16.03.2009

Essen: 100 Jahre SV Kupferdreh 09/19

Aufstieg in die Amateuroberliga gab 20 DM

Trotz der sportlichen Talfahrt hat der Fusionsverein SV Kupferdreh 09/19 im Sommer etwas zu feiern. In diesem Jahr besteht der Verein, der aus den Klubs VfR 1909 Kupferdreh und SV 1919 Byfang hervorgegangen ist, 100 Jahre. RevierSport sprach mit dem Kupferdreher Urgestein Heinz Bahrfeck, Geschäftsführer Norbert Franke und Trainer Rolf Hahner über die Klubgeschichte, das aktuelle Geschehen und die Festlichkeiten.

Deas 72-jährige Urgestein Heinz Bahrfeck:

„Die Fusion 1978 aus dem VfR 1909 Kupferdreh und dem SV 1919 Byfang zum SV 09/19 Kupferdreh war nur logisch. Zwei Vereine waren nicht nötig, die Versammlung mit der Abstimmung zur Fusion lief völlig reibungslos. Ich bin seit 1946 im Verein, habe mit Friedel Rausch, Manfred Rummel und Gerd Kasperski zusammen in der Niederrheinauswahl gespielt. [imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/011/106-11501_preview.jpeg [/imgbox]
Aber Highlights waren die Spiele mit unserem Verein in der Amateuroberliga. Wir hatten einen Zuschauerschnitt von 1.500 Leuten, da war hier der Bär los. Wenn man die Zeit mit der heutigen vergleicht - damals saß man zusammen und feierte. Auch in meiner Zeit als Fußballobmann konnte ich diese Entwicklung verfolgen. Früher ist man seinem Verein treu geblieben. Ich war mein Leben lang hier in Kupferdreh. Heute kommen die Spieler mit dem Auto und fahren direkt nach dem Spiel wieder nach Hause. Und ohne Geld gibt es keine Mannschaft. Ich kann mich noch an die Prämie zum Aufstieg in die Amateuroberliga erinnern, 20 DM gab es da. Montags konnten die Frauen in Kupferdreh auch mal kostenlos beim Metzger einkaufen gehen. Ich war eine Art Ziehsohn von Wilhelm Haneke, der hat sehr viel für den Verein getan. Die sportliche Lage beobachte ich natürlich auch, versuche jedes Heimspiel vom SVK zu besuchen. Ich hoffe, dass der zweite Abstieg in Folge noch vermieden werden kann.“

Norbert Franke, 62 Jahre und Geschäftsführer:

„Der gesamte Verein fiebert dem anstehenden 100-jährigen Bestehen des SV Kupferdreh entgegen. Schon im August 2008 wurden die Planungen für die Festlichkeiten vorangetrieben. Die Planungen sind größtenteils abgeschlossen. Sportlich gesehen geht man momentan durch eine kleine Talsohle. Nicht, dass man im Fußballbereich schon genug Probleme hätte, sind im Februar die Badminton-Herren aus der Oberliga abgestiegen. [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/011/108-11503_preview.jpeg [/imgbox]
Aber das Programm steht und der SV Kupferdreh feiert unabhängig von der sportlichen Situation sein Jubiläum. Eingeläutet werden die Feierlichkeiten Samstag, 11. April, mit dem jährlich ausgetragenen vereinsinternen Fußballturnier. Höhepunkt wird der offizielle Festakt am 21. Juni sein. An diesem Sonntag läutet der Vorsitzende des Essener Sport-Bundes, Helmut Wolff, mit einer Rede das Event ein. Hierzu werden alle Essener Sportvereine aus dem Süden eingeladen. Im Masterplan Sport ist für unsere Platzanlage 2010 ein Kunstrasenplatz vorgesehen. Mit Blick auf die sportliche Situation ein kleiner Lichtblick. Außerdem liegt bei der Stadt Essen ein Antrag für die Umbenennung unsere Anlage in „Wilhelm Haneke Stadion“. Der verstorbene Haneke ist Ehrenvorsitzender und der Verein hat ihm viel zu verdanken.“

Rolf Hahner, Trainer der ersten Mannschaft:

„Sportlich gesehen steckt der Verein zweifelsohne in einer Krise. Nach dem dreifachen Abstieg im letzten Jahr befinden sich momentan die beiden Senioren-Fußballmannschaften wieder im Abstiegskampf. Die 'Zweite' in der Kreisliga B und meine Truppe in der Bezirksliga. Nach der komischen Geschichte um die Relegation und dem verpassten Landesliga-Klassenerhalt hatten wir im Sommer eine schwierige Verhandlungs- und Ausgangsposition.
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Der Kader hat sich komplett neu zusammengesetzt, als Ziel wurde der Klassenerhalt ausgegeben. Der Mannschaft fehlen zwei erfahrene Spieler, die die Jungen führen. Den Rückrundenstart verloren wir, auch bedingt durch Personalnot, zwar deutlich mit 1:5 gegen Neviges, doch meine Mannschaft kann es in der Bezirksliga eigentlich fast mit jedem Team aufnehmen. Nur die ersten drei Mannschaften um Ligaprimus SC Velbert spielen auf einem höheren Niveau. Wir setzen in Kupferdreh jetzt verstärkt auf die Karte Jugend. Im Sommer kommen bis zu 15 A-Jugendliche hoch in die Senioren, das sind talentierte Jungs. Die Truppe von Trainer Achim Heymann spielt um den Aufstieg in die Leistungsklasse, zwei Spieler habe ich jetzt schon in die Erste hochgezogen. Wir werden zum Jubiläum natürlich alles versuchen um nicht abzusteigen, ich bin da recht zuversichtlich. Ansonsten heißt das Ziel direkter Wiederaufstieg.“

Autor: Sebastian Laing

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