10.06.2018

Emscher Junior Cup

Jahn Hiesfeld - so geht Inklusion

Foto: firo

Das Teilnehmerfeld für das Finale im Emscher Junior Cup 2018 ist komplett. Am Sonntag wurden in Voerde die letzten fünf Plätze für das große Spektakel am 24. Juni in Oberhausen vergeben.

Im Rahmen einer Mini-WM wird dann im Stadion Niederrhein unter den 30 Finalisten der Nachfolger des Vorjahressiegers Rot-Weiß Oberhausen ausgespielt.

Kenner wissen: Die Standorte der sechs Qualifikationsturniere folgen dem Verlauf der Emscher durch das Emschertal von seiner Quelle in Holzwickede bis zur Mündung in den Rhein in Dinslaken. Dort ist der Emscher Junior Cup nach vielen packenden Spielen in der Vorrunde nun angekommen.

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Diese Teams sind im Finale dabei:
SF Stuckenbusch
FC Merkur 07
SF Königshardt
SuS 09 Dinslaken
TV Jahn Dinslaken-Hiesfeld (Sieger Fairplay)[/infobox]

Obwohl sich die Mannschaft des TV Jahn Dinslaken-Hiesfeld sportlich nicht qualifizieren konnte, zählt sie zu den Gewinnern. Und das nicht nur, weil sie über die Fairplay-Regelung ins Finale eingezogen sind. Denn im Team von Holger Höke ist der Spaß am Fußball zurück. Das war nicht immer so. Bereits im Bambini-Alter wurden einige Spieler von unfähigen Trainern aussortiert. „Nach drei Monaten Training wurde mehreren meiner Jungs gesagt, dass sie sich eine andere Sportart suchen sollen“, schüttelt Höke den Kopf. „Ihnen wurde gesagt: Such dir mal eine andere Sportart. Fußball ist nicht das Richtige für dich. Man muss sich das mal vorstellen: Sie waren damals vier Jahre alt.“

Der Verein reagierte umgehend und trennte sich von den Übungsleitern. Der C-Lizenz-Inhaber übernahm. „In diesem Alter kann man doch überhaupt noch nicht erkennen, in welche Richtung es geht“, erklärt Höke. „Unabhängig davon: Den Kids wurde jegliche Freude am Fußball genommen.“

Inzwischen haben sich seine Spieler prächtig entwickelt. Ein Junge wechselte sogar in den Nachwuchsbereich eines ambitionierten Regionalligisten. Aber im Kern blieb die Truppe zusammen. Und hält seitdem zusammen wie Pech und Schwefel. Tränen der Enttäuschung fließen höchstens noch nach verlorenen Spielen.
Besonders stolz sind sie auf ihren Stürmer Moritz. Denn Moritz spielt nach einer aggressiven Wucherung am Inneren Gehörgang und fünf Operationen mit einer Tympanoplastik. „Weil der eigentliche Gehörknöchel entfernt wurde, ergeben sich dadurch teilweise erhebliche Gleichgewichtsstörungen“, klärt Höke auf. Aber das hindert Moritz nicht daran, Tore wie am Fließband zu schießen.

Manchmal müsse er ihn sogar bremsen, damit er sich nicht völlig verausgabt. „Er entwickelt sich klasse und ist im Team voll integriert. Genau darum geht es doch im Mannschaftssport – vor allem bei Kindern und Jugendlichen“, verdeutlicht er. So geht Inklusion.

Die Idee der Emschergenossenschaft, mit dem Emscher Junior Cup genau diese Werte zu fördern, findet Höke so gut, dass er vor Ort selbst ein eigenes kleines Turnier entwickelt hat. „Man sieht beim Emscher Junior Cup nur lachende und glückliche Kinder. Ich bin so begeistert von dem Fairplay-Gedanken und dem Angebot auch abseits des Platzes, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten versucht haben, ähnliches auf die Beine zu stellen.“

Beim Emscher Junior Cup kommt das Beste zum Schluss: Vorhang auf für das große Finale.

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