28.05.2018

Emscher Junior Cup

Die Kaczors - Auf den Spuren des Opas

Foto: firo

Mehr Motivation geht nicht. Der Emscher Junior Cup nimmt langsam Kurs Richtung Oberhausen.

Nicht weit entfernt vom Stadion Niederrhein wurden am Sonntag in Essen die nächsten fünf Tickets für die Endrunde vergeben.

Für die teilnehmenden Mannschaften gab es diesmal einen Extra-Kick. Denn im Oberhausener Stadion Niederrhein, wo am 24. Juni das große Finale im Emscher Junior Cup stattfindet, spielte am Nachmittag die Schalker Knappenschmiede gegen Hertha BSC im Endspiel um die Deutsche U19-Juniorenmeisterschaft. Das Team von Trainer Norbert Elgert testete dort schon mal den Rasen für den Emscher Junior Cup und bot Jugendfußball auf höchstem Niveau.
Jugendfußball für die Kleinsten auf organisatorisch höchstem Niveau – dafür steht das Turnier der Emschergenossenschaft seit nunmehr neun Jahren. Viele nutzten nach Turnierende die einmalige Gelegenheit und fuhren die wenigen Kilometer rüber nach Oberhausen. Besseren Anschauungsunterricht kann es ja nicht geben.

Bundesliga- Geschichten von Opa

Denn nicht jeder hat das Glück, einen Opa zu haben, der in der Bundesliga gespielt hat. Lenny und Phil Kaczor vom SV Langendreer 04 schon. Ihr Großvater Josef Kaczor sorgte von 1974 bis 1981 in 142 Bundesligaspielen mit 51 Toren dafür, dass sich der VfL Bochum einst den Ruf der Unabsteigbaren erarbeiten konnte.
Die Zwillinge sind am Samstag acht Jahre alt geworden. Auf der Geburtstagsparty haben sie sich von Opa Jupp die letzten Tipps für den Emscher Junior Cup geholt. „Sein Lieblingsspruch ist: Immer locker bleiben“, lacht Kaczors Sohn Daniel.

Daniel Kaczor coacht seine beiden Jungs als Trainer der F2-Jugend. Er macht allen Anhängern des VfL Bochum Hoffnung, dass in Bochum vielleicht bald wieder der Name Kaczor auf der Anzeigetafel leuchtet. „Sie sind gut drauf. Das Talent haben sie auf jeden Fall vom Opa geerbt“, ist sich Daniel Kaczor sicher. Bei Familienbesuch sei der Fußball natürlich immer Thema. „Man merkt dann, wie sie geradezu an seinen Lippen kleben, wenn er seine Geschichten erzählt“, nickt Kaczor.

In Bochum immer noch eine Ikone

Obwohl Josef Kaczor inzwischen in Welver lebt, hat sein Name in Bochum noch immer einen guten Klang. „Die zwei werden in der Schule von ihren Lehrern oft darauf angesprochen“, bestätigt Kaczor.

Natürlich sind sie stolz auf ihren berühmten Opa.Und sie wollen dem ehemaligen Profi nacheifern. Aber dass es noch ein langer Weg bis dahin ist, wissen sie auch. So ehrgeizig beide Kaczor-Enkel sind, so unterschiedlich sind sie auch. „Phil ist Stürmer und mit einer unglaublichen Technik ausgestattet, wie mein Vater früher“, erzählt Kaczor. „Und Lenny ist eher ein 6er. Äußerst robust. Aus Spaß sage ich immer: Die zwei sind wie Messi und Vidal.“ In einem funktionierenden Team braucht man beide. Das zeigten beide Jungs auch in Oberhausen. Mit beiden Kaczors qualifizierte sich der SV Langendreer 04 für das Finale. Zur neuen Saison wird das Trio damit vielleicht sogar als Emscher-Junior-Cup-Sieger bei der SG Wattenscheid 09 den nächsten Schritt gehen.
Herzensverein eine Selbstverständlichkeit
Bevor es dann vielleicht irgendwann zum VfL Bochum geht. Denn dafür, dass für die Zwillinge der VfL Bochum der Verein des Herzens ist, haben die Kaczors gesorgt. „Beide sind große VfL-Anhänger“, nickt Daniel Kaczor. „Obwohl mein Vater mit dem modernen Fußballgeschäft nicht mehr viel anfangen kann und auch kaum noch ins Stadion geht, bin ich mit Lenny und Phil so oft es geht dort.“ Die Basis ist also gelegt. Jetzt heißt es nur noch: Daumen drücken für die weitere Karriere.

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