500 Vertreter von Amateurfußballklubs haben am Sonntag in Gelsenkirchen gegen Sonntagsspiele in der Fußball-Bundesliga vor 17.30 Uhr demonstriert. Der Aufstand der Basis richtet sich gegen den Spielplan der Profis, die ab der kommenden Saison 2009/10 unter anderem eine Partie am Sonntag um 15.30 Uhr, zur klassischen Anstoßzeit der kleinen Vereine, vorsieht.

Kreisligaproteste: 500 Demonstranten auf der "Löchterheide" (Video)

Grundmann ist am Mittwoch im Bundestag

02. März 2009, 16:19 Uhr

500 Vertreter von Amateurfußballklubs haben am Sonntag in Gelsenkirchen gegen Sonntagsspiele in der Fußball-Bundesliga vor 17.30 Uhr demonstriert. Der Aufstand der Basis richtet sich gegen den Spielplan der Profis, die ab der kommenden Saison 2009/10 unter anderem eine Partie am Sonntag um 15.30 Uhr, zur klassischen Anstoßzeit der kleinen Vereine, vorsieht.

„Wir wollen nicht viel, sondern nur diese zwei Stunden am Sonntagnachmittag für den Amateurfußball“, sagte Reiner Grundmann vom A-Ligisten SC Schaffrath, einer der Initiatoren des Protests.

Bei der Kundgebung auf der „Sportanlage Löchterheide“ in Gelsenkirchen-Buer, nur einen Steinwurf von der Arena des Bundesligisten FC Schalke 04 entfernt, erhielten die mutigen Streiter an der Basis des Sports zahlreiche Unterstützung der örtlichen Politik. „Amateursport ist ohne die Profis nicht möglich, und Profisport ohne die Amateure nicht denkbar“, sagte Ex-NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU), früher Oberbürgermeister Gelsenkirchens.

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„Das Sonntagsspiel hat Tradition. Fußball, Bratwurst und Bier gehören zusammen. Das muss so beibehalten werden“, sagte sein Nachfolger an der Stadtspitze, Frank Baranowski (SPD): „Daher erwarte ich von den Entscheidern beim DFB und der DFL konstruktive Gesprächsbereitschaft, bei der nicht das Ergebnis der Gespräche schon vorher feststeht.“

Vorstandsvertreter der Profivereine Schalke 04, VfL Bochum und Borussia Dortmund waren nicht anwesend, pikanterweise schickte der BVB immerhin eine Absage, während Schalke und Bochum auf die Einladungen gar nicht reagierten.

Einen für den 1. März angedrohten Streik in den Fußballkreisen Gelsenkirchen sowie Unna/Hamm hatte der für den Spielbetrieb zuständige Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen (FLVW) im Vorfeld durch die Absage des Spieltags unterbunden.

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Grundmann ist am kommenden Mittwoch beim Sportausschuss des Deutschen Bundestags in Berlin zu Gast, wo er dem Gremiumsvorsitzenden Dr. Peter Danckert die Nöte der Amateure vortragen wird.

Am vergangenen Mittwoch hatten sich DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball die Argumente der Protestler aus Gelsenkirchen und Unna/Hamm angehört, ohne allerdings Veränderungen an dem durch den neuen Fernsehvertrag verabschiedeten Spielplan in Aussicht zu stellen. Während sich Zwanziger Ausgleichszahlungen an die kleinen Klubs durchaus vorstellen kann, hält Rauball nichts von einer Art Solidaritätsabgabe. „Es darf nicht sein, dass von oben immer das Ehrenamt hoch gehalten wird, aber im gleichen Zuge den vielen Ehrenämtlern für den nächst besten Deal Knüppel zwischen die Beine geworfen werden“, sagte Wittke.

Nächste Woche soll in den Gelsenkirchener Kreisligen zwar wieder Fußball gespielt werden, aber der Boykott gegen das Diktat der Profis weitergehen. Die Aktionisten um Grundmann und Norbert Bauer, Präsident der SSV Buer, halten einen Streik zu einem späteren Zeitpunkt der Saison durchaus möglich. Unterdessen prüft der Fußballkreis Unna/Hamm unter Berufung die Möglichkeit einer Klage gegen die Sonntagsspiele der Bundesliga vor 17.30 Uhr. In Paragraph 10 des Grundlagenvertrags zwischen DFL und Deutschem Fußball-Bund ist der „Schutz des Amateurfußballs” explizit festgehalten.

Der Aufstand David gegen Goliath geht weiter - mit noch ungewissem Ausgang!

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