Geballte Entladung Frust

29.05.2008

ETB: Berge klar – Acar redet im Interview Klartext

Geballte Entladung Frust

Irgendwann entlädt sich der Frust! Auch bei Sunay Acar, der keine Zukunft mehr beim ETB hat. Das gilt auch für Markus Katrinok und Thomas Puschmann. Christian Petereit und Stefan Urbainski erklärten schon vorab ihren Abschied. Am Sonntag wurde bekanntlich, wie von RS angekündigt, Klaus Berge bis 2009 als neuer Coach verpflichtet.

Kurzer Dienstweg, schließlich diente Berge bei der Bundeswehr schon unter Oberstabsfeldwebel Toni Pointinger, jetzt Manager beim ETB. Am Montag folgte die Ansage des Fußball-Lehrers in den Kader, mit wem er weiter planen würde.
Sunay Acar, war die Truppe ein Team oder nicht?
Wir haben oft gelesen, dass der Vorstand sagte, wir hätten als Kollektiv versagt, das ist dreist.

Der neue Coach Klaus Berge siebte den Kader für die neue Spielzeit.
Das war wie beim Arbeitsamt, wir wurden alle eingeladen. Es wurde gesagt, wer gehen darf und wer nicht. Das war auch in Ordnung so, es war Klartext.
Sie klingen trotzdem stinkig!
Der gesamte Vorstand hat sich gedrückt, Toni Pointinger rannte links und rechts rum, war aber bei keinem Gespräch dabei.
Gab es vorab Vertragsgespräche?
Nein, die sind erst in dieser Woche gestartet. Im Februar wurden vier Jungs zum Vorstand gerufen: Björn Grallert, Michael Jost, Sascha Wolf, Dennis Hupperts. Es wurden ihnen keine Zahlen genannt. Man wollte abwarten, ob man mit dem Trainer weiter macht. Es zögerte sich immer weiter raus. Wir haben natürlich gedrängt, schließlich wurde von der Regionalliga gesprochen.
Was war vor dem Match gegen den MSV II am letzten Spieltag?
Heinz Hofer kam in die Kabine und fragte uns, wer von uns gebunden sei. Wir haben ihm gesagt, Valon Beka, Manuel Schulitz, Ouro-Akpo, Tobias Ritz, sonst keiner. Daraufhin rastete er aus. Wir wurden doch verarscht.
Haben Sie Beispiele?
Uns wurde ein zweites Paar Fußballschuhe versprochen, das wir nie erhielten. Für das erste zahlten wir einen Teil zu. Stellenweise hatten wir keine mehr, mussten uns in der Halbzeit die Dinger tapen. Gegenspieler fragten uns, was wir so in der Regionalliga wollten. Toni sagte, er will sich kümmern. Er wird sowieso nur noch der „Kümmerer“ genannt.

Und weiter?
Auf Geld warten wir auch, zwei Monate sind im Rückstand. In Kleve streikte man, wir blieben ruhig. Und über uns wird gesagt, wir wären kein Kollektiv. Wir waren so verschworen, dass wir zusammenschmissen, wenn einer keine Miete mehr zahlen konnte. Anderen wurde das Handy gesperrt. Es wurde stellenweise nicht verstanden, dass es einige Studenten gab, die auch davon lebten.

Was störte noch?
Ständig gab es Gastspieler, mitten im Aufstiegskampf, Trainer Frank Kontny wusste oft nichts davon. Mensch, wir holten mit ihm 51 Punkte und es wurde immer noch gemeckert. Wir trainierten stellenweise auf einem Drittel Asche. Manchmal kam Frank und wusste nicht, wo wir trainieren sollen. Man hat ihn geschmissen, weil er mit dem Aufstieg gegangen wäre. Man riss uns damit das Herzstück raus, danach war es vorbei.

Fred Bockholt übernahm.
Er sagte, nur drei Mann hätten sich den Hintern aufgerissen. Soll er doch die Namen nennen, so gehört sich das eigentlich. Typisch für den ETB, alles, um von eigenen Fehlern abzulenken. Frank hat sich vor das Team gestellt, intern aber Tacheles geredet. So muss das sein. Das Verhältnis zur Truppe war super.

Und wie war das zu den Bossen?
Wir haben nicht nur gegen den Rest der Liga agiert, sondern letztendlich auch gegen den Vorstand gespielt. Hätten die das gegeben, was wir gegeben haben, wären wir aufgestiegen. Und Toni sagt, man hätte alles gemacht. Aus einem nahen Umfeld wurden wir während der Spiele stellenweise als Hurensöhne beschimpft. Der Vorstand stand daneben, keiner sagte was. Markus Katriniok wurde gesagt, man würde ihm einen Job besorgen, nach drei Monaten war noch nichts passiert. Als er ihn ansprach, gab Toni ihm Zeitungsanzeigen, wo er sich bewerben sollte. Das ist kein Witz.

Was sagen Sie zum Verhältnis zu Geschäftsführer Manfred Rummel?
Die Minen, die der Mann schon damals in Oberhausen gelegt hat, werden immer noch ausgegraben.

Autor: Oliver Gerulat

Kommentieren

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken