz anmelden müssen, falls der mächtige Wilke nicht zurückgekehrt worden wäre.

Doch er kehrte zurück und machte weiter. Jedoch nicht mehr in dem finanziellen Umfang wie gewohnt. Wilke ruderte zurück, einige potente Sponsoren sind auch nicht mehr an Bord oder haben ihr Sponsoring reduziert.

Auch wenn Wilke weiter das Sagen hat und die Sportfreunde unterstützt, scheint in Lotte nichts mehr so zu sein, wie noch zu Drittliga- oder besten Regionalliga-Zeiten. Plötzlich werden in Lotte auch die Gehälter nicht mehr pünktlich überwiesen.

Zuletzt hatte es Informationen gegeben, die unsere Redaktion erreichten, dass die Sportfreunde Lotte eine Steuernachzahlung des Finanzamtes in Höhe von rund 130.000 Euro erhalten haben sollen. Dies wollte Wilke wohl nicht auf sich und den Sportfreunden Lotte sitzen lassen und soll die Gemeinde Lotte aufgefordert haben, die Sportfreunde zu unterstützen und diese Summe zu bezahlen. "Wir sind gegen die Förderung des Profisports seitens der Gemeinde. Das ist unser Grundanliegen", wird Dieter Hörnschemeyer, der für die Grünen im Lotter Rat sitzt, in der "NOZ" zitiert.

Die Grüne-Fraktion soll den Ball ins Rollen gebracht und über eine mögliche Insolvenz bei den Sportfreunden Lotte gesprochen haben.

Für Thomas Giebel, SPD-Fraktionsvorsitzenden im Lotter Gemeinderat, ist das Vorgehen der Grünen ein Unding: "Ich bin sprachlos über die Art und Weise. Ich finde es grenzwertig bei einem Verein in der Öffentlichkeit über Insolvenz zu sprechen." Auch Lottes Bürgermeister Rainer Lammers wurde in der "NOZ" deutlich und kritisierte die Grünen scharf: "Das ist unverantwortlich!" Zudem betonte Lammers, dass das offensive Vorgehen der Grünen, entgegen der Absprache gewesen sei. Dürfte aber im Umkehrschluss heißen, dass intern im Gemeinderat die Insolvenz der Sportfreunde Lotte durchaus ein Thema ist.

Am Freitag wollen sich laut der "Neuen Osnabrücker Zeitung" die Fraktionssprecher im Gemeinderat mit dem Thema Sportfreunde Lotte beschäftigen. Auch ein Wirtschaftsprüfer soll dabei sein. Dann soll auch unter die Lupe genommen werden, wie stark der Regionalligist finanziell überhaupt angeschlagen ist. 


SFL-Boss Wilke wollte sich zu diesem Thema gegenüber der "NOZ" nicht äußern.

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14.10.2019 - 09:07 - snoopy1969

Alsooo:
1. Der Klub ist nicht verschuldet. Es wurde in jüngster Vergangenheit viel Geld investiert, da auch Geld floss (aus z.B. TV-Gelder, Hauptsponsor, DFB-Pokal etc.). Jedoch auch sehr viel in den Breitensport. Durch den unerwarteten Abstieg versiegten einige Geldquellen und es ergab sich ein Liquiditätsproblem. Die Werte sind aber da. Da hat man sich an die Gemeinde (nicht Stadt!) gewandt und um Hilfe gebeten. Diese will jedoch bei den Unterstützungen streng Profi- und Breitensport trennen. Schon alleine. um andere Ortsteilklubs nicht zu benachteiligen. Lösungen wurden gesucht und gefunden.
2. Natürlich kam aus einigen Ecken auch das böse "I-Wort". Das trotzt strikter Vereinbarung zur Gemeinhaltung bis zur Pressekonferenz am Freitag ein Grünen-Politiker dennoch an die NOZ geht, kann einfach nicht richtig sein. Die NOZ als Haus- und Hofzeitung des VFL Osnabrück nahm das natürlich dankend auf. Das ist schlicht Rufschädigung.
3. Nicht die SPD und auch nicht die FDP ist die Lobbypartei, sondern wenn, dann ist die CDU mit den SF Lotte verbunden.
4. Wenn , dann haben die Grünen Lobbbyarbeit gemacht, und zwar für den Ortsteilklub des Fraktionsvorsitzenden.

Tief_im_Westen: Lotte als Stadt zu bezeichnen, ist schon der Hinweis, dass wenig Ahnung vorhanden ist. Dann aber bitte auch nichts falsches ins Internet stellen.

