Kommentar

BVB ist größter Meisterschafts-Favorit

24.11.2018

Der BVB hat neun Punkte Vorsprung auf die Bayern. Dennoch gibt Sportdirektor Michael Zorc kein neues Ziel aus. Warum eigentlich? Ein Kommentar.

Das Spiel war längst beendet, da setzte Michael Zorc zu einem Dribbling an, wie man es in den 90 Minuten zuvor von seinen Spielern gerne mal gesehen hätte. Freilich hat der Sportdirektor von Borussia Dortmund die Karriere längst beendet, und auch zu aktiven Zeiten war er keiner, der sich mit dem Ball durch die Abwehrreihen schlängelt. Daher blieb es beim verbalen Dribbling: Zorc umkurvte wortreich jeden Versuch der Journalisten, ihm den Gewinn der Meisterschaft als neues Saisonziel zu entlocken.
Und er konnte dafür gute Argumente ins Feld führen. Der BVB hatte Mainz soeben ja nicht aus dem Stadion gefegt, sondern mühsam 2:1 niedergerungen. Das macht die Situation an der Tabellenspitze zwar komfortabler, aber es sind ja erst zwölf Spieltage absolviert. Und Meistertitel werden in der Bundesliga bekanntlich nicht im November, sondern im Mai gewonnen – zumindest in jenen Spielzeiten, in denen sich die zuletzt so weit enteilten Bayern als erstaunlich menschlich erweisen.
BVB hat neun Punkte Vorsprung auf den FC Bayern
Dass Dortmund auf den Rekordmeister inzwischen immerhin neun Punkte Vorsprung hat, macht es Zorc aber schwer, mit seinen Argumenten durchzudringen. Natürlich wird man nicht unbedingt Meister, weil man vor den Bayern landet, es spielen ja noch 16 weitere Mannschaften mit. Es erhöht aber die Wahrscheinlichkeit dramatisch, da Gladbach, Frankfurt und Leipzig eher nicht zuzutrauen ist, bis Saisonende durchzupowern.
Den Dortmundern schon eher, in Mainz erwies sich nicht zum ersten Mal der große und auch in der Breite hervorragend besetzte Kader als Trumpf. Wer von der Bank einen Paco Alcácer und einen Christian Pulisic bringen kann, dem ist zuzutrauen, dass er die Saison ohne großen Einbruch übersteht – zumal die Schwarz-Gelben auch die Spiele gewinnen, in denen sie eher schwach auftreten. Wie in Mainz. So ungern Zorc es hören mag: Spätestens nach diesen hart errungenen drei Punkten ist der BVB der größte Favorit in Sachen Meisterschaft.
Autor: Sebastian Weßling

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