15.08.2018

Effenberg

Der "Tiger" schießt gegen die Bundesliga

Foto: dpa

Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg macht sich große Sorgen um das Leistungsvermögen der Fußball-Bundesliga.

"Die Qualität wird immer schlechter", schreibt der 50-Jährige in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.de und begründet seine These mit den Transfers der deutschen Klubs in diesem Sommer.

"Wenn ich mir die Transfers der Bundesligisten anschaue, fällt auf: Der namhafteste Spieler, der von außen dazu gekommen ist, ist Axel Witsel beim BVB. Das ist zweifellos ein richtig guter Spieler, aber er kommt von Tianjin Quanjian aus China und hat noch nie in einer europäischen Topliga gespielt", so der frühere Bayern-Kapitän, der ergänzte: "Wenn das einer der namhaftesten neuen Spieler ist, dann ist klar: Die Bundesliga ist aktuell nicht attraktiv für Topspieler. Und deshalb bin ich mir auch sicher, dass der Rückstand der Bundesliga zur Premier League und zu den anderen Topligen erheblich größer wird."

Deshalb würde es den Champions-League-Sieger von 2001 auch nicht wundern, wenn die deutschen Vertreter im Europacup wie in der vergangenen Saison enttäuschen: "Natürlich müssen wir uns darauf einstellen, dass es wieder in einem Desaster endet und dass nur der FC Bayern uns würdig vertreten wird. Das ist ja auch der einzige Verein mit dem Anspruch, das zu tun." Effenberg sieht für die Königsklasse schwarz: "Was haben denn Schalke, Dortmund oder Hoffenheim für Ansprüche? Die werden durchweg die Aussage tätigen, dass sie in Europa überwintern wollen. Und das wird eng."

Effenberg traut auch den deutschen Vertretern in der Europa League (Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und vielleicht RB Leipzig) nicht viel zu: "Sie wollen den Europacup ernster nehmen, aber was ist wirklich passiert? Die anderen haben aufgerüstet – wir nicht." sid

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15.08.2018 - 13:00 - herbs04

Ich bin nicht der Meinung von Herrn Effenberg, die Deutschen Vereine sollten diese Preistreiberei von zig- bzw. hunderte Millionen für einen Spieler nicht mitmachen wir müssen nicht überall die Nase vorne haben. Ablöse weg / Handgeld weg / Gehälter Deckeln / keine streikende Spieler mehr verpflichten. Verträge erfüllen und zeitig kündigen bzw. verlängern und das Therma wird sich auf Dauer von selber erledigt. Im übrigen hatten wir in der vergangenen Saison ausser der DM in Deutschland in meinen Augen eine spannende Saison, International nicht aber wie geschrieben.

15.08.2018 - 12:01 - RWO-Oldie

Fortsetzung: Es wird Zeit, dass im Nachwuchs Individualismus gefeiert und gefördert wird. Ergänzend dazu die Eigenverantwortung. Hier war auch die Nationalelf ein Paradebeispiel dafür, wenn die Spieler keine Verantwortung auf dem Platz übernehmen. (Aussage gegen Mexiko: wir wurden vom System überrascht - Beckenbauer lacht sich tot)<br/><br/>Also nicht immer nur auf die fehlende Kohle hinweisen, sondern mal kritische hinterfragen, was im größten Fußballverband der Welt in der Ausbildung falsch läuft. Viele von Scholl über Lienen bis jetzt Effenberg sehen die Schwachpunkte. Sie werden immer als Dummredner verpöhnt, aber vielleicht haben sie mehr Recht, als die weichgespülte Bierhoff-Fraktion.

15.08.2018 - 12:01 - RWO-Oldie

Leider hat der Tiger vollkommen Recht.Das Ausscheiden der Nationalelf gegen zweitklassige Nationalmannschaften ist ein Signal.<br/>Da wir kohletechnisch nicht mehr mithalten können, sind andere Lösungen gefragt. In erster Linie sollte man im Nachwuchs darauf fokussieren, welche Talente den Unterschied machen und nicht immer alle glattbügeln.<br/><br/>Wenn heute ein Talent zwei Gegner aussteigen lässt, dann wird zugerufen, er solle doch bitte vorher abspielen. Und eigenwillige Spieler sitzen draußen, weil sie das System noch nicht verinnerlicht haben. Usw. usw.<br/><br/>

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