17.06.2018

WM 2018

Das müssen Sie zum ersten Deutschland-Spiel wissen

Foto: Getty Images

Ein bisschen Nützliches, ein bisschen Überraschendes und ein bisschen zum Angeben: Das müssen Sie zum ersten Spiel des Weltmeisters gegen Mexiko am Sonntag (17 Uhr / ZDF) wissen

Wie wird das deutsche Team in die WM starten?
Mit einem Hurra – zumindest, wenn es so läuft wie immer. Die Deutschen sind die großen Frühstarter bei WM-Turnieren. 2006 traf Philipp Lahm beim 4:2-Auftakt gegen Costa Rica schon nach sechs Minuten. Acht Minuten waren erst bei der WM 2010 gespielt, als Lukas Podolski beim 4:0 gegen Australien die Führung erzielte. Und vor vier Jahren in Brasilien verwandelte Thomas Müller nach zwölf Minuten einen Elfmeter gegen Portugal. Das Spiel endete dann 4:0. „Wir haben oft gezeigt, dass wir gut reinkommen in so ein Turnier“, sagt Jerome Boateng, der seit 2010 schon dabei ist. Bei den vergangenen vier Weltmeisterschaften startet die DFB-Auswahl stets mit mindestens vier eigenen Toren (2002 gab es ein 8:0 gegen Saudi-Arabien). Seit 1990 gab es stets einen Sieg im ersten Gruppenspiel. Und überhaupt erst einmal kam es vor, dass Deutschland zum Start verlor: 1982 gab es gegen Algerien ein 1:2. Es reichte am Ende trotzdem für den Finaleinzug. Aber Achtung: Auch die Mexikaner überzeugen bei Turnierstarts. Ein erstes WM-Spiel verloren sie zuletzt 1994 (0:1 gegen Norwegen).

Wie ist der Gegner Mexiko einzuschätzen?
Mexiko hat bei den letzten sechs WM-Turnieren jeweils die Gruppenphase überstanden. Dann war aber auch immer Schluss. „Das ist ein sehr guter Gegner“, sagt trotzdem Toni Kroos. „Ich bin froh, dass wir ihn gleich zu Beginn haben. Das ist für den Kopf gut. Dann muss man sofort voll da sein.“ Das Team des umstrittenen Trainers Juan Carlos Osorio ist als der stärkste Kontrahent in der deutschen Gruppe F einzuschätzen, in der sich noch Schweden und Südkorea befinden. Zwar siegte Löws Elf vor einem Jahr beim Confed-Cup scheinbar locker mit 4:1. „Aber spielerisch waren die Mexikaner eigentlich besser“, erinnert sich der deutsche Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, der schon damals dabei war. 2017 gab es nach zwei schnellen deutschen Toren durch Leon Goretzka kein Zurück mehr für die Mexikaner. Heute ist der ehemalige Leverkusener Angreifer Chicharito, der mittlerweile für West Ham United in England stürmt, immer noch der gefährlichste Spieler beim Gegner. In elf Partien gegen Mexiko gab es fünf Siege und nur eine Niederlage für die Deutschen (1985).

Welches Angeberwissen kann man zum Spiel gebrauchen?
Für Joachim Löw wird die Partie gegen Mexiko das 100. Pflichtspiel als Bundestrainer. Schicke, stolze Zahl. Der 58-Jährige geht zum sechsten Mal in eine WM oder EM. Das schafften zuvor lediglich Carlos Alberto Parreira und Helmut Schön. Mit der Partie gegen die Südamerikaner wird Löw auch der Trainer mit den meisten Spielen bei den beiden Großereignissen sein. Er hat dann 32 und ist der alleinige Rekordhalter vor dem Brasilianer Luiz Felipe Scolari (31 Spiele bei WM und EM).

Auf welchen Spieler beim deutschen Team sollte man besonders achten?
Auf Thomas Müller natürlich. Es ist die dritte WM für den Münchner. Vor diesem Turnierstart hatte nur der Kader von Argentinien zusammen schon mehr WM-Tore erzielt (zwölf) als Müller (zehn). Hinter ihm kamen alle Spieler von Mexiko gemeinsam auf neun Treffer und stehen damit auf Platz drei. WM-Zeit ist Müller-Zeit. Weltmeister Miroslav Klose hält den Rekord für die meisten erzielten WM-Tore (16). Müller hat sich vorgenommen, eine neue Bestmarke aufzustellen. Ob ihm das schon bei dieser WM in Russland gelingt, hängt auch davon ab, ob Müller gegen Mexiko gut ins Turnier startet.

Autor: Jörn Meyn, Daniel Berg

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