06.05.2008

Schalke II: Im Privat-Jet von Barcelona zur Klausur

Höwedes vor dem Abi

Von Benedikt Höwedes ist eine große Last abgefallen. Nach einem Jahr zwischen Gymnasium und Fußballstadion hat der Schalker U21-Nationalspieler den größten Abi-Stress hinter sich. "Vergangenen Samstag war die mündliche Prüfung in Gesellschaftslehre. Jetzt muss ich nur noch auf die Ergebnisse warten, dann habe ich es geschafft", pustet Höwedes durch.

Im Sommer 2007 von der A-Jugend in den S04-Profikader durchgestartet, musste der 20-Jährige den schulischen Abschluss am Joseph-König-Gymnasium in seinem Heimatort Haltern am See mit seiner sportlichen Karriere in Einklang bringen. "Das war wirklich nicht einfach. Wenn wir morgens um zehn Uhr Training hatten, hatte ich vorher schon zwei Stunden und bin nach der Einheit sofort wieder zur Schule gefahren. Was ich in der Zeit oder bei den Reisen in der Champions League verpasst habe, musste ich nachmittags nachholen", berichtet Höwedes. "Natürlich haben darunter die Noten gelitten, mein Schnitt dürfte also nicht allzu gut ausfallen. Ich hoffe aber, dass ich nicht noch in die Nachprüfung muss."

Am 25. Mai werden die Zensuren bekannt gegeben. Wie einige seiner jungen Schalker Kollegen, die an der Gesamtschule Berger Feld paukten, hätte auch er nach der zwölften Klasse die Penne mit dem Fach-Abi in der Tasche verlassen können. Höwedes aber wollte mehr, auch wenn er aller Voraussicht nach nicht studieren wird. "Ich bin ganz zuversichtlich, dass ich in den nächsten Jahren mein Geld weiterhin mit Fußball verdienen kann", nickt der Innenverteidiger, den Manager Andreas Müller irgendwann als Nachfolger der in die Jahre gekommenen Abwehrcracks Marcelo Bordon und Mladen Krstajic sieht.

Um so weit zu kommen, hat Höwedes gerne die Doppelbelastung auf sich genommen. Die wilden Zeiten, als er nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League beim FC Barcelona noch in der Nacht im Privatjet von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach Hause folg, um am anderen Morgen eine Mathe Klausur zu schreiben, sind nun wohl vorbei.

Autor: hb

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