08.07.2018

ETB

Rundumschlag von Wölpper nach Derby-Pleite

Foto: Michael Gohl

Nach drei Trainingseinheiten wartete auf den ETB der Test gegen den Stadtrivalen RWE. Nach der 1:4-Niederlage war Trainer Manfred Wölpper stocksauer.

Er kam leicht verspätet in den Presseraum des Uhlenkrug-Stadions nach dem Spiel. Aber in ETB-Trainer Manfred Wölpper brodelte es. Und als er gefragt wurde, ob man denn angesichts der drei Trainingstage zufrieden sein könnte, brach es aus ihm heraus. „Wie kann man nach einer Niederlage zufrieden sein?“, fragte er in den Raum und holte zum Saisonbeginn sofort zu einem Rundumschlag gegen die eigene Mannschaft aus. „Wir sind Sportler. Wer sich nicht vernünftig vorbereitet und alle wussten, dass es am 8. Juli gegen Rot-Weiss Essen geht, soll nach Hause gehen.“

Viel zu naiv sei seine Mannschaft gegen den Regionalligisten aufgetreten. Dies hätte zum deutlichen 0:3-Rückstand zur Pause geführt. „Beim ersten Gegentor konnte man einen LKW wenden, so viel Platz hatte RWE“, schimpfte er. „Essen hat einen viel stärkeren Eindruck gemacht als in beiden Spielen im letzten Jahr. Die hatten richtig Tempo. Aber dann dürfen wir ihnen nicht so viel Raum geben. Die Spieler standen aber sowas von blank, da konnten wir uns bei unserem Torwart bedanken.“ In der Tat hatte Neuzugang Sven Möllerke mit zahlreichen Paraden einiges dafür getan, den Rückstand so gering wie möglich zu halten. „Wenn er nicht so gut reagiert hätte, wäre es ein Waterloo geworden.“

Im Zentrum seiner Kritik: die Leistungsträger wie Robin Fechner („Er hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht, aber er muss seine Leute auch mal zusammenpfeifen“) und Girolamo Tomasello („Gicky hat immer die gleichen Fehler gemacht. Ob er Probleme mit den Augen hat, kann ich nicht beurteilen“). Aber auch vom Rest des Teams forderte er mehr Leidenschaft. Vor allem in einem Derby: „Das ist ein Prestigekampf. Wenn man so gegen Klatschnass Barfuß spielt, ist mir das egal. Aber wenn Schwarz-Weiß gegen Rot-Weiss spielt, brauchen die normalerweise fünf Ärzte, wenn sie nach Hause fahren. Ich will keinen zu Foulspielen animieren, aber die Einstellung hat mir nicht gefallen.“

Da fällt auch der Ausfall von Top-Torjäger Marvin Ellmann nicht ins Gewicht: „Klar ist das nicht günstig für uns, aber ich sage immer: Verlierer suchen nach Ausreden und Gewinner erreichen ihre Ziele.“ Die sind beim ETB durch die regio2go-Kampagne sehr ambitioniert. Von Regionalliga war auf schwarz-weißer Seite aber noch nicht viel zu erkennen: „Es sind alles junge Leute, die Ziele und Ambitionen haben. Ich kann nicht sagen, dass andere schlecht gespielt haben, aber Regionalliga-Niveau habe ich nicht gesehen.“

Am Ende zeigte sich Wölpper dann aber doch noch versöhnlich: „Einige sind ein bisschen nervös, weil wir nicht die spektakulären Neuzugänge haben, aber wir werden stärker und auf der zweiten Halbzeit kann man aufbauen. Ich will auch nicht alles schlechtreden. Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meinen Jungs stehe. Wir sitzen alle in einem Boot, aber wir müssen selbstkritisch mit uns umgehen.“

Autor: Stefan Loyda

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