Mit Torwart Sebastian Völzow hat sich der SC Verl einen Mann geholt, der mit seinen 26 Jahren bereits auf eine bewegte Karriere als Fußballer schauen kann.

SC Verl: Neuzugang Völzow zwischen Fußball und Investment

„VDV hat mir die Augen geöffnet“

ch
22. Juni 2009, 16:57 Uhr

Mit Torwart Sebastian Völzow hat sich der SC Verl einen Mann geholt, der mit seinen 26 Jahren bereits auf eine bewegte Karriere als Fußballer schauen kann.

Denn so positiv seine ersten Jahre als Vertragsfußballer auch verliefen, lernte Völzow spätestens mit seinem Wechsel in die 3. Liga zum damaligen Spitzenreiter Wuppertaler SV in der Winterpause der Saison 2007/08 auch die Kehrseite der Medaille kennen.

Nachdem der gebürtige Herforder Station bei der Bielefelder Arminia, sowie Rot-Weiß Ahlen und dem Bonner SC machte, lotste der damalige WSV-Coach Wolfgang Jerat Völzow nach Wuppertal und hielt große Stücke auf ihn. Jedoch wurde Jerat überraschend vor Rückrundenstart entlassen und durch Wolfgang Frank ersetzt. „Aus diesem Trainerwechsel bin auch ich als Verlierer hervorgegangen“, blickt Völzow zurück. „Nicht nur Wolfgang Jerat, sondern sämtliche Leute die mich zum WSV holten, waren plötzlich nicht mehr da. Wolfgang Frank kannte ihr Konzept nicht und setzte fortan auf Altbewährtes.“

Platz zwischen den Pfosten war für Völzow fortan nur noch in der Reserve des WSV. Unterm Strich stand zu Saisonende nur ein magerer Einsatz im Drittliga-Team. Folglich wurde sein Vertrag wenig überraschend nicht verlängert. Ein neuer Verein war jedoch nicht in Sicht. So schloss sich der ambitionierte Torwart der Spielergewerkschaft VDV an. Die VDV ermöglicht es vereinslosen Spielern, sich fit zu halten und sich unter den Augen von Scouts und Beratern für einen neuen Arbeitgeber zu empfehlen.

„Es hat Spaß gemacht, es war eine Möglichkeit in Form zu bleiben und viele neue Leute kennen zu lernen. Aber vorrangig hat es mir die Augen geöffnet“, erläutert Völzow: „Es ist erschreckend zu sehen, dass Akteure, die schon im fortgeschrittenen Fußballeralter sind, jedes Angebot annehmen müssen, um sich und ihre Familie über Wasser zu halten. Da kann es auch schon mal bis in den Nahen Osten gehen.“

Einer derartigen Perspektive wolle er sich nicht hingeben und so wurde Völzow bewusst, „dass man sich nicht allein auf den Fußball verlassen konnte“. Das Engagement beim Landesligisten SC Herford ab Oktober 2008 „war zwar eine gute Möglichkeit, mich fit zu halten und auf eine paar Einsätze durch die Verletzung der beiden anderen Torhütern zu kommen, letztendlich war es aber nur eine reine Hilfsaktion meinem Jugendverein gegenüber.“

Parallel schmiedete Völzow nämlich bereits Pläne zur Selbständigkeit, die er nun auch im Bereich Investmentberatung vollzogen hat. „Nichtsdestotrotz bin ich glücklich, wieder höherklassig spielen zu dürfen. Dass es beim SC Verl auch noch geographisch passt, ist natürlich optimal. Es ist aber gut zu wissen, dass man finanziell nicht mehr unbedingt auf den Fußball angewiesen ist.“ Seiner Ambition auf einen Stammplatz tut dies hingegen keinen Abbruch: „Sonst hätte man als Fußballer seine Profession verfehlt. Und schließlich muss es unser Ziel sein, wieder im gesicherten Tabellenbereich zwischen Platz drei und zehn zu landen.“

Autor: ch

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