21.05.2018

RWO - RWE

Beide Teams im Final-Check

Foto: RS

Der D-Day rückt näher. Am Montag treffen Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen im Finale des Niederrheinpokals aufeinander. Es geht um die Teilnahme im DFB-Pokal.

Wir haben beide Teams einem Check unterzogen und alle Mannschaftsteile verglichen.

Torwart
Rot-Weiss Essen muss im Finale auf den bisherigen Pokaltorhüter Marcel Lenz verzichten. Er zog sich beim Auswärtsspiel in Verl einen Sehnenriss zu und fällt aus. Robin Heller - bis zu seiner Schulteroperation im November unumstrittene Nummer eins bei den Bergeborbeckern - lief zu Jahresbeginn noch seiner Form hinterher. In den letzten sieben Spielen kassierte er jedoch nur noch drei Gegentore.

Dies gilt jedoch auch für die Oberhausener. Dort ist Robin Udegbe die unumstrittene Nummer eins im Tor. Der 27-Jährige, der in seinem letzten U19-Jahr für Rot-Weiss Essen gespielt hat, gilt als einer der Besten der Liga auf seiner Position. Udegbe ist bärenstark auf der Linie, auch wenn ihm die fußballerischen Fertigkeiten eines Hellers fehlen.

Abwehr
Zu Saisonbeginn noch die Schießbude der Liga, haben die Essener unter Argirios Giannikis, der auch schon wieder weg ist, wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Die Innenverteidiger Philipp Zeiger und Eigengewächs Timo Becker, dem nach RS-Informationen Angebote aus der 3. Liga vorlagen, haben sich mittlerweile gefunden. Problematisch wird es höchstens auf den Außenbahnen. Dort ist der Einsatz von Kevin Grund und Robin Urban unsicher.

Auf Oberhausener Seite schmerzt natürlich der Ausfall von Jannik Löhden und Jasper Stojan. Da auch Felix Haas zuletzt ausgefallen ist, musste mit Mike Jordan ein Eigengewächs aus der U19-Bundesligamannschaft ran. Dieser hat seine Sache in den ersten Spielen jedoch sehr ordentlich gemacht. Zudem dürften Kai Nakowitsch, Tim Hermes und Daniel Heber gegen ihren Ex-Verein doppelt motiviert sein, ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei Heber aber nur, wenn er spielen darf. Er wurde in den letzten Wochen mit RWE in Verbindung gebracht und zwischenzeitlich aus dem Kader gestrichen.

Mittelfeld
Timo Brauer, der im direkten Aufeinandertreffen vor vier Wochen einen Treffer erzielte, agiert als souveräner Abräumer hinter den beiden offensiveren Nico Lucas und Benjamin Baier. Besonders der Essener Kapitän hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Pokalspezialist gemacht und blühte in den entscheidenden Partien regelmäßig auf.

Das Mittelfeldzentrum ist das Prunkstück der Kleeblätter. Yassin Ben Balla spielt eine überragende Saison, mit Robert Fleßers und Patrick Bauder haben die Oberhausener zudem zwei Akteure in ihren Reihen, die mit ihrer Erfahrung fast jedem Regionalligisten helfen würden. Auch zeigt die Formkurve von Maik Odenthal in den letzten Wochen wieder stark nach oben. Der Ausfall von Alexander Scheelen, Oberhausens Mister zuverlässig, wiegt schwer, kann aber kompensiert werden.

Angriff
Mit der Dreierkombo aus Marcel Platzek sowie Kai Pröger und Kamil Bednarski auf den Außen besitzt der Deutsche Meister von 1955 eine der qualitativ stärksten Offensivreihen in der Regionalliga West. 35 Tore hat das Trio auf der Habenseite. Mit David Jansen hat man einen namhaften Akteur in der Hinterhand, der ehemalige Knipser des Finalgegners konnte in Essen jedoch zu keinem Zeitpunkt an die Form der Vergangenheit anknüpfen. Cedric Harenbrock (Kreuzbandriss) und Roussel Ngankam (Muskelfaserriss) fallen aus, Bednarskis Einsatz ist jedoch auch gefährdet.

Die Offensivreihe von RWO hat zwar nicht die großen Namen, ist jedoch unberechenbar. Neben Tarik Kurt und Philipp Gödde im Sturmzentrum - beide kommen wettbewerbsübergreifend auf jeweils 16 Tore - kann auch Rafael Garcia jederzeit für wichtige Impulse sorgen. RWO-Identifikationsfigur Raphael Steinmetz, der in den vergangenen Wochen ein ums andere Mal traf, sollte die RWE-Defensive ebenso im Auge behalten. Gut möglich, dass er in der Startelf steht.

Sonstiges
Unter dem neuen Trainer Karsten Neitzel haben die Essener nur ein Spiel verloren - sein erstes mit 1:3 gegen den Wuppertaler SV. 15 Punkte aus den letzten sieben Partien haben der Mannschaft Auftrieb gegeben. Zwar hat der Stimmungsboykott seit dem Pokalhalbfinale gegen Hiesfeld einiges an Power gekostet, im Finale gegen den Revierrivalen wird jedoch auch der Essener Anhang wieder versuchen, RWE zur vierten DFB-Pokalteilnahme in Folge zu bringen.

Die Fans werden jedoch auch bei den Kleeblättern alles geben. Die frisch eingeweihte Revierkraft-Tribüne ist schon seit Wochen restlos ausverkauft. Ob das helfen wird, den Pokalfluch zu beenden? In den 20 Jahren seit dem letzten Finalerfolg unterlag RWO 2013 im Finale mit 0:1 den Sportfreunden Baumberg. In der 90. Minute kassierte die Mannschaft des damaligen Trainers Peter Kunkel durch einen Torwart-Fehler von Thorben Krol das 0:1. Vor drei Jahren verloren die Kleeblätter im Elfmeterschießen gegen RWE.

Die Aufstellungen RWO: Udegbe - Reinert, Nakowitsch, Jordan, Hermes - Bauder, Ben Balla, Bauder, Odenthal - Gödde, Kurt
RWE: Heller - Urban, Becker, Zeiger, Grund - Baier, Brauer, Lucas - Pröger, Platzek, Bednarski.

Der Weg ins Finale Rot-Weiß Oberhausen
VSF Amern - Rot-Weiß Oberhausen 0:7
Rot-Weiß Oberhausen - DJK Winfried Kray 5:0
Rot-Weiß Oberhausen - SC Düsseldorf-West 9:3
KFC Uerdingen - Rot-Weiß Oberhausen 0:2
Rot-Weiß Oberhausen - FSV Duisburg 5:4

Rot-Weiss Essen
FC Kray - Rot-Weiss Essen 0:2
1. FC Kleve - Rot-Weiss Essen 1:3 n.V.
ETB SW Essen - Rot-Weiss Essen 0:2
TuRU Düsseldorf - Rot-Weiss Essen 4:5 n.E.
Rot-Weiss Essen - TV Jahn Hiesfeld 5:0

Autor: Stefan Loyda / Patrick Friedland

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