12.06.2018

Gegen Deutschland

Mexiko hofft auf die nächste Fiesta

Foto: firo

Deutschlands erster Gruppengegner lächelt Kritik aus der Heimat beim öffentlichen Training in Moskau einfach weg.

Die Stimmung im Strogino-Stadion war prächtig. Knapp zwei Stunden lang gewährte die mexikanische Nationalmannschaft den eigenen Fans am Dienstagnachmittag eine Audienz. Öffentliches Training nennt sich das einmalige und vorgeschriebene Zusammentreffen zwischen Team und Fans. Und die rund 500 weitgereisten Anhänger waren begeistert. „Viva Mexico!“, schrie ein Fan mit riesigem Sombrero und kleinem WM-Pokal. „Was für eine Partystimmung!“, rief ein Radioreporter in sein Mikrofon. Ein Schelm, der Böses denkt.

Bereits am Montagabend war „El Tri“ am Flughafen Moskau-Scheremetjewo angekommen – und hatte noch rechtzeitig die „Affäre Abschiedsparty“ offiziell für beendet erklärt. Der frühere Leverkusen-Stürmer Javier „Chicharito“ Hernandez war kurz vor dem Abflug in die Offensive gegangen und hatte online Auskunft erteilt, worüber die ganze Welt seit Tagen spricht und was in Mexiko als „La Fiesta“ bekannt ist.

Die Fakten in Kurzform: Am 2. Juni hatte eben jener Chicharito seine Nationalmannschaftskollegen am letzten freien Abend vor dem WM-Trainingslager in Dänemark zu seinem 30. Geburtstag geladen. Doch die Zeitschrift „TV Notas“ spielte den Partyverderber und berichtete ungeniert davon, dass auf besagter Feier in einer Villa in Mexiko City neben den Fußballern auch 30 Damen anwesend waren, die nicht die Frauen oder Freundinnen der Fußballer waren.

„Es gab niemals Escorts!“, versicherte nun Chicharito. Es sei nur ein Abendessen gewesen. „Wir wissen, dass wir nichts Schlimmes gemacht haben.“ Thema abgehakt. Stattdessen wollten die Mexikaner vor ihrem WM-Auftakt gegen Deutschland (Sonntag, 17 Uhr, ZDF) lieber über eine andere WM-Fiesta sprechen. „Klar kann man gegen Deutschland gewinnen!“, sagte Chicharito. „Ich will Weltmeister werden.“

Autor: Kai Schiller

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