Durch Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und personalisierte Werbung zu. Weitere Informationen über Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
1. Bundesliga

Nach Flutkatastrophe
Embolo-Foundation unterstützt Vereine im Ahrtal

Foto: privat

Breel Embolo, Ex-Schalker und aktuell Spieler von Borussia Mönchengladbach, hat mit seiner Embolo-Foundation viele Menschen glücklich gemacht. Auch nach der Flutkatastrophe im Ahrtal.

Das Team der Embolo-Foundation ist sich einig: Die weite Fahrt von Basel ins Ahrtal hat sich mehr als gelohnt. Rund 40 Kinder und Erwachsene warteten am 23. Januar auf der von Flutkatastrophe deutlich gezeichneten Platzanlage der Fußball-Spielgemeinschaft SG Ahrtal schon sehnsüchtig auf die Ankunft der zwei großen Lieferwagen aus der Schweiz, vollgepackt bis unter das Dach mit tollen Sachspenden.

Mehr als 200 Fußbälle, über 1000 Trikots, Hosen und Stulpen, dazu nagelneue Fußballschuhe, Freizeitschuhe, Trinkflaschen, zahlreiche Sporttaschen mit Trainingsbekleidung, außerdem noch Schokolade, Kekse und einige Kleinigkeiten luden die Menschen aus dem Ahrtal gemeinsam mit dem siebenköpfigen Team der Embolo-Foundation nach und nach aus den Transportern.

Ich weiß, dass viele Fans von Borussia Mönchengladbach und auch meines Ex-Clubs Schalke aus dem Ahrtal kommen. Viele von ihnen sind in ihrer Region auch in Vereinen tätig, die durch das schreckliche Unwetter ihre sportliche Heimat verloren haben. Wo früher Tore und Kabinen standen, liegen sogar noch heute Bäume und Schutt.

Breel Embolo

Die schrecklichen Bilder von Juli des vergangenen Jahres hatte auch den Stiftungsrat der Embolo-Foundation einfach nicht losgelassen. Die Flutkatastrophe, nicht weit entfernt vom jetzigen Wohnort des Stiftungspräsidenten Breel Embolo (Borussia Mönchengladbach), hat in einer ganzen Region grausame Spuren hinterlassen. Viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren, Häuser wurden einfach so weggespült.

Hintergrund: Die Initiative „Fußball hilft Fußball“ hat Marc Lüke rasch nach der Flutkatastrophe im Juli des vergangenen Jahres ins Leben gerufen. Um die Hilfsangebote besser und koordiniert bündeln zu können, hat sich Marc Lüke der Initiative #vereintdievereine vom ahrlotsen e.V. angeschlossen. Der Verein koordiniert hier den Austausch der Sportvereine untereinander und steht übergreifend mit Stellen wie der Kreisverwaltung oder dem Sportbund im Kontakt. Es geht darum, über den Tellerrand der einzelnen Vereine zu schauen und übergreifende Lösungen zu finden sowie gemeinsam auf den raschen Wiederaufbau hinzuwirken.

Eines der Ziele lautet: Gemeinsam für die Zukunft des Sports im Ahrtal. Isabel Haunhorst ist die 1. Vorsitzende der Ahrlotsen. Auch ihr hat das Engagement der Embolo-Foundation imponiert. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie groß die Hilfsbereitschaft für die betroffenen Flutgebiete ist. Jede Hilfe zählt und nur gemeinsam können wir diese Situation meistern. Solche Aktionen wie von der Embolo-Foundation zeigen, dass insbesondere Sport verbindet - über Vereinsgrenzen, sogar über Ländergrenzen hinweg.“, sagt die 29-Jährige.

Wer im Ahrtal mit Geldspenden helfen möchte, kann dies entweder direkt über die Ahrlotsen tun www.ahrlotsen.de - oder über die Embolo-Foundation, Spendenkonto: UBS AG Basel, IBAN CH65 0029 2292 1328 5501 H, Stichwort Ahrtal.

„TV-Bilder zu sehen ist das eine. Selbst vor Ort zu sein, ist unbeschreiblich. Es hat uns alle sehr berührt, eine Region, Dörfer zu sehen, die wie ausgestorben wirken. Menschen, die sich über Kleinigkeiten freuen. Wir alle sind sehr dankbar, dass wir Teil dieses Tages im Ahrtal sein durften. Uns allen ist bewusst geworden, wie schnell die Natur alles ändern kann“, sagt Jeannette Paolucci, Mitglied des Stiftungsrates.

