24.07.2008

Erkenschwick: Grad als Leader des Kindergartens

"Untergang ist brutal"

Wenn man in diesen Tagen die Spieler und Funktionäre der Spielvereinigung Erkenschwick auf die kommende Saison anspricht, finden sich kaum Parallelen zur Zielsetzung. Verständlich, haben denn nach der letzten dramatischen Saison, die im Abstieg in die Sechstklassigkeit mündete, haben nahezu alle Spieler den Verein verlassen.

"Vor einem Jahr war sogar noch der Sprung in die Regionalliga möglich", grübelt Trainer Jürgen Klahs und schiebt nach: "Hätten wir in der Rückrunde ähnlich gut wie in der ersten Saisonhälfte abgeschnitten, wären wir wohl dabei. Aber mit der Insolvenzanmeldung konnten wir dann aber auch die NRW-Liga abhaken."

Nach dem jüngsten Chaos ist das Team völlig auseinander gebrochen. Der Großteil des aktuellen Kaders besteht aus der zweiten Mannschaft der abgelaufenen Spielzeit. Somit dürfte für den Traditionsverein nur noch der Klassenerhalt in der Westfalenliga in Frage kommen. "An der Spitze werden mit Paderborn II, Ahlen II, Wiedenbrück und Lippstadt die Teams um den Aufstieg spielen, die auf talentierte Akteure setzen. Wir müssen indes ganz klar um den Verbleib in der Liga kämpfen", sieht Klahs einer sehr komplizierten Saison entgegen und betont zusätzlich: "Wir werden gewiss auch Lehrgeld bezahlen müssen. Dennoch können wir ja vielleicht für die eine oder andere Überraschung sorgen."

Einer der wenigen Leistungsträger, die am "Stimberg" geblieben sind, ist Arek Grad. Der 30-Jährige ist der Routinier in Erkenschwick, musste sich zuletzt jedoch oft mit schweren Verletzungen herum plagen. "Nicht nur die Blessuren waren schmerzhaft", runzelt Grad die Stirn: "Unseren Untergang von der Tribüne verfolgen zu müssen, ist äußerst brutal gewesen."

Neben den ausstehenden Gehaltszahlungen ist vor allem die ungewisse Zukunft infolge des Konkursverfahrens ein Aspekt für den sportlichen Abstieg und die vielen Abgänge der Spielvereinigung. Doch das stört Grad nicht und will wieder voll angreifen, um den Neuaufbau im Verein mitgestalten zu können. "Die vielen Rückschläge haben mich dazu bewogen, hier zu bleiben. Darüber hinaus hatte ich keine Angebote von anderen Vereinen." Aber auch die Youngster Mirko Grieß und Dennis Warncke bleiben Erkenschwick erhalten.

"Zusammen mit den vielen jungen Spielern wollen wir die anstehende Saison so gut es geht bestreiten", gibt sich der Mittelfeld-Regisseur hoffnungsfroh. Ob dieser Optimismus in einem Jahr belohnt wird und die Ziele in Erkenschwick wieder höher gesteckt werden können, werden nicht nur die sportlichen Ergebnisse auf dem Platz zeigen, sondern auch vom Ausgang des Insolvenzverfahren abhängen.

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