11.10.2019 - 17:34 - Tief_im_Westen

Ja, das stimmt, auch im Amateurfussball bzw bei den Halbprofis muss geprüft werden. Solange dies nicht der Fall ist, wird es laufen wie bisher. Typen wollen einen Status, Fans glauben jeden Mist und am Ende steht oft die Insolvenz. Dafür darf halt nicht der Steuerzahler herhalten und genau deshalb war es richtig, wenn es transparent kommuniziert wird.

11.10.2019 - 14:50 - Außenverteidiger

Bin da bei dir. Dies kann jedoch nicht eigenverantwortlich geregelt werden. Lizensierungen müssen her. In Zeiten wo Menschen für einen Urlaub, Fernseher oder Kleidung Kredite aufnehmen, kann von keiner breiten Vernunft gesprochen werden.

11.10.2019 - 14:12 - Tief_im_Westen

Am Ende kann man immer von Schweineliga reden, wenn die Vereine mit Geld planen, was sie nicht haben, statt die Vorteile der Liga zu sehen. Kein Club müsste verschuldet sein, wenn nicht irgendwelche Sonnenkönige Dinge versprechen würden, weil Fans danach gieren. Dies ist ja auch kein Phänomen dieser Tage. Sonnenkönige, Schulden, Vereine mit utopischen Vorstellungen gab es schon vor 40 Jahren.
Die Grünen haben alles richtig gemacht. Die Stadt ist für alle ihre Bürger da, wenn dann eine Person meint, dass diese Stadt für Schulden aufkommen soll, muss dies ganz offen für alle kommuniziert werden. Schmeckt der größten Lobbypartei natürlich nicht, allerdings ist dies der Grund, wieso sie bedeutungslos geworden sind.

11.10.2019 - 11:56 - rwebvb

Und es werden wohl noch einige in den Regionalligen folgen. Es ist und bleibt eine Schweineliga.

11.10.2019 - 11:45 - Außenverteidiger

Ja und wie verhindert man solche Zustände?

Indem in beiden Ligen klare Regeln und Überprüfungen stattfinden. Jeder Verein legt seine Saisonplanung vor. Falls während der Saison Gelder hinzukommen wird im schlimmsten Fall ein Gewinn erwirtschaftet. Dieser kann im Winter oder Sommer angerechnet und eingesetzt werden. Ist der Aufwand größer? Ja, jedoch gibt's nichts schlimmeres als Insolvenzen etc...Der Verband hat Geld genug und die Aufgabe des Vereins wird nicht größer. Eine seriöse Finanzplanung gehört zum Job dazu.

Natürlich kann auch mehr Geld von oben nach unten getragen werden, das Problem der Lizenzierung bleibt. Wer mit drei Euros nicht auskommt, wird auch mit vier oder sechs Euro nicht auskommen.

11.10.2019 - 11:07 - Lackschuh

Herne stieg aus der Westfalenliga unter dem Trainer Knappmann in die OLW auf und der Club hat ja mit Umfeld RL-Anspruch!

a) man nimmt geradlinig (sofort) irgendwo her wesentlich mehr Geld in die Hand und hofft, dass der Aufstieg klappt und dann muss verdammt viel passen, damit man in der RL verankert bleibt - durchaus meine Variante, aber definitiv stark diskutierbar
b) man macht so weiter wie in der WL und dümpelt ne zeitlang in OLW rum oder steigt gar wieder ab und das u.U. für viele Jahre

Ist mal so reingeworfen und soll ja nur zeigen, in welchem Zwiespalt viele Clubs in OL und RL sind - W09, WSV, Lotte... sind RL-Ligisten und die halbe OL steht auch schlecht da!

11.10.2019 - 10:32 - Außenverteidiger

Die Grünen...sobald Zahlen, Währungen usw Einzug halten kommt nur Armut bei ihren Lösungen heraus. :D

Ein weiteres Beispiel dafür, wie schön Grenzen, Gesetze und Regeln sind. Würde der Verband ein vernünftiges Lizensierungsprogramm vorgeben, dann hätte die gesamte Liga Planungssicherheit. Bitte nicht wie in der DFL die Liquidität als Hauptziel nehmen. Schuldenquoten und unterschriebene Verträge einführen bzw begutachten. Wieso hat unsere Generation solche Probleme mit Geld umzugehen? Die Gesetze für Steuern sind bekannt und gehören zu Unternehmen/Vereinen dazu. Ich kann auch keiner fremden Frau auf den Hintern packen und zum Stadtrat rennen...