Präsident Breel Embolo sagt: „Ich weiß, dass viele Fans von Borussia Mönchengladbach und auch meines Ex-Clubs Schalke aus dem Ahrtal kommen. Viele von ihnen sind in ihrer Region auch in Vereinen tätig, die durch das schreckliche Unwetter ihre sportliche Heimat verloren haben. Wo früher Tore und Kabinen standen, liegen sogar noch heute Bäume und Schutt.“

Ende des vergangenen Jahres ist die Embolo-Foundation auf die Initiative „Fußball hilft Fußball“ von Marc Lüke, einem Fußballspieler aus Ahrweiler, aufmerksam geworden. Ein kurzes Telefonat genügte, um zu beschließen: Hier möchte die Stiftung Hilfe leisten. Seit 2015, seit Bestehen der Embolo-Foundation, ist es übrigens das erste Mal, dass ein Projekt in Deutschland unterstützt wird. Bislang standen Projekte in Peru und in Kamerun sowie die Integration von Flüchtlingskindern in der Schweiz im Fokus.

In den sozialen Medien veröffentlichte Jeanette Paolucci einen Aufruf zur Sammlung von Sachspenden. Mehr als einen Monat lang wurde gesammelt – und wie! Die Hilfsbereitschaft seiner Schweizer Landsleute hat nicht nur Breel Embolo überwältigt.

„Das Telefon stand nicht mehr still. Es begann mit ein paar Fußballschuhen, dann kamen zig Bälle und auch Trikots dazu. Es wurde einfach immer mehr“, berichtet Jeannette Paolucci, die sich im Namen der Embolo-Foundation bei den Schweizer Clubs FC Basel 1893, FC Black Stars Basel, FC Bubendorf, FC Liestal, FC Telegraph, FC Therwil und dem Solothurner Fußballverband bedankt. Auch die Halba Coop Genossenschaft Pratteln, Prodega Reinach sowie Spender, die anonym bleiben möchten, haben sich mit Sachspenden an der außergewöhnlichen und sehr erfolgreichen Aktion beteiligt.

Dieter Hoffmann ist Vorstandsmitglied des SV Hönningen, der ebenso wie der SVE Schuld, der SV Insul und der SC Dumpelfeld der SG Ahrtal angehört, und berichtet „von einer bewegenden Zeit.“ Die Hilfsbereitschaft aus der Schweiz hat auch ihn überwältigt. „Das Engagement von Breels Stiftung freut uns wahnsinnig. Die Freude der Kinder war riesig, als sie die Spenden entgegengenommen haben. Vielen Dank an Breel, vielen Dank an das tolle Team der Stiftung.“

Hinweis: Die Spendenübergabe fand unter strikter Einhaltung der 2G-Plus-Regel statt. Alle Teilnehmer waren geimpft und getestet.

Als Dankeschön überreichten Dieter Hoffmann und weitere Vorstandsmitglieder u.a. Vereinstassen und sogar einen Vereinsschal, den vor allem Nicola Portanova gar nicht mehr ablegen wollte. Der gebürtige Peruaner ist nicht nur in der Embolo-Foundation aktiv, sondern auch als stimmgewaltiger Tenor bei den Ancora Tenores bekannt. Am Sonntag sorgte er noch für eine besondere Überraschung: Er gab drei Lieder zum Besten und berührte die Menschen aus dem Ahrtal auch damit.

Breel Embolo selbst hatte aus Gründen des Infektionsschutzes schweren Herzens auf die Teilnahme an der Spendenübergabe im Ahrtal verzichtet. Aufgrund einer Vielzahl von Fotos und Videos war aber auch er jederzeit auf „Ballhöhe“.

Lässt es der eigene Spielplan zu, so der Plan des Schweizer Nationalspielers, möchte er dem Ahrtal spätestens dann einen Besuch abstatten, wenn bei der Spielgemeinschaft SV Hönningen/SG Ahrtal – dann auf der neuen Spielstätte – wieder der Ball rollen kann.